Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 21. bis 25.09.2020

Bild: ezstudiophoto / stock.adobe.com

In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden, ab dem 15. Oktober gelten neue Quarantäneregeln für Reiserückkehrer und bei der Corona-App gibt es noch Verbesserungsbedarf. Wir versorgen Sie auch in dieser Woche wieder zeitnah mit wichtigen Meldungen zum Thema Corona.

Absichtliche Corona-Infektionen für Impfstoff-Tests geplant
25.09.2020
In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Projektbeteiligte schreibt. Man arbeite mit Partnern zusammen, um mithilfe von „Human Challenge“-Tests die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London.
„Human Challenge Trials“ – so lautet der englischsprachige Fachbegriff - haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoff unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann zu schauen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe.
„Human Challenge Trials“ sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.
Das federführend von dem Londoner Imperial College geleitete Projekt soll in der kommenden Woche offiziell vorgestellt werden und im Januar beginnen. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Über die US-amerikanische Organisation 1DaySooner, die sich für Challenge-Studien am Menschen stark macht, sollen sich bereits rund 2000 Freiwillige für ein solches Projekt in Großbritannien gefunden haben. Bislang waren Pläne für solche Tests vor allem theoretischer Natur.
Etliche potenzielle Impfstoffe gegen das Coronavirus werden weltweit bereits getestet. Einige aussichtsreiche Vakzine befinden sich bereits in der wichtigen Testphase III, in der überprüft wird, ob das Mittel nicht nur verträglich, sondern auch tatsächlich wirksam ist.

Quelle: dpa / cn

Dreyer zur Impfstrategie: Überzeugen statt verpflichten
25.09.2020


Nach der Bereitstellung eines Corona-Impfstoffs sollte es nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) keine allgemeine Impfpflicht geben. „Es ist besser, man überzeugt die Menschen, als dass man eine Impfpflicht einführt“, sagte Dreyer am Donnerstag während einer Pressereise auf einem Ausflugsschiff von Mainz nach Bingen.
„Impfen ist immer ein sensibles Thema“, sagte die Regierungschefin. „Es wird unser aller Aufgabe sein, für Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern zu werben.“ Der bisherige Verlauf der Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Menschen in Rheinland-Pfalz verantwortungsvoll mit der Situation umgehen könnten. „Ich bin daher sicher, dass eine große Mehrheit bereit sein wird, sich impfen zu lassen.“
Bei der Entwicklung einer nationalen Impfstrategie mit Beteiligung der Länder gehe es auch darum, Prioritäten zu bestimmen, sagte Dreyer. „Ich könnte mir vorstellen, dass vulnerable Gruppen und medizinisches Personal zuerst geimpft werden sollten, also alle, die besonders anfällig sind.“

Quelle: dpa / cn

Forschungsorganisationen plädieren für konsequentes Maskentragen
25.09.2020

In Anbetracht der bevorstehenden kühleren Monate plädieren die Präsidenten von vier großen deutschen Forschungsorganisationen für konsequentes Masken-Tragen in Innenräumen. „Ein wesentlicher saisonaler Faktor wird in der nun folgenden kalten Jahreszeit das vermehrte Aufhalten in geschlossenen Räumen sein. Dem kann durch ein konsequentes Tragen von Masken entgegengewirkt werden“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme der Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft.

Bei einer niedrigen Zahl von Neuinfektionen seien TTI-Strategien (englisch: Test-Trace-Isolate, deutsch: Testen-Nachverfolgen-Isolieren) wirksame Mittel zur Eindämmung von Sars-CoV-2, wie es unter Berufung auf Modellrechnungen heißt. TTI-Maßnahmen allein seien jedoch nicht ausreichend, um die Ansteckungsrate so gering wie möglich zu halten. Es müssten zusätzlich auch die AHA-Maßnahmen eingehalten werden, also Abstand halten, Hygienemaßnahmen einhalten und Alltagsmaske tragen. „Diese AHA-Maßnahmen sind notwendig, da eine perfekte Umsetzung des TTI nicht möglich ist, zum Beispiel weil Infektionen asymptomatisch verlaufen, die Quarantäne nicht perfekt ist oder Kontakte unentdeckt bleiben“, heißt es in dem Papier.

