Schützt die Ehe das Herz?

Bild: hiekelmedien/stock.adobe.com

Etwa 80 Prozent der Herzerkrankungen und Schlaganfälle werden mit den bekannten Risikofaktoren in Verbindung gebracht – unter anderem höheres Lebensalter, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes. Aber was ist mit den übrigen 20 Prozent? Wissenschaftler verfolgen hier eine neue Spur: den Familienstand.

Einflussfaktor Familienstand

Der Beziehungsstatus sollte beachtet werden, wenn es um das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen geht. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler aufgrund einer großen weltweiten Studie, die unter britisch-australischer Leitung stand. Darin hatten verheiratete beziehungsweise unverheiratete Menschen ein unterschiedlich hohes Risiko, eine Herzerkrankung zu bekommen oder daran zu sterben.

Unverheiratete haben höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen

Für die Studie wurden mehr als zwei Millionen Menschen im Alter von 42 bis 77 Jahren aus Europa, Skandinavien, Nordamerika, dem mittleren Osten und Asien betrachtet. Die Analyse ergab für unverheiratete Menschen (nie verheiratet, geschieden oder verwitwet) ein um 42 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 16 Prozent erhöhtes Risiko für Herzgefäßerkrankungen. Außerdem war bei den Unverheirateten das Risiko für einen tödlichen Ausgang einer Herzgefäßerkrankung um 42 Prozent höher als bei den Verheirateten. Das Risiko für einen Tod durch Schlaganfall lag sogar um 55 Prozent höher.

Wirklich ein eigener Risikofaktor?

Die Wissenschaftler schlussfolgern aus ihrer Studie, dass die sozialen Umstände und der Familienstand eines Patienten genauer betrachtet werden sollten. Gegebenenfalls müssten die Patienten eine spezielle Unterstützung bekommen. Nun gilt es aber noch herauszufinden, ob das Unverheiratet-Sein tatsächlich ein eigenständiger, unabhängiger Risikofaktor ist. Es könnte ja auch sein, dass es sich eher um einen Ersatzmarker für ein negatives Gesundheitsverhalten handelt. So wäre etwa denkbar, dass sich Unverheiratete generell ungesünder ernähren.

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann