Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 12. bis 16.10.2020

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Österreichische Post verkauft Corona-Briefmarke - aus Klopapier
23.10.2020

Toilettenpapier könnte neben Hamsterkäufern nun auch Briefmarkensammler verstärkt interessieren: Die Österreichische Post bringt eine Corona-Sonderbriefmarke aus dreilagigem Klopapier raus. Für jeden verkauften Markenblock „in Form und Größe eines handelsüblichen Blattes Klopapier“ werden 2,75 Euro für wohltätige Zwecke gespendet. Mit dem kuriosen Porto sollen von der Corona-Krise besonders Betroffene unterstützt werden, teilte die Post am Freitag mit. Die selbstklebende Marke aus recyceltem Altpapier im Wert von 2,75 Euro lasse sich an der perforierten Linie abtrennen – „so wie handelsübliches Klopapier“. Motiv ist ein Babyelefant: Das Tierchen ist in Österreich das viel genutzte Symbol für den coronabedingten Hygieneabstand von einem Meter. Zehn Markenblöcke ergäben einen Babyelefanten, betonte denn auch die Post. Die Idee für das augenzwinkernde Projekt sei bereits im Frühjahr entstanden. Damals wurde das mancherorts kaum mehr lieferbare Hygieneprodukt zu einem Sinnbild der plötzlichen Corona-Krise. Allerdings habe die Post bei der Umsetzung zunächst vor einem entscheidenden Problem gestanden: „Heimisches Klopapier war lange Zeit entweder ausverkauft oder in diesen Mengen nur schwer erhältlich.“ 300.000 Briefmarken sind ab dem 30. Oktober erhältlich.

Quelle: dpa / cn

Drei mögliche Impf-Anlieferstellen in Rheinland-Pfalz vorgesehen
23.10.2020

Das Bundesgesundheitsministerium sieht nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung in dem Bundesland drei Anlieferstellen für einen möglichen Corona-Impfstoff vor. Das Berliner Ministerium habe den Bundesländern eine Abfrage zu geeigneten Adressen zugesandt, teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums könnte mit der Auslieferung eines Impfstoffes wahrscheinlich Anfang des kommenden Jahres gerechnet werden. „Rheinland-Pfalz arbeitet mit Hochdruck an der Organisation und Vorbereitung der Impfung für die Menschen im Land“, sagte die Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Wann exakt einer oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen werden, sei abhängig von der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA), der Vertragslage zwischen der EU-Kommission und den Herstellern und Fragen der Logistik, erklärte das Mainzer Ministerium. Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Freitag seine Einschätzung bekräftigt, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage. Zu den Firmen, die an der Entwicklung eines Impfstoffs arbeiten, gehört auch das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech, das mit dem US-Konzern Pfizer zusammenarbeitet. Der Impfstoff-Kandidat von Biontech wird derzeit von der EMA in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet.

Quelle: dpa / cn

Erste Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen
23.10.2020

Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen. Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Zuletzt waren am Donnerstag fast 9.300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas. Die Krankenhäuser in der Region Nordwesten, zu der auch Almere gehört, könnten den Zustrom neuer Patienten kaum bewältigen, teilte das Zentrum in Rotterdam mit. „Das Wasser steht ihnen bis zum Hals.“ Auch im Frühjahr waren Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt worden. Für das Wochenende sind weitere Patiententransporte auch aus anderen Regionen geplant. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden zu übernehmen. Das Land verfügt zur Zeit über 1.150 Betten auf Intensivstationen. Allein Nordrhein-Westfalen hat rund fünfmal so viele. Das Bundesland stellte 80 Betten für Patienten aus den Niederlanden zur Verfügung.

Quelle: dpa / cn

Sprecher: Auch Spahns Ehemann positiv auf Corona getestet
23.10.2020

Der Ehemann von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag mit. Demnach habe er sein Testergebnis am späten Donnerstagabend erhalten. „Er war zusammen mit dem Minister am Mittwochnachmittag in häusliche Isolation gegangen und hatte am Donnerstagmorgen einen Corona-Test (PCR) machen lassen“, hieß es weiter. Spahn selbst zeige weiterhin Erkältungssymptome sagte der Sprecher. Sein Ehemann sei aktuell symptomfrei.
Spahn ist mit dem Journalisten Daniel Funke verheiratet, dem Hauptstadt-Büroleiter der Burda Magazine Holding. Sie hatten sich im Frühjahr 2013 kennengelernt. Der Gesundheitsminister ist der erste Minister der Bundesregierung, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Quelle: dpa / cn

Wie wirksam sind die Corona-Maßnahmen?
23.10.2020

Etliche Maßnahmen sollen die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und so die Gesundheit der Bevölkerung schützen. Sie fußen in vielen Fällen nicht auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern sind aus der Situation heraus geboren, da es für die derzeitige Pandemie keine Blaupause gibt, wie Politiker immer wieder betonen. Dies lässt jedoch viel Angriffsfläche für Kritik an ihren Beschlüssen. Es gibt viele Fragen etwa zu Alkoholverboten oder Kontaktbeschränkungen.

Was bringt ein Mund-Nasen-Schutz?

