Aktuelles
2 min merken gemerkt Artikel drucken

Der besondere Rückblick: Die Entdeckung des Penicillins

Der Mediziner und Bakteriologe Alexander Fleming entdeckte Penicillin rein zufällig. | Bild: Walter Cicchetti / AdobeStock

Eine segensreiche Verunreinigung

Im September 1928 machte der Mediziner und Bakteriologe Alexander Fleming (1881 – 1955) bei der Laborarbeit eine überraschende Beobachtung: Eine seiner Petrischalen mit einer Staphylokokken-Kultur war durch Schimmelpilze verunreinigt. Fleming sah, dass die Bakterien im Umkreis der Pilzkolonie aufgelöst waren. Er identifizierte den Schimmelpilz als Pinselschimmel Penicillium notatum. Die bakterienhemmende Substanz aus dem Pilz nannte er deshalb Penicillin. 

Die Amerikaner im Vorsprung 

Der Pathologe Howard W. Florey (1898 – 1968) und der Biochemiker Ernst B. Chain (1906 – 1979) griffen Flemings Penicillin-Beobachtung auf und entwickelten sie in Oxford weiter. In den frühen 1940er-Jahren gelang ihnen die Reindarstellung der Substanz. In den USA wurde daraufhin Penicillin in großem Maßstab produziert. Ende 1944 stand es den amerikanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg zur Verfügung. Erst nach dem Ende des Krieges konnte Penicillin in Europa und bald auch weltweit eingesetzt werden. 

Nobelpreis und Adelstitel

Die Einsatzmöglichkeiten von Penicillin und weiteren Antibiotika stellten einen medizinischen Durchbruch dar. Viele bakterielle Infektionen waren nun heilbar und chirurgische Eingriffe mit weniger Risiken verbunden. Unzählige Menschenleben wurden dadurch gerettet. Für ihre Leistungen erhielten Fleming, Florey und Chain im Jahr 1945 den Medizin-Nobelpreist. Fleming wurde außerdem geadelt und durfte sich Sir Alexander Fleming nennen. 

Zunehmende Resistenzbildung

Antibiotika gehören heute zu den wichtigsten Medikamenten. Doch allzu häufig werden sie unsachgemäß angewendet, etwa durch inkonsequente Einnahme, falsche Dosierung oder bei viral bedingten Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe. Das führt – ebenso wie der breite Antibiotikaeinsatz in der Tierzucht – zu einem gravierenden Gesundheitsproblem unserer Zeit: den zunehmenden Antibiotikaresistenzen. 

Fleming warnte bereits

Schon Fleming warnte davor, dass Bakterien bei falscher Anwendung von Penicillin unempfindlich gegenüber dem Wirkstoff werden könnten: „Es besteht die Gefahr, dass die Mikroben lernen, resistent gegen Penicillin zu werden. Und wenn die Mikrobe einmal resistent ist, bleibt sie auch für lange Zeit resistent.“