Quelle: dpa / cn

Neue Corona-Quarantäneverordnung für Einreisen ab 15. Oktober
25.09.2020

Zeitgleich mit einer für den 15. Oktober geplanten Einführung einer digitalen Anmeldung für nach Deutschland einreisende Menschen sollen die Bundesländer neue Quarantäne-Regeln beschließen. Anmelden muss sich über das neue Online-Portal demnach nur, wer sich vorher in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat.

Die neue Teststrategie für Einreisende werde auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt, so ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Hierfür erarbeitete das Ministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine neue Musterquarantäneverordnung, die dann jeweils von den Ländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden müsse. „Die digitale Einreiseanmeldung wird aus diesem Grund ebenfalls erst zu diesem Zeitpunkt – am 15. Oktober – eingeführt“.
Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält, so berichtet die Deutsche Presse Agentur (dpa) eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle – etwa am Flughafen durch die Bundespolizei – vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld. Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben. Um zu garantieren, dass alle Gesundheitsämter bis Mitte Oktober technisch in der Lage sein werden, die Daten auf einem sicheren Weg zu erhalten, soll es neben einer VPN-Tunnel-Lösung übergangsweise auch eine Möglichkeit zum Datenabruf von einem sicheren Portal der Deutschen Post geben.
Die Bundesregierung hat Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt nun vor Reisen dorthin. Darunter sind direkt an Deutschland grenzende Regionen in Tschechien und Österreich sowie die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands - Kopenhagen, Lissabon und Dublin.

Quelle: dpa / cn

Corona-Warn-App laut Ärztevertreter wenig effektiv
24.09.2020

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland schätzen Ärztevertreter die Wirksamkeit der Warn-App als äußerst gering ein. „Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, ist dieses Instrument in seiner derzeitigen Form für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die App spiele „in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle.“

Es komme „äußerst selten vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei uns meldet“, sagte Teichert. Die Politik habe entschieden, „den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen“. Dies müsse man so akzeptieren.

Aus Teicherts Sicht wäre es hilfreich, wenn die App eine Funktion hätte, mit der die Nutzer eine direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt zumindest freiwillig zulassen könnten. Damit würden die zuständigen Behörden „wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten zügig Maßnahmen ergreifen, um einen Corona-Ausbruch einzudämmen. Dies ist ein entscheidender Punkt“, sagte Teichert. Derzeit bleibe es dagegen den App-Nutzern überlassen, ob sie sich nach einem registrierten Kontakt mit einem Infizierten bei den Gesundheitsämtern meldeten. „Ob sie es tatsächlich tun, lässt sich nicht überprüfen“, sagte Teichert.

Quelle: dpa/sn

Putin kündigt Registrierung von zweitem Corona-Impfstoff an
24.09.2020

Kremlchef Wladimir Putin hat einen weiteren russischen Impfstoff gegen das Coronavirus in Aussicht gestellt. Das zweite Mittel werde bald in Russland registriert, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Moskau vor Vertretern des russischen Oberhauses. Details nannte er nicht. Berichten zufolge wird derzeit ein Impfstoff des staatlichen Vektor-Forschungszentrums für Virologie und Biotechnologie getestet. Demnach befindet sich der Stoff in der klinischen Phase und soll in den nächsten Wochen an Tausenden Freiwilligen angewendet werden.

Auch in anderen Ländern schreitet die Impfstoffentwicklung rasant vorran. Wie die chinesische National Medicinal Products Administration (NMPA) jüngst verkündete, sollen bereits im November mehrere Impfstoffe in China öffentlich verfügbar sein.
Weiterlesen auf DAZ.online

Quelle: dpa/sn

FDA: Keine politische Einmischung bei Impfzulassung
24.09.2020

Der Chef der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, hat versichert, dass er keinen politischen Einfluss auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen erlauben wird. Die Entscheidung werde allein von Experten der FDA auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen, sagte Hahn bei einer Anhörung im US-Senat am Mittwoch. „Die FDA wird keine Einmischung von wem auch immer zulassen.“

In den vergangenen Wochen hatte Präsident Donald Trump für Aufsehen damit gesorgt, dass er Mitarbeitern der Behörde vorwarf, Impfstoff-Tests absichtlich zu verzögern. Außerdem hatte er – entgegen Einschätzung von Experten - wiederholt angekündigt, dass ein Impfstoff bereits Ende Oktober zugelassen werden könnte, also noch kurz vor der Präsidentenwahl am 3. November.