Für Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, ist die Antwort klar: „Wir wissen, dass eine Maske Tröpfchen abhält und die Übertragung von Aerosolen vermindert. Somit sollte die Zahl der Tröpfcheninfektionen durch eine Maske deutlich reduzierbar sein, die Übertragung von Aerosolen in vielen Situationen ebenfalls.“ Besonders in Innenräumen sei eine Maske deshalb anzuraten. Wer jedoch den ganzen Tag etwa zu zweit in einem kleinen Raum sitze, dem bringe auch die Maske nicht mehr viel. Zahlreiche Studien haben bereits die Wirksamkeit von Masken untersucht. Eine übergreifende Analyse mehrerer Studien, die im Juni im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht wurde, war schließlich zu dem Schluss gekommen, dass eine Maske das Infektionsrisiko messbar verringert. Wie sieht es mit der Maskenpflicht an der frischen Luft aus? Wer draußen nur kurz an anderen Menschen vorbeigeht, hat nach Ansicht von Knobloch eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, sich dabei anzustecken. „Dass eine Maske die Sicherheit weiter erhöht, ist dabei relativ unwahrscheinlich“, so Knobloch. Doch es gilt zu beachten: Wenn bereits sehr viele Menschen infiziert sind und es dann zu sehr vielen solchen Begegnungen kommt, kann eine Maske die Wahrscheinlichkeit einer Infektion aus Sicht des Experten weiter senken.

Neben der Maskenpflicht gilt vielerorts ein Alkoholverbot ab einer bestimmten Uhrzeit. Kann das helfen, die Pandemie einzudämmen?

„Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens halte ich das Alkoholverbot durchaus für effektiv. Wir sehen, dass viele Infektionen derzeit von jungen Menschen ausgehen. Zugleich wissen wir, dass die größte Gefahr von einer Durchmischung vieler Menschen in Innenräumen ausgeht, wo sich viele Aerosole ansammeln“, sagte Knobloch. Das ergebe dann das dynamische Infektionsgeschehen, das wir derzeit beobachten. Ein Alkoholverbot kann aus Sicht des Hygiene-Experten helfen, eine Durchmischung großer Menschenmengen zu verhindern. „Alkohol hat Einfluss auf das persönliche Verhalten und das persönliche Verhalten hat Einfluss auf die Verbreitung des Virus.“ Folge man dieser Argumentation, sei die Regelung sinnvoll. Dennoch gebe es dafür derzeit keine wissenschaftlichen Belege, räumt Knobloch ein.

Eine weitere Maßnahme ist die Einschränkung der Mobilität. In vielen Bundesländern galt bis vor kurzem zudem ein viel kritisiertes Beherbergungsverbot.

Auch hier greift aus Sicht des Experten Knobloch, die Gefahr von zu vielen unbekannten Kontakten. „Eine Fahrt im Inland wird häufig dazu genutzt, viele Menschen zu treffen, die man noch nicht kennt“, sagte Knobloch. Es komme dadurch zu einer Durchmischung, die weitere Übertragungen wahrscheinlicher mache. Auch hier gelte, wer nur zur Arbeit fahre und immer wieder dieselben Menschen treffe, sei nicht das Problem. Wer dabei viele neue Kontakte habe, schon. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg sieht das Beherbergungsverbot sehr kritisch. Es sei kein geeignetes Mittel, weil die Corona-Lage viel zu dynamisch sei. Die Maßnahme sei „nicht zielgerichtet, nicht effektiv und letztendlich realitätsfremd“, sagte er dem Nachrichtenportal „tagesschau.de“. Innerdeutsche Reisende sind aus Sicht Schmidt-Chanasits nicht der Hauptgrund für den Anstieg der Inzidenz. Die Menschen sollten ihre Kontakte stark reduzieren.

In vielen Ländern gelten konkrete Regeln zur maximalen Anzahl von Personen im privaten und öffentlichen Raum. Ist das sinnvoll? Der Virologe Hendrik Streeck von der Universität Bonn nannte im ZDF eine Obergrenze für Feiern dagegen als durchaus sinnvoll, da die meisten Neuinfektionen derzeit bei privaten Feiern entstünden. Der Grenzwert sei allerdings eher „willkürlich“ gesetzt und basiere auf Erfahrungswerten, die man gemacht habe, so Streeck.

Schottische Forscher haben den Effekt von fünf verschiedenen Maßnahmen auf die Ansteckungsrate in 131 Ländern bis Juli 2020 ausgewertet. Demnach senkte ein Verbot öffentlicher Veranstaltungen die Rate am stärksten und ist als einzige Einzelmaßnahme statistisch signifikant: im Mittel sank sie binnen vier Wochen um knapp ein Viertel (24 Prozent). Dies war wesentlich effektiver als etwa die Schließung von Schulen (15 Prozent) oder Arbeitsstätten (13 Prozent). Noch deutlich weniger halfen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit (7 Prozent) und die Aufforderung, daheim zu bleiben (3 Prozent), wie das Team der Universität Edinburgh im Fachblatt „The Lancet Infectious Diseases“ berichtet.

