Beschränkungen für Triclosan

Triclosan – die phenolische Verbindung ist in der Apotheke als Rezeptursubstanz geläufig, vor allem bei der Herstellung von Dermatika. In der Allgemeinbevölkerung ist diese Substanz eher unbekannt. Dabei kommt praktisch jeder mit ihr in Berührung. Den Einsatz des Antiseptikums hat die EU nun limitiert. Aus vielen Kosmetika ist Triclosan seit Ende Juli verbannt.

Triclosan wird als Arzneistoff und als Desinfektionsmittel in Arztpraxen und Kliniken eingesetzt. Darüber hinaus steckt es aber auch in so manchem Alltagsgegenstand: in Zahnpasta und Deodorants, in Seifen und Shampoos. Man findet die Chemikalie auch in Haushaltsreinigern und Waschmitteln und sogar in Schuhen und Funktionstextilien. Der Grund sind ihre antibakteriellen und geruchshemmenden Eigenschaften. Triclosan ist so allgegenwärtig, dass die Verbindung seit Jahren bei Monitoringstudien grundsätzlich in Urinproben nachweisbar ist. Dabei kann Triclosan die Gesundheit gefährden. So fördert die antimikrobielle Substanz offenbar Antibiotika-Resistenzen. Außerdem besteht das Risiko für Kontaktallergien. In Tierversuchen wurde sogar eine hormonähnliche Wirkung des Stoffs nachgewiesen. Zu alledem gilt Triclosan als umweltschädlich. Es kann in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden. Bereits in kleinen Mengen wirkt es sich zum Beispiel negativ für Fische und Algen aus. Die lipophile Substanz könnte auch in unsere Nahrungskette gelangen.

Um die Risiken durch Triclosan zu begrenzen, hat die Europäische Union ihre Auflagen zum Einsatz des Stoffes verschärft. Seit 31. Juli dieses Jahres gilt ein partielles Verbot. So darf Triclosan nun in Produkten, die auf der Haut verbleiben und die eine großflächige Anwendung erfordern, nicht mehr enthalten sein. Zugelassen ist Triclosan jedoch weiterhin in vielen Produkten. Dazu gehören Zahnpasta, Mundwasser, Körperseife, Duschgel, nicht sprühbare Deos, Gesichtspuder, Schminke sowie Mittel, mit denen Finger- und Fußnägel vor der Anwendung künstlicher Nagelsysteme gereinigt werden.

Die Verbraucherzentralen raten den Konsumenten, auf die Inhaltsstoffliste zu achten (wegen der geringen Konzentration steht „Triclosan“ meist am Ende der „Ingredients“). Viele Hersteller verzichten inzwischen auf die Substanz. In zertifizierter Naturkosmetik ist Triclosan generell verboten.

Quellen: Verbraucherzentrale Berlin; Umweltbundesamt; Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) / Bild: 

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