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Zum internationalen Tag des Feuerlöschers am 10. Februar: Feuerlöscher in Apotheken: Worauf ist zu achten?

Hand zieht an Auslöser für Feuerlöscher
Wie löscht man einen Brand richtig und welche Brandschutzmaßnahmen sind in Apotheken zu beachten? | Bild: jayzynism / AdobeStock

Brennbare Lösungsmittel, elektronische Laborgeräte oder die Arbeiten mit dem Bunsenbrenner können in Apotheken ein Feuer verursachen. Aus diesem Grund gehört ein Feuerlöscher zur Grundausstattung einer jeden Apotheke. Doch ist dieser nur dann hilfreich, wenn er bei Bedarf rasch zur Hand ist und der Umgang sowie die Funktionsweise bekannt sind. Wir haben Antworten auf die gängigsten Fragen für Sie zusammengefasst.

Welche Arten von Feuerlöschern gibt es?

Um sicher zu sein, welcher Feuerlöscher wann verwendet wird, gilt es einen Blick auf die verschiedenen Brandklassen zu werfen. Denn abhängig von der jeweiligen Brandklasse wird ein entsprechender Feuerlöscher benötigt.

Folgende Brandklassen gibt es:

  • A – Brennbare feste Stoffe (z. B. Holz)
  • B – Flüssige oder flüssig werdende Stoffe (z. B. Benzin, Farben, Lacke, Kunststoffe)
  • C – Brennbare Gase (z. B. Propan)
  • D – Metallbrände (z. B. Magnesium)
  • F – Fett-/Ölbrände

Die am häufigsten standardmäßig eingesetzten Feuerlöscher – je nach Hersteller können die Brandklassen bei einzelnen Feuerlöschern abweichen – sind:

  • Wasserlöscher – Brandklasse A
  • Schaumlöscher – Brandklasse A, B
  • Pulverlöscher – Brandklasse A, B, C
  • Metallbrandlöscher – Brandklasse D
  • Fettbrandlöscher – Brandklasse A, B und F oder A und F (je nach Hersteller)
  • Kohlendioxidlöscher – Brandklasse B, auch bei Elektrobränden gut geeignet

Wie bedient man einen Feuerlöscher?

Bei der Bedienung werden zwei Arten von Feuerlöschern unterschieden: 

  • Aufladelöscher und
  • Dauerdrucklöscher.

Je nachdem, welcher Feuerlöscher zum Einsatz kommt, weicht die Handhabung etwas ab. Dennoch sind nur wenige Schritte zu beachten, um einen Feuerlöscher zu aktivieren.

Bei Aufladelöschern wird als Erstes die Sicherung gezogen, dann der Hebel einmal tief durchgedrückt und wieder losgelassen. Dabei vermischen sich Treib- und Löschmittel. Anschließend wird der Schlauch in die Hand genommen, der Hebel erneut durchgedrückt und es kann mit dem Löschvorgang begonnen werden.

Bei Dauerdrucklöschern ist die Handhabung noch etwas einfacher, da sich Treib- und Löschmittel im selben Behälter befinden: Die Sicherung wird gezogen und durch Drücken des Hebels kann sofort mit dem Löschen begonnen werden.

Um letzte Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen, sollte vorab ein Blick in die Bedienungsanleitung geworfen werden.

Internationaler Tag des Feuerlöschers

Seit 2013 findet jährlich am 10. Februar der internationale Tag des Feuerlöschers statt. Mit diesem Aktionstag soll auf die Handhabung und Funktionalität von Feuerlöschern aufmerksam gemacht werden.

Das Datum wurde dabei keineswegs willkürlich gewählt: Vor rund 161 Jahren, am 10. Februar 1863, erhielt der US-Amerikaner Alanson Crane das US-Patent für ein Feuerlöscher-Modell, das als Vorläufer des modernen Handfeuerlöschers gilt.

Wie löscht man ein Feuer richtig?

In erster Linie gilt es, den Eigenschutz zu beachten. Daher sollten Löschversuche nur bei kleinen Bränden unternommen werden. Unabhängig davon sollte bei jedem Brand sofort die Feuerwehr unter 112 alarmiert werden, da sich auch kleine Brände schnell ausbreiten können.