Quelle: dpa/sn

Anteil positiver Corona-Tests gestiegen
24.09.2020

Zuletzt fiel ein größerer Anteil der in Deutschland durchgeführten Corona-Tests positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht von Mittwochabend schrieb. Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen. Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 38 rund 1,086 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,121 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 12.900 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 9.700 noch deutlich weniger.

Quelle: dpa/sn

Johnson & Johnson startet entscheidende Testphase
23.09.2020

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff hat nun auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet. In einer Phase III-Studie mit bis zu 60.000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten namens JNJ-78436735 überprüft werden, wie die deutsche Unternehmens-Tochter Janssen-Cilag am heutigen Mittwoch in Neuss mitteilte.

Die Besonderheit des Impfstoffs ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Die Ergebnisse der bisherigen klinischen Tests seien positiv verlaufen, hieß es. Das Unternehmen hofft, dass Anfang 2021 die ersten Dosen des Impfstoffs „für den Notfallgebrauch“ zur Verfügung stehen.

Quelle: dpa/sn

Corona-App wird ausgebaut
23.09.2020

Die deutsche Corona-Warn-App wird um neue Funktionen ergänzt und kann künftig auch in zehn weiteren europäischen Ländern eingesetzt werden. Das kündigten die Hersteller der Anwendung, SAP und Deutsche Telekom, am Mittwoch in Berlin an. Die App werde künftig auch Krankheitssymptome abfragen, sagte SAP-Technikchef Jürgen Müller. Die Eingabe sei freiwillig. „Diese Daten werden auch nicht geteilt, sondern nur lokal auf dem Smartphone abgespeichert.“ Die Angabe der Symptome helfe bei der Einschätzung, wie kritisch eine Risikobegegnung gewesen sei.

Zudem soll die App künftig auch in zehn weiteren europäischen Ländern genutzt werden können und dort mit nationalen Corona-Warn-Apps kommunizieren: Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Polen und Spanien. Länder wie Frankreich, die technisch einen zentralen Ansatz zur Datenspeicherung gewählt haben, könnten dagegen nicht integriert werden.

Quelle: dpa/sn

Forscher kritisieren These zu Corona-Ursprung
23.09.2020

In sozialen Netzwerken kursiert derzeit die Behauptung einer chinesischen Virologin, das Coronavirus sei von China in einem Labor hergestellt und absichtlich freigesetzt worden. Die globale Wissenschaftsgemeinde widerspricht vehement. „Es wurden Daten einseitig interpretiert. Alles, was gegen ihre Hypothese spricht, wurde einfach nicht berücksichtigt“, sagte Friedemann Weber, Virologe an der Uni Gießen.

Li-Meng Yan hatte ihre These Mitte September auf einen Server für sogenannte Preprints hochgeladen - für Arbeiten also, die noch nicht von anderen Forschern begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht sind. „Was da drin steht, hält einem wissenschaftlichen Gutachtertum nicht stand“, monierte Weber. Beim US-Sender Fox News erweiterte Yan ihre Behauptung noch: SARS-CoV-2 sei nicht nur künstlich hergestellt, sondern auch absichtlich freigelassen worden.