Quelle: dpa / cn

Apothekerverband Nordrhein: Engpässe bei Grippe-Impfstoff
16.10.2020

Im Rheinland bestehen nach einer Blitzumfrage des Apothekerverbands Nordrhein „sehr große Engpässe“ bei Grippe-Impfstoffen. Fast alle der rund 400 befragten Apotheken - etwa 20 Prozent der Mitglieder - hätten die Verfügbarkeit mit „schlecht“ oder „sehr schlecht“ angegeben, teilte der Verband am Freitag mit. Bei der Drei-Tage-Abfrage bis Donnerstagabend sagten demnach nahezu alle, die Nachfrage nach Grippe-Impfstoffen sei bisher „sehr viel höher“ als im Vorjahr.
Einem Sprecher zufolge vertritt der Verband die Apotheken in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf und damit mehr als die Hälfte der Apotheken in NRW. Der Verband Westfalen-Lippe konnte am Freitag auf Anfrage zunächst keine Angaben zur Verfügbarkeit machen.
Die befragten Apotheken im Rheinland sehen die Knappheit als drängendes Problem, betonte Verbandschef Thomas Preis. Die Engpasssituation werde auch von Ärzten bestätigt, in der Politik aber so nicht wahrgenommen.
Bei gut 90 Prozent der Apotheken, die an der Blitzumfrage teilnahmen, liegen schon Nachbestellungen von Arztpraxen vor. „Aufgrund der aktuell fehlenden Verfügbarkeit von Grippe-Impfstoffen bei Herstellern und Großhandel können diese aber zurzeit nicht bedient werden.“ Man setze nun auf die sechs Millionen weiteren Impfdosen, die im November über die nationale Impfreserve bereitgestellt werden sollten.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte sich vor einigen Tagen noch zuversichtlich gezeigt, dass der Grippe-Impfstoff ausreichen werde. Für ganz Deutschland seien in dieser Saison bislang rund 32 Millionen Influenza-Impfdosen vorhanden. Wenn sich möglichst viele Menschen gegen Grippe impfen ließen, könne das auch beim Kampf gegen das Coronavirus helfen. Laumann hatte vor allem an Risikogruppen - etwa Menschen ab 60 Jahren oder Berufsgruppen wie medizinisches Personal - appelliert, sich impfen zu lassen. Oktober und November seien „die kritischen Monate“ für diese Impfungen.

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Covid-19-Impfstoff für Probanden an Uniklinikum Hamburg-Eppendorf
16.10.2020

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben erste Probanden bei einer klinischen Phase-I-Studie einen Impfstoff gegen Covid-19 erhalten. Bereits am vergangenen Freitag sei einer Frau der Impfstoff MVA-SARS-2-S injiziert worden, teilte das UKE am Freitag mit. Danach sei fünf weiteren Probandinnen und Probanden der sogenannte Vektor-Impfstoff verabreicht worden. Insgesamt nähmen 30 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren an der Studie teil. Der Impfstoff wurde den Angaben zufolge vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelt und wird nun am UKE auf seine Sicherheit, Verträglichkeit und spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht.

Rund um den Globus werden bereits mehr als 40 Impfstoff-Kandidaten an Menschen getestet. Einige sind bereits in der entscheidenden Testphase III. Dabei wird an Tausenden Menschen untersucht, ob das Mittel tatsächlich vor einer Infektion schützt.
Die Probandinnen und Probanden in Hamburg erhalten den Angaben zufolge zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen und werden danach jeweils einige Stunden ärztlich überwacht. Im Anschluss müssen sie sich über sechs Monate immer wieder untersuchen lassen, um mögliche Nebenwirkungen sowie die Immunantwort anhand von Blutuntersuchungen und Befragungen festzustellen. Parallel dazu wird die Bildung von Antikörpern und T-Zellen im Körper gemessen und mit der Immunreaktion von genesenen Covid-19-Patienten verglichen.

Quelle: dpa / cn

Maskenpflicht ab Montag in Baden-Württemberg auch im Unterricht
16.10.2020

Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Baden-Württemberg wird die Maskenpflicht dort an weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. „Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35“, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. „Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommenden Montag zu beachten ist.“ Bislang gilt die Maskenpflicht ab Klasse fünf und an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg lediglich auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten.
Am Donnerstag lag die Inzidenz im Südwesten bei 38 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Stuttgart war dieser Wert mit 82,9 am höchsten.
Die Maskenpflicht im Unterricht sei in dem im September eingeführten dreistufigen Alarm-System der Landesregierung im Kampf gegen eine zweite Welle für die kritische Phase vorgesehen worden, sagte die Sprecherin des Ministeriums. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag an, dass die Bürger damit rechnen müssten, dass spätestens am Montag die dritte Pandemiestufe ausgerufen werde.

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RKI: Wieder mehr Corona-Ausbrüche in Altenheimen
16.10.2020

In Deutschland werden laut Robert Koch-Institut (RKI) wieder vermehrt Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. „Da sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, nimmt die Anzahl der schweren Fälle und Todesfälle zu“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht von Donnerstagabend. Im Frühjahr gab es mehrere große Corona-Ausbrüche in Altenheimen. Senioren gelten generell als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen insgesamt hat in Deutschland einen Höchstwert erreicht. So meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben vom Freitag 7.334 neue Fälle binnen eines Tages.

Quelle: dpa / cn


Vermeidbare Gesundheitsrisiken erhöhen Corona-Todesrisiko
16.10.2020

Die Corona-Pandemie trifft auf eine Weltbevölkerung, deren Gesundheit ohnehin schon gefährdet ist. Das ist das Fazit einer der weltweit größten Gesundheitsstudien. Besondere Risikofaktoren seien Übergewicht, ein zu hoher Blutzuckerwert, mangelnde Bewegung und Luftverschmutzung durch Feinstaub sowie die damit einhergehenden Krankheiten.

