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Infektionsgefahr auch für Katzen und Hunde: COVID-19: Besser nicht mit Haustieren schmusen

Bei einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion sollte man auf Kuscheln mit Haustieren verzichten und bei Kontakt eine Maske tragen denn auch Stubentiger können sich infizieren. | Bild:  Ihor / AdobeStock

Hauskatzen können sich infizieren

Frühere Beobachtungen hatten schon darauf hingedeutet. Nun bestätigt es eine aktuell publizierte Studie, die von deutschen und niederländischen Forschern unter Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover durchgeführt wurde: Hauskatzen können sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren.

Mehr als vier Prozent positiv getestet

Für die deutsch-niederländische Studie wurden mehr als 2.000 Blutproben von Hauskatzen auf SARS-CoV-2-Antikörper untersucht. Die Blutproben stammten aus vier europäischen Ländern – Deutschland, England, Italien und Spanien. Das Ergebnis: Insgesamt fanden die Forscher in 4,4 Prozent aller Blutproben SARS-CoV-2-spezifische Antikörper. Der Anteil positiv getesteter Katzen war mit 6,4 Prozent in Spanien am höchsten, in Großbritannien mit 3,3 Prozent am niedrigsten. Die Blutproben der deutschen Katzen waren zu 4,2 Prozent Antikörper-positiv.

Ansteckung beim Menschen wahrscheinlich

Die Ergebnisse konnten zwar nicht mit dem Infektionsstatus der Katzenhalter abgeglichen werden. Dennoch sehen die Forscher einen Zusammenhang mit menschlichen Infektionen. Die Katzen hätten sich wahrscheinlich bei ihren Besitzern angesteckt. Für den umgekehrten Infektionsweg – also die Virusübertragung von der Katze auf den Menschen – sehen Wissenschaftler derzeit keine Hinweise. Allerdings können erkrankte Katzen das Virus ausscheiden. Experimentellen Studien zufolge ist eine Übertragung des Virus auf andere Katzen möglich. Auch Hunde können sich mit SARS-CoV-2 anstecken. Allerdings kommt dies wohl seltener vor als bei Katzen.

Atemwegs- oder Magen-Darm-Symptome

Mit SARS-CoV-2 infizierte Katzen zeigen häufig gar keine oder nur milde Krankheitssymptome. Einige Tiere entwickeln gastrointestinale und respiratorische Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Husten und flache Atmung.

Abstand und Hygiene!

Katzenhalter, die an COVID-19 erkrankt sind, sollten engen Kontakt zur Katze vermeiden. Außerdem ist es wichtig, die grundlegenden Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das heißt, beim Kontakt mit dem Stubentiger eine Maske tragen sowie vor und nach dem Füttern oder Berühren die Hände waschen. Keinesfalls sollten infizierte Katzenbesitzer das Tier küssen oder mit ins Bett nehmen. Die Katze sollte außerdem im Haus bleiben und keinen Freigang bekommen, damit sie nicht womöglich andere Katzen ansteckt. Quellen: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover; Emerging Infectious Diseases, Vol. 7, No. 12, Dec. 2021 (https://doi.org/10.3201/eid2712.211252); Universität Leipzig