Webers Urteil deckt sich mit dem von Fachkollegen. Der Virologe Stephan Ludwig aus Münster sieht in Yans Aufsatz eine „Vermischung aus Daten und Vermutungen“. Er verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift „Nature“. Deren Autoren kamen schon im März zu dem Schluss, dass eine Herstellung des Virus im Labor unwahrscheinlich sei. Laut Weber liegt das etwa am Aufbau der Bindestelle zwischen Virus und Zelle: „Wenn man so ein Virus absichtlich konstruieren wollte, würde es anders aussehen.“

Frank Hufert, Virologe an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, gibt bei Yans Aussage, China habe das Virus absichtlich freigesetzt, noch einen weiteren Aspekt zu bedenken: „Es gibt für diese Krankheit auch in China keinen Impfstoff und keine Therapie“, sagte er. „Ich sehe keinen Grund, warum man einen Ausbruch im eigenen Land starten und damit Menschen und Wirtschaft gefährden sollte.“

Auch zahlreiche andere Forscher etwa aus Großbritannien, Frankreich und den USA kritisierten den Beitrag als unwissenschaftlich.

Quelle: dpa/sn

Regierung: Corona-App intensiver nutzen
23.09.2020

Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die neue Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. „Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am heutigen Mittwoch in Berlin bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen. Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5.000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine „große Erfolgsgeschichte“. Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400.000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. Spahn betonte, die App sei „kein Allheilmittel“. Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Die App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen.

Quelle: dpa/sn

Forscher: Selbstversuche bei Corona-Impfungen müssen reguliert werden
23.09.2020

Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern Wissenschaftler aus den USA und Dänemark. Diese Form der Forschung werfe viele rechtliche und ethnische Fragen auf, erläutern sie im Fachmagazin „Science“. Wenn diese nicht angegangen würden, könne das Vertrauen der Menschen in die Entwicklung sicherer Corona-Impfstoffe beeinträchtigt werden.

Mehrere Wissenschaftler in den USA haben eigenen Angaben zufolge bereits selbst zusammengemischte Corona-Impfstoffkandidaten am eigenen Körper ausprobiert. Unter anderem aus Russland und China gibt es ähnliche Berichte.

Der Drang danach könne aus dem Irrglauben entstehen, dass Selbstversuche keinen zeitaufwendigen Überprüfungen und Regularien unterlägen, schreiben die Forscher um Christi Guerrini vom Baylor College of Medicine in der texanischen Metropole Houston. Das sei aber faktisch und rechtlich falsch. Die US-Arzneimittelbehörde FDA müsse ihre entsprechenden Regeln und ihre Autorität klarstellen. Andernfalls sei zu befürchten, dass in einer von Impfskeptizismus geprägten und hoch politisierten Pandemie das Vertrauen der Menschen in jeglichen wie auch immer entwickelten Impfstoff untergraben werde.

Quelle: dpa/sn

Virologin: Fieberambulanzen gute Idee, aber irreführender Name
23.09.2020

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagenen Fieberambulanzen für „eine gute Idee für den Herbst und den Winter“. Eine spezielle Einrichtung, in der sich Patienten mit Atemwegsinfekten vorstellen können, „macht generell Sinn“, sagte sie am Dienstag im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Solche Ambulanzen entlasteten die Arztpraxen und verringerten die Ansteckungsgefahr für andere Patienten im Wartezimmer.

„Nicht so gelungen“ findet die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt den Namen Fieberambulanz. Er könne dazu führen, dass nur Menschen mit Fieber diese Ambulanzen aufsuchten, aber nicht jeder Patient mit COVID-19 entwickle Fieber.

Falsch findet die Virologin den Vorschlag, in den Ambulanzen einen Antigentest anzubieten. Diese Art Test liefert ein Ergebnis zwar schon nach wenigen Minuten, der aussagekräftigere PCR-Test dauert mehrere Stunden. „Aber da bin ich nicht dafür“, betonte Ciesek. „Bei symptomatischen Patienten sollte man möglichst die richtige Diagnose mit einem sensitiven Test, also der PCR, haben.“

Quelle: dpa/sn

Spahn will sich für verstärkte Wirkstoffproduktion in der EU einsetzen
23.09.2020

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Lehren aus der Corona-Krise für den Medizinstandort Deutschland ziehen. Nach einem Besuch bei dem Arzneimittelkonzern Boehringer Ingelheim sagte er am Dienstagabend: „Wir haben in dieser Krise schmerzhaft erlebt, dass wir nicht zu sehr abhängig sein wollen von China und anderen Regionen auf der Welt, wenn es um sensible medizinische Produkte geht – sei es um Schutzmasken oder Wirkstoffe für Arzneimittel.“