Das mehrere Tausend Seiten umfassende Ergebnis einer Studie zeigt nach Angaben der Forscher auf welchen grundlegenden Gesundheitszustand die Covid-19-Pandemie global traf. Die Interaktion von Covid-19 und dem kontinuierlichen weltweiten Anstieg von chronischen Erkrankungen und gesundheitlichen Risikofaktoren habe die Zahl der Todesfälle infolge der Pandemie erhöht. Insgesamt mache ihre Untersuchung deutlich, dass rund um den Globus zu wenig getan werde, um gesündere Verhaltensweisen zu fördern.
„Viele dieser Risikofaktoren sind vermeidbar und behandelbar, und ihre Bekämpfung wird enorme soziale und wirtschaftliche Vorteile bringen“, kommentiert Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle.
Regional betrachtet würden gesundheitliche Verbesserungen in Ländern mit hohem Einkommen stagnieren, in manchen wie in den USA sogar zurückgehen. Gleichzeitig hätten Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen in den vergangenen Jahren zwar beeindruckende Schritte in Richtung einer besseren Gesundheit gemacht, seien jedoch nur schlecht auf die wachsende Belastung durch nichtübertragbare Krankheiten vorbereitet.
Für Deutschland stellt die Studie folgende zentrale Ergebnisse fest:

LEBENSERWARTUNG:
Insgesamt gehörte Deutschland 2019 weltweit immer noch zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung (Frauen 83,5 Jahre, Männer 78,9 Jahre). Allerdings liegt diese für Männer, die 2019 hierzulande geboren wurden, um 0,3 Jahre niedriger, als es der soziodemografische Index, der sich etwa aus Einkommen und Schuljahren ergibt, erwarten ließe.
Wie in anderen Ländern Europas hat die Zahl der Jahre gesunder Lebenserwartung - also der Jahre, die jemand erwarten kann, in Gesundheit zu leben - in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren zwar kontinuierlich zugenommen, aber nicht im gleichen Maße wie die Lebenserwartung insgesamt. Das legt nahe, dass die Menschen mehr Jahre bei schlechter Gesundheit leben. In Deutschland liegt die gesunde Lebenserwartung laut Studie bei 69,5 Jahren.

NICHTÜBERTRAGBARE KRANKHEITEN:
Diese sind heute für über 80 Prozent aller vorzeitigen Todesfälle und schlechten Gesundheitszustände in Europa verantwortlich. Für Deutschland beschreiben die Autoren der Studie als fünf Haupttodesursachen durch nicht übertragbare Krankheiten koronare Herzkrankheiten (184 000 Todesfälle), Schlaganfälle (71 700 Todesfälle), Lungenkrebs (54 000 Todesfälle), Alzheimer und andere Demenzerkrankungen (49 600 Todesfälle) sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD, 39 900 Todesfälle).

RISIKOFAKTOREN:
Die zentralen Risikofaktoren für vorzeitige Todesfälle und schlechte Gesundheitszustände waren in Deutschland 2019 Tabakkonsum, Bluthochdruck, hoher Blutzucker, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) und eine ungünstige Ernährung.
Zusammengefasst zeige die Studie, so die Autoren, dass sich die Welt mit Blick auf die bis dahin stetig steigende Lebenserwartung an einem Wendepunkt befinden könnte. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie empfiehlt der Bericht daher dringend Maßnahmen zur Bekämpfung des globalen Zusammenspiels aus chronischen Krankheiten, sozialen Ungleichheiten und Covid-19 zu ergreifen. Das könne robustere Gesundheitssysteme und gesündere Menschen gewährleisten und die Länder widerstandsfähiger gegen künftige Pandemiegefahren zu machen.

Quelle: dpa / cn

7334 Corona-Neuinfektionen in Deutschland
16.10.2020

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7.334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6.638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Freitag 4.516 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8.700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei.
Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 348.557 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.734. Das waren 24 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 287.600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 1,08 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,22 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Neue Testverordnung in Kraft, Johnson & Johnson unterbricht Impfstoff-Studie und die telefonische Krankschreibung wird wieder ausgedehnt. Auch in dieser Woche versorgen wir Sie wieder zeitnah mit wichtigen Meldungen rund um die Corona-Pandemie.

Verringerte Genesungszeit – Remdesivir wirkt
15.10.2020

Relativ schnell war zu Beginn der Pandemie klar, dass der RNA-Polymerasehemmstoff Remdesivir in vitro die Replikation von SARS-CoV-2 unterbinden kann. Der Wirkstoff wurde in etlichen Ländern im Rahmen einer Notfallgenehmigung zur COVID-19-Behandlung mit vorläufigen Wirksamkeitsdaten zugelassen. Nun wurden im „New England Journal of Medicine“ die endgültigen Daten einer Studie veröffentlicht, welche die Wirksamkeit von Remdesivir belegen sollen.

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Quelle: daz.online/mb

Telefonische Krankschreibung wieder möglich

15.10.2020

Angesichts bundesweit wieder steigender COVID-19-Infektionszahlen kurz vor Beginn der Erkältungs- und Grippesaison hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erneut auf eine Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung verständigt. Befristet vom 19. Oktober 2020 vorerst bis 31. Dezember 2020 können Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu 7 Kalendertage krankgeschrieben werden. Die niedergelassenen Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere 7 Kalendertage ausgestellt werden.

Quelle: G-BA/sn

Neue Testverordnung in Kraft: Schnelltests vor allem in Pflegeheimen
15.10.2020

Der Einsatz von Schnelltests soll sich zunächst wie angekündigt auf den Gesundheits- und Pflegebereich konzentrieren. Für den privaten Bereich, etwa um sich „freizutesten“ oder gar für Selbsttests, seien sie nicht gedacht, machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“ deutlich. Die neue Testverordnung ist seit heute in Kraft.

