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Nach CSD-Anschlag: Apothe­kerkammer ruft zur Hilfe auf

Menschen stehen vor dem Brandenburger Tor, auf dem Boden liegen Blumen und Kerzen in Gedenken an die Opfer des CSD
Menschen gedenken vor dem Brandenburger Tor der Opfer des Anschlags beim Berliner CSD. | Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Der Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat viele Menschen betroffen – direkt oder indirekt. 

Ein Tatverdächtiger fuhr am Rande der CSD-Veranstaltung mit einem Kastenwagen in eine Menschenmenge. Danach griff er weitere Passanten mit einer Stichwaffe an. Dabei wurde eine Frau getötet, die laut dem Auswärtigen Amt aus Polen kam. 29 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Daraufhin evakuierten die Veranstalter den CSD. Der mutmaßliche Täter wurde am darauffolgenden Tag im Rahmen eines Polizeieinsatzes getötet.

Nach CSD-Anschlag: Apothekerkammer ruft Apotheken zur Unterstützung Betroffener auf

In einem Informationsschreiben ruft die Apothekerkammer Berlin daher Apothekenteams zur Unterstützung von Betroffenen auf. Dies ist etwa möglich, indem Apotheken auf Hilfs- und Beratungsangebote aufmerksam machen.

Zuvor hatte der Landesbeauftragte für psychosoziale Notfallversorgung die Apothekerkammer Berlin gebeten, bei der Vermittlung von Patienten und Hilfesuchenden an Hilfsstrukturen zu helfen.

Hilfsangebote in Berlin:

  • Personenauskunftsstelle der Polizei Berlin: 030/84854460
  • Berliner Krisendienst: 030/39063-00
  • Telefonseelsorge: 0800 1110111 auch per Chat unter online.telefonseelsorge.de
  • kostenfreies Beratungstelefon des Bundesopferbeauftragten: 0800 000 9546
  • Traumaambulanzen für Opfer von Gewalttaten

In einem Schreiben der Apothekerkammer heißt es: „Die Berliner Apotheker*innen genießen ein besonderes Vertrauen und können durch entsprechende Weiterleitung an Hilfsangebote unmittelbar und mittelbar notfallbetroffenen Personen wirkungsvoll helfen.“

Sie bat die Apotheken, ihre Lotsenfunktion zu nutzen und sensibel mit der Anrede aller hilfesuchenden Personen umzugehen. So könne man beispielsweise vorab fragen, wie die jeweilige Person angesprochen werden möchte und welche Pronomen sie bevorzugt.

Queere Beratungsangebote in Berlin:

  • Maneo: Maneo – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, 030 216 333 6
  • L-Support e. V.: L-Support – lesbisch*-queeres Anti-Gewalt-Projekt, Helpline: 030 459 618 65
  • Quarteera e. V. – Beratungsstelle für LSBTIQ* Geflüchtete und Migrant*innen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus, Tel: +49 302 86 555 88
  • TransInterQueer e.V.: TransInterQueer e.V., 030 76952515

„Die Apothekerkammer Berlin steht für Vielfalt, Freiheit, Toleranz und Akzeptanz“, heißt es in dem Aufruf. „Wir stehen daher voller Anteilnahme und solidarisch an der Seite der unmittelbar und mittelbar Betroffenen.“

Erste Apotheken in Berlin griffen den Aufruf bereits auf und veröffentlichten die Kontaktdaten der Hilfsangebote auf ihren Instagram-Kanälen.

Apotheken zeigen Solidarität nach Anschlag beim CSD

Auch abseits von Berlin haben sich zwei Apotheken in Frankfurt am Main mit einem Aushang positioniert. Mit diesem zeigten die Apotheken den Besuchern des CSD in Berlin ihre Solidarität. Initiator war René Kreibich, der als PTA in der Ahorn-Apotheke arbeitet und zudem Vorstandsmitglied bei der Aidshilfe Frankfurt ist.

„Die Ereignisse rund um den Berliner CSD haben uns tief betroffen gemacht“, heißt es laut Branchenmedien unter anderem in dem Aushang. „Unsere Apotheke ist ein Ort, an dem alle willkommen sind. Wir stehen für Menschlichkeit, Offenheit und gegenseitigen Respekt.“ 

Sowohl die Ahorn Apotheke als auch die Süd-Apotheke in Frankfurt am Main haben das Schreiben ausgehängt. Kreibich äußerte den Wunsch, dass noch weitere Apotheken diesem Beispiel folgen.