Er wolle sich in der EU dafür einsetzen, „dass wir in Europa wieder verstärkt Produktion von Wirkstoffen im Arzneimittelbereich“ haben, sagte Spahn in Ingelheim weiter. „Wir wussten eigentlich schon vor Corona, dass das auf Dauer nicht gut ist, wenn bestimmte Wirkstoffe nur von ein, zwei Herstellern auf der Welt – in aller Regel im asiatischen Raum – hergestellt werden.“ Zu Stärkung des heimischen Pharmastandortes könne die Politik Anreize setzen bei den Investitionsförderungen und den Rahmenbedingungen für Produktion und Forschung sowie beim Vergaberecht, um Sicherheit in der Lieferfähigkeit zu haben.

Quelle: dpa/sn

Spahn schließt Schnellzulassung für Impfstoff aus
22.09.2020

Eine Schnellzulassung bei einem Corona-Impfstoff wird es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht geben. Schnelligkeit sei nicht die Hauptpriorität bei der Entwicklung, sondern Sicherheit und Wirksamkeit, sagte Spahn am Dienstag in Frankfurt am Main. Der Minister betonte, es werde ein freiwilliges Impfangebot geben. Er sei sicher, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung ausreiche.

Spahn startete in einem Industriepark im Stadtteil Höchst einen Testlauf einer Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi. Der Impfstoff wird derzeit getestet, mit Ergebnissen wird Anfang Dezember gerechnet.

Quelle: dpa/sn

EU: Schutzausrüstungs-Reserve wird weiter ausgebaut
22.09.2020

Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa baut die Europäische Union weiter gemeinsame Reserven an medizinischen Schutzmasken auf. Nach Deutschland und Rumänien hätten sich nun auch Dänemark, Griechenland, Ungarn und Schweden bereit erklärt, im Auftrag aller EU-Staaten Depots anzulegen, erklärte EU-Kommissar Janez Lenarcic am heutigen Dienstag.

Der Aufbau der gemeinsamen Reserve hatte im Frühjahr begonnen, als viele Staaten in der Corona-Krise viel zu wenig Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger hatten. Aus dieser Reserve seien inzwischen 520.000 medizinische FFP2- und FFP3-Masken an die EU-Staaten Italien, Spanien, Kroatien und Litauen sowie an die Nachbarn Nordmazedonien, Montenegro und Serbien verteilt worden, sagte Lenarcic.

Die Vorräte werden aus dem Gemeinschaftsetat der EU finanziert. Einzelne EU-Staaten schaffen das Material an und lagern es. Im Notfall wird es nach Bedarf verteilt.

Quelle: dpa/sn

Vorsicht bei Desinfektion mit UV-C-Strahlung
22.09.2020

Bei der Bekämpfung des Coronavirus mit UV-C-Desinfektion sollten Menschen nicht der Strahlung ausgesetzt sein. Darauf weist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am heutigen Dienstag hin. Die UV-Strahlung könne Haut und Augen schädigen und sei nachgewiesenermaßen krebserregend, teilte die Behörde mit Sitz im niedersächsischen Salzgitter mit.

Ein Einsatzgebiet für UV-C-Strahlung ist nach BfS-Angaben die Entkeimung von Oberflächen beispielsweise in Laboren. Zur Desinfektion von Luft, Wasser und Oberflächen werde die Strahlung schon seit längerem eingesetzt. Üblicherweise sei dabei keine Person im Raum oder niemand der Strahlung ausgesetzt. Die Präsidentin des Bundesamts, Inge Paulini, betonte nun, dass UV-C-Strahlung keinesfalls zur Desinfektion am Körper eingesetzt werden sollte.

Das Strahlenschutzamt reagiert mit dem Hinweis darauf, dass in der der Corona-Pandemie darüber diskutiert wird, in welchem Maß UV-C-Strahlung zur Desinfektion eingesetzt werden kann. Zuletzt hatte es beispielsweise Berichte über Tests in Bahnhöfen geben, bei denen etwa Handläufe von Rolltreppen keimfrei gemacht werden sollten.