Der Test müsse durch medizinisches Personal angewendet werden. „Es geht immer noch darum, tief in die Nase zu kommen. Das kann man nicht alleine bei sich selbst, als Laie schon gar nicht.“ Auch Schnelltests in Schulen sind nach Spahns Angaben zunächst nicht vorgesehen. „Wir fangen an vor allem mit dem Gesundheitswesen.“ Es gehe darum, zuerst einmal die „Meistgefährdeten“, wie Pflegebedürftige, Patienten und auch Beschäftigte im Gesundheitswesen zu schützen. Dann werde man sehen, ob die Schnelltests in weiteren Lebensbereichen eine zusätzliche Sicherheit geben könnten.

Die neue Corona-Testverordnung regelt Prioritäten bei der Testung und welche Bevölkerungsgruppen unter welchen Voraussetzungen Anspruch auf einen Test auf Krankenkassenkosten haben. Corona-Tests sollen ab jetzt stärker auf Risikogruppen und das Gesundheitswesen konzentriert werden, weniger auf Reiserückkehrer.

Quelle: dpa/sn

SARS-CoV-2-Schnelldiagnostik mittels Genschere
15.10.2020

US-Wissenschaftler haben einen Schnelltest zum Nachweis von SARS-CoV-2 entwickelt, der schon innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis liefern soll. Und zwar nicht nur dazu, ob eine Infektion vorliegt oder nicht, sondern auch zum Umfang der Viruslast. Sie nutzen hierfür die Methode der Genschere, deren Entwicklung gerade erst mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.  

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Quelle: daz.online/hb

Russland registriert zweiten Corona-Impfstoff
14.10.2020

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es in Russland einen zweiten Impfstoff. Dies Vakzin sei am Mittwoch registriert worden, sagte Präsident Wladimir Putin der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau. Das Serum wurde demnach im Forschungszentrum „Vektor“ in der sibirischen Großstadt Nowosibirsk entwickelt und trägt den Namen „EpiVacCorona“. „Soweit ich weiß, haben wir bereits einen dritten Impfstoff in der Entwicklung“, meinte der Kremlchef. Dieses Serum wird derzeit am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften getestet.

Quelle: dpa/sn

Telefonische Krankschreibung soll wieder ausgedehnt werden
14.10.2020

Telefonische Krankschreibungen beim Arzt wegen Erkältungsbeschwerden sollen wegen der Corona-Lage bis Jahresende wieder umfangreicher möglich gemacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte heute in Berlin einen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen für Donnerstag an. „Wir wollen natürlich mögliche Infektionen im Gesundheitswesen selbst und in der Arztpraxis bei Grippe sowie bei Corona vermeiden“, sagte Spahn.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen, die Regelung im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das Instrument habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet.

Quelle: dpa/sn

Neue Corona-Testverordnung tritt am Donnerstag in Kraft
14.10.2020

Die neue Corona-Testverordnung soll am morgigen Donnerstag in Kraft treten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte heute in Berlin, er habe die Verordnung am Morgen unterschrieben, sie trete am Donnerstag in Kraft. Corona-Tests sollen damit künftig stärker auf Risikogruppen und das Gesundheitswesen konzentriert werden – weniger auf Reiserückkehrer. Geplant ist unter anderem, dass Pflegeheime und Krankenhäuser „Antigen-Schnelltests“ großzügig nutzen können, damit Besucher, Personal und Patienten regelmäßig getestet werden können. Spahn hatte kürzlich von zusätzlichen Tests „in großer Millionenzahl pro Monat“ gesprochen.

Quelle: dpa/sn

Kanzlerin und Länder beraten zur Corona-Krise
14.10.2020

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am heutigen Mittwoch darüber, wie die Pandemie eingedämmt werden kann. Bei dem Treffen im Kanzleramt ab dem Mittag soll es darum gehen, ob die Länder eine einheitlichere Linie finden und Regeln verschärft werden sollen.

Thema beim heutigen Treffen wird auch das umstrittene Beherbergungsverbot bei Reisen im Inland sein, das in den vergangenen Tagen für medialen Trubel gesorgt hatte. Merkel hatte außerdem wiederholt deutlich gemacht, ein erneuter Lockdown müsse unbedingt verhindert werden. Es werde wohl auch um die Frage gehen, welche Maßnahmen für die Breite der Gesellschaft erforderlich, sinnvoll und tragbar seien. Ziel soll es demnach auch sein, sehr genau Bereiche zu definieren, denen man derzeit noch keine Hoffnung auf Öffnung machen könne. In diesen Bereichen müsse der Staat dann gegebenenfalls in einer anderen Dimension helfen, als dies bisher der Fall sei. Es gehe um einheitliche Standards im Umgang mit Hotspots, hieß es. Verbessert werden solle auch die Kommunikation an die Bevölkerung.