Bei Löschversuchen gilt es auf folgende Punkte zu achten:

  • Stets ausreichend Abstand zum Feuer einhalten. Bei elektrischen Anlagen bis 1.000 V ist beim Löschen ein Mindestabstand von einem Meter erforderlich.
  • Direkt von oben, in den Brandherd hinein, löschen. Dabei sollte auf die Glut (nicht auf die Flamme) gezielt und der Feuerlöscher stoßweise bedient werden.
  • Bei Bränden im Freien stets mit dem Wind (Wind im Rücken) löschen.
  • Bei Flächenbränden von vorne nach hinten löschen.
  • Bei größeren Bränden mehrere Feuerlöscher gleichzeitig einsetzen.
  • Nach dem Löschen die Brandstelle so lange beobachten, bis die Feuerwehr eintrifft, da es zu erneuten Entzündungen kommen kann.
  • Nach jeder Benutzung die Feuerlöscher ersetzen bzw. wieder auffüllen lassen.

Was gibt es bei Öl- und Fettbränden zu beachten?

Fettbrände dürfen keinesfalls mit reinem Wasser gelöscht werden, da es sonst zu einer Fettexplosion kommen kann. In erster Linie empfehlen sich Fettbrandlöscher. Die Feuerlöscher haben nach Aktivierung einen hohen Druck, deshalb sollte ein Brand nie aus unmittelbarer Nähe, sondern aus sicherer Entfernung, circa 3–4 Meter, gelöscht werden.

Bei kleineren Entstehungsbränden, z. B. einem brennenden Topf, kann auch ein Deckel von vorne nach hinten über den Topf geschoben und dann der Herd ausgeschaltet werden. Der Deckel sollte solange auf dem Topf verbleiben, bis dieser abgekühlt ist.

Wann muss ein Feuerlöscher ersetzt werden?

Wie lange ein Feuerlöscher verwendet werden darf, ist abhängig davon, ob es sich um einen Aufladelöscher oder Dauerdrucklöscher handelt.

Da Aufladelöscher in der Anschaffung meist teurer sind, sind die künftigen Wartungskosten relativ gleichbleibend – notwendiger Löschmitteltausch alle 6–8 Jahre je nach Hersteller. Bei regelmäßiger Wartung im zweijährigen Turnus können die Feuerlöscher 25 Jahre benutzt werden, danach müssen sie ausgetauscht werden.

Dauerdrucklöscher sind in der Anschaffung meist billiger aber aufgrund des höheren Wartungsaufwands deutlich teurer. Eine Wartung nach vier bzw. zehn Jahren rechnet sich meist nicht mehr, da diese den Wert des Feuerlöschers übersteigen würde. Wird der Feuerlöscher trotzdem regelmäßig gewartet, sollten Dauerdrucklöscher nach 20 Jahren erneuert werden.

Wichtig ist, die jeweiligen Vorgaben des Herstellers zu beachten.

Worauf muss bei der Beschaffung von Feuerlöschern in Apotheken geachtet werden?

Werden Apotheken mit Feuerlöschern ausgestattet, muss zuvor festgelegt werden, welche Brandklassen vor Ort zu erwarten sind. Im Anschluss kann die richtige Art des Feuerlöschers gewählt werden. 

Für die Anzahl der benötigten Feuerlöscher ist die Größe der Apothekenräumlichkeiten entscheidend. Die technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ geben vor, wie viele Löschmitteleinheiten bei welcher Grundfläche in m2 vorhanden sein müssen, z. B. heißt es, bei einer Grundfläche von 100 m2 sind neun Löschmitteleinheiten erforderlich.

Apotheken können bei Unsicherheiten und zur Vermeidung von Folgeschäden die Auswahl der Feuerlöscher von einer Fachfirma durchführen lassen. Denn z. B. bei einem Pulverlöscher ist ein Folgeschaden durch das Löschpulver meist sehr groß. Andere Feuerlöscher hingegen, z. B. Kohlendioxid-, Wasser- oder Schaumlöscher, können gezielter eingesetzt werden und halten den Folgeschaden relativ gering. 

Welche vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen sind in Apotheken zu beachten?

Als vorbeugende Brandschutzmaßnahme sollte ein besonderes Augenmerk auf die ordnungsgemäße Lagerung und Handhabung von potenziell brennbaren Stoffen gelegt werden. Es sollte zudem deutlich erkennbar sein, welches Gefahrenpotential in einzelnen Bereichen herrscht. 

Außerdem ist es im Rahmen der Sicherheitseinweisung erforderlich, die Apothekenmitarbeitenden einmal jährlich in Schulungen darauf vorzubereiten, wie sie in einem Brandfall schnell und sicher handeln.