Milben – stechende Plage aus dem Gras

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Dass man sich draußen vor Zecken in Acht nehmen muss, wissen inzwischen die meisten Menschen. Eine andere stechende Plage ist dagegen weniger bekannt: Von etwa Juli bis Oktober muss man beim Aufenthalt im Grünen mit den Larven der Herbstmilbe rechnen. Die winzigen Spinnentierchen übertragen zwar anders als Zecken keine gefährlichen Krankheitserreger, äußerst unangenehm sind ihre Stiche dennoch.

Im Sommer und Frühherbst

Die winzigen Übeltäter haben regional unterschiedliche Bezeichnungen: „Herbstbeiß“, „Heukrätze“ oder „Erntemilbe“ zum Beispiel. Es handelt sich um verschiedene Arten von Laufmilben. Die in Deutschland häufigste Art ist die eigentliche Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis). In manchen Gegenden (vor allem in Süddeutschland) entwickelt sie sich im Spätsommer und Frühherbst zu einer regelrechen Plage, berichtet die Stiftung Kindergesundheit.

Übeltäter: winzige Larven

Die erwachsene Milbe – ein etwa zwei Millimeter großes Spinnentierchen – stellt dabei keine Gefahr dar. Stechende Parasiten sind nur ihre winzigen Larven. Sie sind orangerot und mit bloßem Auge kaum zu erkennen, denn sie messen lediglich 0,3 Millimeter. An warmen Tagen werden sie besonders aktiv, vor allem am Spätnachmittag. Die Milbenlarven halten sich auf niedriger Vegetation, in einer Höhe von höchstens 20 Zentimeter, auf. Häufig kommen sie auf Wiesen, in Grünanlagen und in Gärten vor, wo sie zum Beispiel spielende Kinder oder Familien beim Picknick befallen.

Bevorzugt an Stellen mit dünner Haut

Die natürlichen Wirte der Milbenlarven sind vor allem Mäuse und andere Nagetiere sowie Vögel. Wenn sich die Larven auf den Menschen verirren, legen sie an Armen und Beinen meist größere Strecken zurück und stechen dann dort zu, wo ein Kleidungsstück sie an der Fortbewegung hindert. Das kann ein Hosenbund oder das Ende eines Söckchens sein. Häufig sind dünne Hautpartien wie Kniekehlen, Leistengegend, Knöchel oder Achselhöhlen betroffen. Oft finden sich die Stiche in Gruppen gehäuft. Es können sogar 30 bis 50 Stiche sein. Sie zeigen sich zunächst als kleine rote Hautknötchen.

Quälender Juckreiz

Die Milbenlarven saugen nicht Blut, sondern lösen mit ihren Speichel das Gewebe punktuell an. Dann nehmen sie die dort austretende Gewebsflüssigkeit auf. Nach dem Saugen, das einige Stunden dauern kann, lassen sie sich abfallen. Nach einigen Stunden bis zu zwei Tagen beginnt dann das große Jucken. Aus den kleinen Knötchen können sich Quaddeln und Hautrötungen bilden. Beim Kratzen besteht Infektionsgefahr.

Rasen kurzhalten

Zur Linderung des Juckreizes und um Sekundärinfektionen zu vermeiden, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit, die Stichstellen mit 70-prozentigem Alkohol oder juckreizlindernden Mitteln zu behandeln. Um Milben vom eigenen Garten fernzuhalten, lautet der Expertenrat: Rasen kurzhalten und den Grasschnitt nicht liegen lassen. Repellents können die Larven vom Stechen abhalten.  

Quellen: Stiftung Kindergesundheit; www.grasmilben.info

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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