Die Themen des Treffens im Überblick:

  • Beherbergungsverbot auf dem Prüfstand
  • Anpassung von Maskenpflicht und Bußgeldern
  • Aufrechterhaltung des Kita- und Schulbetriebs
  • Neue Teststrategie mit Fokus auf Risikogruppen und das Gesundheitswesen
  • Umgang mit Reiserückkehrern aus Risikogebieten : Neue Vorgaben zur Quarantäne-Zeit und zur „Freitestung“
  • Aufrechterhaltung der Wirtschaft: Zweiten Lockdown vermeiden

Quelle: dpa/cn

Drosten für einheitliche Regeln und gegen Fokussierung auf ältere Menschen
14.10.202

Der Virologe Christian Drosten hat sich deutlich gegen die Idee ausgesprochen, sich in der Corona-Pandemie nur auf den Schutz von Älteren und anderen Risikogruppen zu konzentrieren, während der Rest der Gesellschaft zum Alltag zurückkehrt. Zum einen könne es nicht gelingen, die Älteren komplett abzuschirmen, sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Zum anderen gebe es auch in den jüngeren Altersgruppen nicht so wenige Risikopatienten.

Ließe man das Virus in den jüngeren Altersgruppen durchlaufen, gäbe es viele Infektionen auf einmal und man komme auch da an die Belastungsgrenze der Medizin, so Drosten. Dabei gehe es dann aber um einen Patiententyp mit anderer gesellschaftlicher Wahrnehmung: „Da würden eben junge Familien auch den Familienvater verlieren oder auch die Mutter.“ Das sei „eine ganz andere Konsequenz und das kann man einfach so nicht durchlaufen lassen“, betonte der Virologe. Hintergrund ist ein offener Brief von drei Wissenschaftlern aus den USA und Großbritannien, die sich gegen bevölkerungsweite Maßnahmen aussprechen - auch andere Experten widersprachen ihnen bereits.

Daneben verlieh Drosten seiner Forderung nach einheitlichen Regeln in der Corona-Pandemie Nachdruck: Das Virus werde sich immer weiter geografisch verteilen, dementsprechend hätten im Laufe der Zeit lokale Maßnahmen „immer weniger Durchgriff“, sagte er. Umso wichtiger sei es jetzt schon, „allgemeingültige Maßgaben zu formulieren“ und den Ereignissen damit nicht hinterherzulaufen. Man habe im Land jetzt ein doch „sehr schnelles Geschehen“. Selbst im theoretischen Fall eines absoluten Lockdowns stiegen die Fallzahlen noch ein oder zwei Wochen, erläuterte der Virologe. Die Menschen, die nächste Woche als infiziert gemeldet werden, hätten sich ja jetzt schon infiziert.

Quelle: dpa/sn

Erprobung zu Antikörpertherapie gestoppt
14.10.2020

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat die Erprobung einer Antikörpertherapie zur Behandlung von COVID-19-Erkrankungen pausiert. Damit sei das Unternehmen der Empfehlung einer unabhängigen Expertengruppe gefolgt, die unter anderem die Patientensicherheit während klinischen Studien überwacht, wie ein Sprecher am gestrigen Dienstag auf Anfrage mitteilte. Zu den Gründen für die Vorsichtsmaßnahme machte er keine Angaben. Die Erprobung der Antikörpertherapie wird vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten gefördert.

Quelle: dpa/sn

AOK-Studie: Längere krankheitsbedingte Fehlzeiten bei Corona-Patienten
13.10.2020

Corona-Patienten, die bereits im Frühjahr wegen COVID-19 stationär behandelt werden mussten, haben auch danach oft bei der Arbeit krankheitsbedingt gefehlt. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. So lag der Krankenstand der betroffenen Beschäftigten in den ersten zehn Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt mit 6,1 Prozent deutlich höher als bei der nicht infizierten Vergleichsgruppe mit gleicher Alters- und Geschlechtsstruktur. Da lag er bei 2,8 Prozent.

Von den insgesamt 27.300 AOK-versicherten Beschäftigten mit einer nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektion mussten mehr als 3.700 Menschen zwischen dem 1. März und dem 21. April 2020 stationär behandelt werden. „War (...) ein Krankenhausaufenthalt notwendig, ergaben sich auch weitere schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die über die akute Erkrankung hinausgingen“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Im Durchschnitt fehlten die von Corona betroffenen Beschäftigten nach der Krankenhausentlassung 13,5 Tage. Die Vergleichsgruppe wies dagegen nur Fehlzeiten von im Schnitt 9,4 Tagen auf.

Ursächlich für die Fehlzeiten bei den Erwerbstätigen, die zuvor stationär behandelt wurden, seien vor allem Infektions- und Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Stoffwechsel-Erkrankungen, teilte die AOK mit.

Quelle: dpa/sn

Mitgefühl hilft laut Studie beim Einhalten von AHA-Regeln
13.10.2020

Die Bereitschaft zum Einhalten von Abstandsregeln und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hängt einer neuen Studie zufolge auch vom Einfühlungsvermögen ab. Je empathischer man sei, desto wahrscheinlicher sei es, diese Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu befolgen, schreiben Forscher der Universität im dänischen Aarhus im Fachblatt „Psychological Science“. Die Studie zeige, dass es sogar möglich sei, das menschliche Mitgefühl und damit die Bereitschaft zum Befolgen der Maßnahmen zu steigern, teilte die Universität am Dienstag mit.

„Wir zeigen, dass Empathie für die am stärksten Gefährdeten ein wichtiger Faktor ist, und dass sie aktiv zur Bekämpfung der Pandemie genutzt werden kann2, wurde der deutsche Forschungsleiter Stefan Pfattheicher von der Uni zitiert. Dieses Wissen könne letztlich dabei helfen, Leben zu retten.

