#gutergänzt

Eine gute Beratung in der Apotheke zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass PTA den Kunden hilfreiche Informationen zu Anwendung und Wirkweise der verordneten Arzneimittel geben können. Doch mit jeder Wirkung gibt es auch Nebenwirkungen und so kann das Apothekenpersonal gute Ergänzungen empfehlen, um unerwünschte Symptome zu vermeiden. In unserer Serie #gutergänzt stellen wir gängige Präparate vor und erläutern, was Sie Ihren Kunden empfehlen können.

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Pantoprazol & Co.: Darm­schleimhaut rückt in den Fokus

Bei der dauerhaften Einnahme von Protonenpumpenhemmern sollte die Darmschleimhaut im Auge behalten werden. | Bild: Ingo Bartussek

Pantoprazol gehört zu den meistverordneten Arzneistoffen in Deutschland. Viele Patientinnen und Patienten nehmen Protonenpumpenhemmer (PPI) nicht nur für einige Wochen, sondern über Monate oder sogar Jahre ein. In der Apotheke berichten Betroffene dabei immer wieder über Begleiterscheinungen wie Blähungen, Völlegefühl oder Verdauungsbeschwerden.

Die Darmschleimhaut – mehr als nur eine Hülle

Die Darmschleimhaut bildet die innere Grenzschicht zwischen Darminhalt und Organismus. Sie schützt vor Krankheitserregern, Schadstoffen und unverdaulichen Bestandteilen der Nahrung. Gleichzeitig dient sie als Lebensraum für zahlreiche nützliche Darmbakterien.

Für eine funktionierende Darmbarriere sind sogenannte Tight Junctions entscheidend. Sie verbinden die Epithelzellen miteinander und regulieren, welche Stoffe die Darmwand passieren dürfen. Wird diese Barriere gestört, kann die Durchlässigkeit des Darms zunehmen.

Was beeinflusst die Darmbarriere?

Die Darmbarriere steht unter dem Einfluss zahlreicher Faktoren. Neben Entzündungen und Ernährungsgewohnheiten können auch Medikamente eine Rolle spielen. Wissenschaftler diskutieren zunehmend, wie sich Arzneistoffe auf Mikrobiom und Darmbarriere auswirken und welche Bedeutung dies für die langfristige Darmgesundheit haben könnte.

Wer Patientinnen und Patienten zu einer langfristigen PPI-Therapie berät, sollte nicht nur an die Magensäure denken, sondern auch die Darmgesundheit im Blick behalten.

Ein ungewöhnlicher Bewohner der Darmschleimhaut

Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit das Bakterium Akkermansia muciniphila. Der Mikroorganismus wurde erst 2004 beschrieben und macht etwa 0,5 bis 5 Prozent des Darmmikrobioms aus. Sein Name bedeutet übersetzt „schleimliebend“ – und genau dort lebt er: in der Schleimschicht der Darmschleimhaut. Anders als viele andere Darmbakterien nutzt Akkermansia muciniphila Bestandteile des Schleims als  Darmbarriere.

Was sagen die Studien?

Forschende untersuchen seit einigen Jahren intensiv die Wechselwirkungen zwischen Akkermansia muciniphila und der Darmschleimhaut. Im Mittelpunkt steht dabei das Oberflächenprotein Amuc_1100, das mit Darmepithelzellen interagieren kann und möglicherweise an der Stabilisierung der Darmbarriere beteiligt ist. Außerdem zeigen verschiedene Untersuchungen, dass niedrige Mengen von Akkermansia muciniphila häufiger bei Stoffwechsel- und Darmerkrankungen beobachtet werden. Ob dies Ursache oder Folge der Erkrankungen ist, bleibt allerdings Gegenstand aktueller Forschung.

Mit ProBio-Cult® AKK1 steht mittlerweile ein Nahrungsergänzungsmittel mit pasteurisierter Akkermansia muciniphila MucT® zur Verfügung. Die Pasteurisierung soll die Stabilität des Bakteriums verbessern, während relevante Zellbestandteile erhalten bleiben. Ergänzt wird die Formulierung durch Riboflavin, das zur Erhaltung normaler Schleimhäute beiträgt.

 Patientinnen und Patienten mit langfristiger PPI-Therapie fragen häufig nach Möglichkeiten, ihre Darmgesundheit zu unterstützen. Während bislang vor allem Probiotika im Mittelpunkt standen, rückt zunehmend auch die Darmschleimhaut als wichtiger Bestandteil der Darmbarriere in den Fokus. Die Forschung zu Akkermansia muciniphila liefert spannende Ansätze, belastbare klinische Empfehlungen lassen sich derzeit jedoch noch nicht ableiten.

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