Quelle: dpa/sn

Impfstoff: 5 bis 15 Euro pro Dosis realistisch
22.09.2020

Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

Die EU-Kommission hatte mit den Herstellern Sanofi und GSK sowie mit AstraZeneca Rahmenverträge über die Lieferung von mehreren Hundert Millionen Dosen Impfstoff geschlossen. Mit weiteren Herstellern sind Sondierungsgespräche abgeschlossen. Bisher ist allerdings noch keiner der Impfstoffe abschließend getestet und zugelassen.

Quelle: dpa/sn

Ethikrat: Nein zu Immunitätsnachweis

Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien „erhebliche Unsicherheiten“ über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer am Dienstag in Berlin vorgelegten Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen „zweifelhafter Verlässlichkeit“ und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ethikrat im Frühjahr um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund war breite Kritik an ursprünglichen Plänen, dass Immunitätsausweise auch Ausnahmen von Alltagsbeschränkungen ermöglichen könnten. Spahn zog die Pläne auch nach scharfem Protest des Koalitionspartners SPD zurück.

Das Nein des Ethikrats zu Corona-Immunitätsnachweisen zum jetzigen Zeitpunkt fiel einstimmig aus. Für den Fall, dass eine Immunität künftig hinreichend verlässlich nachweisbar sein sollte, gab es demnach unterschiedliche Auffassungen, inwiefern eine Einführung solcher Bescheinigungen zu empfehlen wäre. Dem Gremium gehören 26 Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen an. Sie werden vom Bundestagspräsidenten berufen.

Weiterlesen

Quelle: dpa/sn

Marburger Bund erachtet Fieberambulanzen als „sehr sinnvoll“
22.09.2020

Der Ärzteverband Marburger Bund unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Spiel gebrachten Pläne zu sogenannten Fieberambulanzen. Sie seien „sehr sinnvoll“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der „Passauer Neuen Presse“. „Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen sich scheuen, zum Arzt oder in die Klinik zu gehen. Je klarer wir die Wege für mögliche COVID-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen.“

Mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen sagte Johna der Zeitung: „Ich bin weniger besorgt, als ich es im Frühjahr war. Wir wissen mittlerweile viel mehr über das Virus.“ Es gebe genug Schutzkleidung und Masken. Nun gehe es darum, bei den Schutzmaßnahmen nicht nachzulassen.

Auch Spahn hält Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus für besser gerüstet als noch im Frühjahr. „Wir wissen zum Beispiel besser, wie wir die Intensivkapazitäten in den Kliniken genauer, zielgenauer auch steuern können“, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in einem ARD-„Extra“.

Quelle: dpa/sn

Studie: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge wohl recht verbreitet
22.09.2020

Einer kleinen Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener COVID-19-Erkrankungen sein. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer, berichten Forscher um Liam Townsend vom Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin. Von 128 einbezogenen Patienten fühlten sich demnach etwas mehr als die Hälfte nach der Genesung noch für Wochen abgeschlagen. Ein Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung war nicht erkennbar, wie das Team im Vorfeld einer Konferenz zu Corona-Themen mitteilte.

Die Teilnehmer waren nach im Mittel zehn Wochen nach der Genesung in die Analyse einbezogen worden. 67 Prozent aller Probanden mit Ermüdungssyndrom waren weiblich. Häufiger betroffen waren zudem Menschen, bei denen früher Angstzustände oder Depressionen diagnostiziert worden waren. Von 61 Teilnehmern ohne andauernde Abgeschlagenheit hatte nur einer bereits eine solche psychische Störung. Von 67 Personen mit anhaltender Müdigkeit hatten neun zuvor Angstzustände oder Depressionen.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 50 Jahre alt. Zusammenhänge etwa mit Entzündungswerten im Blut schlossen die Experten aus. Sie plädieren dafür, das Phänomen genauer zu untersuchen. Die Forscher wollten ihre Ergebnisse auf einer Online-Konferenz zum Coronavirus präsentieren, die vom 23. bis 25. September stattfindet.