 

Für die auf Befragungen in Deutschland, den USA und Großbritannien basierende Studie wurde zunächst die Beziehung zwischen dem Mitgefühl der Teilnehmer und ihrer Haltung zur sozialen Distanzierung überprüft. Im Anschluss mussten sie beantworten, inwieweit sie selbst soziale Kontakte wegen des Coronavirus mieden. „Die Beziehung ist klar. Je höher der Grad an Empathie ist, desto stärker wird der Fokus auf die Verringerung sozialer Kontakte gelegt“, hieß es in einer Erklärung der Uni.

 

Darüber hinaus ergaben zwei Experimente, dass die Teilnehmer mehr Mitgefühl zeigten, wenn sie eine betroffene Person vorgestellt bekamen. Die Bereitschaft, Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, stieg. „Wenn wir mit einer bestimmten Person konfrontiert sind, die für COVID-19 anfällig ist, dann ist klar, dass die Empathie gestärkt wird und wir wahrscheinlicher die Richtlinien befolgen“, sagte Pfattheicher.

Quelle: dpa/sn

 

 

 

 

Alltag mit Impfstoff? RKI rechnet mit Einschränkungen
13.10.2020

Der Alltag in Deutschland muss nach Ansicht des Robert Koch-Instituts auch mit Einführung eines Corona-Impfstoffs zunächst eingeschränkt bleiben – einschließlich Maskentragen und Abstandsgeboten. Darauf weist das RKI in einem am Dienstag veröffentlichten Strategiepapier hin. Demnach werden zwar voraussichtlich im kommenden Jahr ein oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen – und die Bekämpfung des Coronavirus entscheidend verbessern.

Allerdings dürfte es ein solches Mittel zu Beginn nur in begrenzten Mengen geben und insbesondere Risikogruppen zu Gute kommen. Deshalb seien weiterhin „gewisse Modifikationen des Miteinander-Seins“ wichtig. Darunter versteht das RKI unter anderem Abstandhalten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen, Lüften sowie die Verlegung von Freizeitaktivitäten möglichst nach draußen.

In dem vorgelegten Dokument formuliert das RKI strategische Ziele: Im Vordergrund stehe, die Ausbreitung sowie die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie zu minimieren, während das gesamtgesellschaftliche und wirtschaftliche Leben möglichst wenig beeinträchtigt werden soll. „Wir brauchen im Umgang mit COVID-19 in den nächsten Wochen und Monaten zeitlich und regional beschränkte Maßnahmen, die an das jeweilige Risiko angepasst werden“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Eine Überlastung des Gesundheitssystems, Spätfolgen der Erkrankung und Todesfälle sollten soweit wie möglich vermieden werden, heißt es in dem Papier.

 

Das RKI spricht sich dafür aus, insbesondere Risikogruppen breit auf Influenza und Pneumokokken zu impfen. „Für die Pandemiekontrolle der kommenden Monate spielen Impfstoffe gegen andere Atemwegserkrankungen vor allem in der kalten Jahreszeit eine entscheidende Rolle.“ Dadurch könnten Menschen geschützt und das Gesundheitssystem entlastet werden.

Quelle: dpa/sn

Impfstoff-Studie von Johnson & Johnson vorübergehend gestoppt
13.10.2020

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat seine Studie für einen künftigen Corona-Impfstoff wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden vorübergehend unterbrochen. Das teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit. Die Erkrankung des Studienteilnehmers werde nun von einer unabhängigen Expertengruppe und von internen Ärzten geprüft und bewertet. Weitere Informationen zu dem erkrankten Probanden gab es zunächst unter Hinweis auf seine Privatsphäre nicht.

Johnson & Johnson teilte zudem mit, es sei nicht immer sofort ersichtlich, ob ein Teilnehmer eine Studienbehandlung oder ein Placebo erhalten habe. „Unerwünschte Ereignisse“ wie Krankheiten oder Unfälle seien zu erwartende Bestandteile jeder klinischen Studie.

Am 23. September hatte das Unternehmen die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet. In einer Phase III-Studie mit bis zu 60.000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollten Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten namens JNJ-78436735 überprüft werden. Die Besonderheit des Mittels ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Das Unternehmen hoffte, dass Anfang 2021 die ersten Dosen des Impfstoffs „für den Notfallgebrauch“ zur Verfügung stehen.

Quelle: dpa/sn

Erste Daten zu Regenerons Antikörpercocktail REGN-COV2 veröffentlicht
12.10.2020

Das US-Biotechnologie-Unternehmen Regeneron hat vor wenigen Tagen die ersten Daten aus einer deskriptiven Analyse einer nahtlosen Phase 1/2/3-Studie mit seinem Antikörpercocktail gegen COVID-19 bekannt gegeben. Sie zeigen, dass REGN-COV2 die Viruslast reduziert und die Zeit bis zur Linderung der Symptome bei nicht hospitalisierten Patienten mit COVID-19 verkürzt. Patienten mit höherer Viruslast zu Studienbeginn profitierten am meisten von diesem Effekt.

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Quelle: hb/daz.online

Umfrage: Weitere Corona-Welle 2021 befürchtet
12.10.2020

Eine Mehrheit der Bundesbürger erwartet laut einer Umfrage auch im nächsten Jahr kein echtes Abflauen der Infektionszahlen. Dass sie Sorge vor einer weiteren Corona-Welle 2021 haben, bejahen 60 Prozent „voll“ oder „eher“, wie die Umfrage im Auftrag der Ergo-Versicherung ergab. „Gar nicht“ oder „eher nicht“ stimmen dem 18 Prozent zu. Am stärksten verbreitet ist diese Sorge demnach unter 18- bis 30-Jährigen mit 70 Prozent, am geringsten bei Menschen zwischen 31 und 40 Jahren mit 54 Prozent.

