Warum Schlafmangel dick macht

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Überernährung und Bewegungsmangel sind allseits bekannte Risikofaktoren für Übergewicht und metabolisches Syndrom. Doch auch Schlafmangel kann das hormonelle Gleichgewicht stören und dick machen.

Wenig Schlaf – viel Appetit

Studien zeigen einen klaren Zusammenhang: Bereits jede Stunde Schlaf weniger pro Tag erhöht statistisch das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte und Bluthochdruck. Den Ursachen dafür sind Forscher auf den Grund gegangen. Sie fanden unter anderem heraus, dass Schlafentzug schon nach wenigen Tagen zu einer Insulinresistenz führt. Die betroffenen Personen haben erhöhte Blutzuckerwerte, obwohl sie vermehrt Insulin produzieren. Außerdem verschiebt sich das Gleichgewicht hungerregulierender Hormone. So wird bei Schlafmangel weniger vom „Sättigungshormon“ Leptin und mehr vom „Hungerhormon“ Ghrelin gebildet. Die Folge ist ein gesteigerter Appetit.

Lust auf Schokoriegel

Hinzukommt, dass im Gehirn offenbar eine Aktivitätsänderung im sogenannten Belohnungszentrum des limbischen Systems stattfindet. Deshalb greifen Menschen mit Schlafmangel gerne zu energiedichten Lebensmitteln wie Schokoriegeln oder Chips. Auf Rohkost, Vollkornbrot oder andere gesunde Nahrung haben sie dagegen weniger Appetit. Wer an Schlafmangel leidet, isst also gerne viel und oft das Falsche.

Auch zu viel Schlaf kann schaden

Doch auf zu viel Schlaf kann ungünstige Folgen haben. In mehreren Studien war eine lange Schlafdauer ebenfalls mit Übergewicht und erhöhtem Diabetesrisiko verbunden. Das Risiko scheint besonders dann erhöht zu sein, wenn ein Zuviel an Schlaf (das heißt mehr als neun Stunden am Tag) mit wenig Bewegung einhergeht.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie

 

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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