Biberach/Riß / Nachruf Hartwig Abraham

Nach kurzer Krankheit und nur wenige Tage vor seinem 71. Geburtstag verstarb Herr Hartwig Abraham am 30. Mai 2014. Von 1977 bis 2009 unterrichtete er als Technischer Oberlehrer am Berufs­kolleg für PTA der Karl-Arnold-Schule in Biberach. Auch nach seiner offi­ziellen Pensionierung unterstützte er die Karl-Arnold-Schule für weitere zwei Jahre bei der Ausbildung von PTA in chemisch-pharmazeutischen Übungen. Am 14. Juni 1943 in Buxtehude ge­boren, beendete Hartwig Abraham 1963 seine Ausbildung zum Chemielaboranten und absolvierte 1970 sein Examen zum staatlich geprüften Chemotech­niker. Bevor er im September 1977 an die damalige Gewerbliche Schule Biberach wechselte, war er an der Fachhochschule Jülich tätig. Seine große Begeisterung für die Chemie zeigte sich schon in jungen Jahren, als er als Jugendlicher Explosionskörper aus Schwarzpulver bastelte. Über die chemisch-pharmazeutischen Übungen hinaus galt sein besonderes Engagement dem Umweltschutz im Chemieunterricht. So nahm er mehrfach erfolgreich mit seinen Schülerinnen und Schülern am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Sein pädagogisches Wirken war immer von großer Empathie sowohl für seine Schülerinnen und Schüler als auch für seine Kolleginnen und Kollegen geprägt. Dabei war ihm die Begeisterung für die Chemie eine besondere Herzensangelegenheit. Er veröffentlichte auch Artikel mit dem Schwerpunktthema Chemie in der PTAheute und trat 1997­ darüber hinaus als ­Co-Autor des Buches „Hexenkraut und Zaubertrank – unsere Heilpflanzen in ­Sagen, Aberglaube und Legenden“ in Erscheinung. Seit 1987 war er als Referent zahlreicher Fortbildungskurse beim Förderverein für berufliche Fortbildung (FbF) in Biberach aktiv. Sein weiteres Interesse galt der Geschichte und Historik: Er forschte und publi­zierte unter anderem über die Ge­schichte der Biberacher Gewerbeschule, der evangelischen Kirchengemeinde in seinem Wohnort Ummendorf sowie über die Geschichte der Biberacher Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie. In den letzten Jahren richtete er zu Hause ein Labor ein, um dort die Schüler­experimente für die Hektor-Kinder­akademie vorzubereiten, an der er bis zuletzt zahlreiche Kurse auf dem Gebiet der Chemie leitete. Seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Karl-Arnold-Schule werden Hartwig Abraham in dankbarer Erinnerung behalten.