Sich selbst als Teil einer Risikogruppe sehen laut der Umfrage insgesamt 41 Prozent der Befragten. Am wenigsten sind es unter jüngeren Leuten bis 30 Jahre mit 11 Prozent, am meisten bei den über 60-Jährigen mit 75 Prozent. Verhaltensregeln zum Infektionsschutz stoßen weiter auf sehr hohe Akzeptanz – insgesamt 91 Prozent halten sich demnach nach eigenem Bekunden daran. Für die Online-Umfrage wurden den Angaben zufolge vom 11. bis 18. September 1000 Menschen ab 18 Jahren vom Marktforschungsinstitut „Heute und Morgen“ befragt.

Quelle: dpa/sn

Infektionsrisiko via Augen vermutlich gering
12.10.2020

Eine Corona-Infektion über die Augen ist nach Medizinerangaben unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Reibe man sich beispielsweise die Augen mit Corona-kontaminierten Händen, „wäre eine Übertragung auf die Nasenschleimhaut oder die Atemwege denkbar“, sagte Clemens Lange vom Universitätsklinikum Freiburg auf dem Jahreskongress der Deutschen Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

Es gibt durchaus Verbindungen zwischen den Augen und der Nase wie etwa den Tränenkanälen. Bei derzeitiger Studienlage „weist jedoch nichts darauf hin, dass wir die Augen als bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus betrachten müssen“, stellte Lange fest.

Einige Studien postulieren Lange zufolge, dass eine Ansteckung über die Bindehaut möglich ist. Es sei jedoch noch nicht eindeutig geklärt, ob die Zellen der Augenoberfläche genügend Eintrittspforten hätten. In keiner der Proben von 46 untersuchten Menschen seien relevante Mengen der für Corona wichtigen Rezeptoren ACE-2 oder TMPRSS2 in der Bindehaut festgestellt worden, sagte Lange, der an dieser Studie beteiligt war. Andere Forscher hatten in der Augenhornhaut Hinweise auf diese Rezeptoren gefunden, allerdings eine tatsächliche Corona-Übertragung darüber nicht geprüft.

Eine Übertragung über die Tränenflüssigkeit ist Lange zufolge ebenfalls eher unwahrscheinlich. „Der regelmäßige Lidschlag des Auges sowie die geringe Augenoberfläche dürften verhindern, dass ausreichend Viren ins Auge gelangen können.“ Auch enthalte der Tränenfilm von Corona-Infizierten nur sehr selten Virenerbgut.

„Obwohl wir derzeit eher keine Infektion über das Auge befürchten müssen, sind weitere Untersuchungen notwendig, um Aufschluss über die tatsächliche Infektiosität und mögliche Orte der Virusvermehrung zu erhalten“, mahnte DOG-Präsident Hans Hoerauf von der Universitätsmedizin Göttingen jedoch. Klinikpersonal sei trotz des offenbar geringen Risikos dringend zu raten, bei bestimmten intensivmedizinischen Arbeiten mit Coronapatienten die Augen durch eine Brille zu schützen.

Quelle: dpa/sn

SARS-CoV-2 laut Studie auf glatten Oberflächen länger überlebensfähig
12.10.2020

Auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays oder Bankautomaten kann das Coronavirus neuen australischen Forschungsergebnissen zufolge bis zu 28 Tage überleben – und damit länger als bislang angenommen. Das geht aus einer Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro hervor, die am Montag in der Zeitschrift §Virology Journal§ veröffentlicht wurde. §Bei 20 Grad Celsius, also etwa Raumtemperatur, fanden wir heraus, dass das Virus extrem robust ist und 28 Tage lang auf glatten Oberflächen wie Glas von Handybildschirmen und Kunststoff-Geldscheinen überlebt§, sagte Debbie Eagles, stellvertretende Direktorin des Zentrums für Seuchenvorsorge, das die Forschungsarbeiten durchführte.

Das Experiment wurde im Dunkeln durchgeführt – die Forschung habe bereits gezeigt, dass Sonnenlicht das Virus schnell abtöten könne, hieß es weiter. Bei früheren Studien habe das Virus nur bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen nachgewiesen werden können. Ähnliche Experimente für Influenza A hätten ergeben, dass dieses Virus 17 Tage lang auf Oberflächen überlebt habe. Das zeige, wie widerstandsfähig das Coronavirus sei.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es allerdings bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde und es zu Infektionen kam. Allerdings können den Angaben zufolge Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden.

Der australischen Studie zufolge überlebte das Virus auf glatten Oberflächen wie Glas, Edelstahl und Vinyl im Vergleich zu zusammengesetzten, porenreichen Oberflächen wie Baumwolle länger. Ein wichtiger Befund sei die Lebensdauer des Virus auf Glas. Denn Bankautomaten, Selbstbedienungskassen in Supermärkten und Check-in-Automaten an Flughäfen hätten Flächen, die häufig berührt und möglicherweise nicht regelmäßig gereinigt würden. Daher gelte die Regel weiter: Häufig Hände waschen und reinigen von Oberflächen.

Quelle: dpa/sn

 

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