Quelle: dpa/sn

Spahn plant Einrichtung von Fieberambulanzen
21.09.2020

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pläne zur Einrichtung sogenannter Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. „Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle“, sagte Spahn am Montag in Berlin. Der CDU-Politiker sprach von „Schwerpunktsprechstunden“, „Schwerpunktpraxen“ und „regionalen Fieberambulanzen“, an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

Der „Rheinischen Post“ hatte Spahn zuvor gesagt, er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche „Fieberambulanzen“ vor Ort anbieten würden. „Konzeptionell gibt es die schon – sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein.“

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit kündigte der Gesundheitsminister für Mitte Oktober eine neue Corona-Teststrategie, Testverordnung sowie neue Quarantäneregeln an. So sollen etwa Schnelltests Bestandteil der neuen Teststrategie werden, weil sie mittlerweile auch qualitativ besser seien. Spahns Angaben zufolge könnten so beispielsweise Besucher von Pflegeheimen schnell getestet werden, um direkt ein Ergebnis zu erfahren.

Die aktuelle „Dynamik“ bei den Ansteckungen in Europa nannte Spahn „besorgniserregend“. „Es gibt kein Nachbarland direkt zu Deutschland, dass nicht ein mehrfaches unserer Infektionszahlen bezogen auf die Bevölkerungsgröße hat, und das führt natürlich auch zu Eintrag nach Deutschland hinein.“

Quelle: dpa/sn

Positives Votum der EMA für Dexamethason
21.09.2020

Schon im Juni war in der Berichterstattung zum Coronavirus zu lesen: „WHO feiert Studienergebnisse zu COVID-19-Medikament als ‚Durchbruch’“. Die Ergebnisse zum Dexamethason-Arm der RECOVERY-Studie, um die es ging, waren damals allerdings noch gar nicht von anderen Experten begutachtet worden. Ende Juli wurde dann bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Ergebnisse überprüft – seit vergangenem Freitag befürwortet sie nun den Einsatz von Dexamethason bei COVID-19-Patienten mit Sauerstoffgabe oder künstlicher Beatmung.

Weiterlese auf DAZ.online

Quelle: daz.online/dm

München: Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen kommt
21.09.2020

Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Stadt München eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Krisenstabes der Stadt, der am Montagvormittag wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen getagt hatte. Die Regelung soll von Donnerstag an gelten. Zudem führt die Stadt wegen steigender Corona-Zahlen wieder Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ein.

So dürften sich in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag in München. Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie. Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreicht. Damit ist ein wichtiger Grenzwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen überschritten worden.

Quelle: dpa/sn

Bundesarbeitsministerium ergänzt AHA-Regel
21.09.2020

Im Hinblick auf die kommenden Herbst- und Wintermonate hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales vergangene Woche die AHA-Regel ergänzt. „Die Formel „AHA“ für Abstand, Hygiene und Alltagsmasken hat uns bislang gut durch die Corona-Zeit geholfen. Jetzt kommt noch ein „L“ für Lüften dazu, damit der Infektionsschutz noch wirksamer wird“, so Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. „Gutes und ständiges Lüften schützt die Gesundheit. Und dort, wo raumlufttechnische Anlagen installiert sind, lautet das Gebot der Stunde: Mehr Frischluftzufuhr, weniger Umluft. Denn durch den ordnungsgemäßen Betrieb von raumlufttechnischen Anlagen und durch fachgerechtes Lüften, kann die Infektionswahrscheinlichkeit durch SARS-CoV-2 reduziert werden.“ Eine entsprechende Empfehlung zum infektionsschutzgerechten Lüften wurde vergangene Woche durch die Bundesregierung beschlossen.

Quelle: bmas/sn

München: Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen als Option
21.09.2020

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. „Ich will keinem die Freude nehmen“, sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. „Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern.“

Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger. „München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen.“

Sorgen bereiteten ihm nicht professionell organisierte Veranstaltungen. „Das Problem sind die privaten Feiern“, sagte er. „Wenn die Vernunft nicht hilft, dann muss gesteuert werden.“ Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas bayernweit weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor weiteren Einschränkungen zu bewahren.

Quelle: dpa/sn

 

Hier geht es zu den Meldungen der vergangenen Tage