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Warzen behandeln – so geht's

Die meisten Menschen haben im Laufe ihres Lebens einmal mit Warzen zu tun. Obwohl sie größtenteils harmlos sind, können Warzen nicht nur kosmetisch stören, sondern je nach Lokalisation auch Juckreiz oder Schmerzen verursachen. Um die Warzen schneller loszuwerden, stehen in der Apotheke einige Lokaltherapeutika in der Selbstmedikation zur Verfügung.
Was sind Warzen und wie entstehen sie?
Bei Warzen handelt es sich um gutartige, aber infektiöse Hautwucherungen, die ausgelöst werden durch Humane Papillomviren (HPV). Diese werden durch Kontakt- und Schmierinfektionen übertragen: Entweder durch direkten Hautkontakt oder beispielsweise durch gemeinsam benutzte Handtücher oder Fußböden im Schwimmbad.
Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der kleinen, verhornten Hautwölbungen können mehrere Monate vergehen, was es oft schwierig macht, die Infektionsquelle zu identifizieren.
Welche Arten von Warzen gibt es?
Die durch HPV ausgelösten Warzen können in verschiedene Unterarten eingeteilt werden:
- Stachelwarzen sind die typischen gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgaris). Die kugeligen Hautwölbungen mit zerklüfteter Oberfläche finden sich vor allem an Händen und Füßen.
- Planwarzen umfasst Warzen, die sich flach ausbreiten. Sie finden sich in Gesicht, an Händen und der Fußsohle. Breiten sie sich dort beetartig aus, spricht man von Mosaikwarzen.
- Dornwarzen entstehen an der Fußsohle. Dabei handelt es sich um flache Warzen mit ringförmiger Erscheinung. In der Mitte sind oft kleine dunkle Punkte durch Einblutungen zu erkennen. Da die Warzen dornförmig nach innen wachsen, können beim Auftreten starke Schmerzen entstehen.
- Pinselwarzen sind fadenförmige, fransige Warzen, die häufig im Gesichtsbereich, an Augen oder Lippen auftreten. Sie können kosmetisch störend sein, verursachen aber in der Regel keine Symptome.
Treten Warzen im Anal- oder Genitalbereich auf, handelt es sich in der Regel um Feigwarzen (Condylomata acuminata), die sexuell übertragbar sind. Auch diese werden durch Humane Papillomviren ausgelöst, gehören jedoch nicht zu den gewöhnlichen Warzen. Die Behandlung von Feigwarzen gehört keinesfalls in die Selbstmedikation und sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden. Die Behandlung erfolgt mit rezeptpflichtigen Lokaltherapeutika (z. B. mit dem Wirkstoff Imiquimod), per Laser oder chirurgisch.
Gut zu wissen: Sonderformen von Warzen
Nicht alles, was als Warze bezeichnet wird, wird auch durch HPV ausgelöst:
Dellwarzen sind kleine, flache Hautknötchen, die in der Mitte die namensgebende Delle aufweisen. Sie sind zwar auch infektiös, werden jedoch durch das Pockenvirus Molluscum contagiosum ausgelöst. Sie heilen von selbst aus oder können mit Zubereitungen aus Kaliumhydroxid (z. B. Infectodell®) behandelt werden.
Stielwarzen sind weiche Fibrome. Diese nicht virusbedingten Hautanhängsel treten oft an Achseln oder im Intimbereich auf. Wenn sie kosmetisch störend sind, können sie von einem Hautarzt entfernt werden.
Alterswarzen sind gutartige Hautwucherungen, die in der zweiten Lebenshälfte auftreten. Sie sind nicht infektiös und müssen auch nicht behandelt werden.
Gewöhnliche Warzen: Wann ist ärztlicher Rat gefragt
Gewöhnliche Warzen sind in der Regel gut in der Selbstmedikation behandelbar, allerdings gibt es auch einige Kontraindikationen. Bestimmte Personengruppen sollten sich ärztlichen Rat einholen. Dazu zählen
- Kinder unter vier Jahren,
- immunsupprimierte Patienten (z. B. HIV-Patienten),
- Diabetiker oder andere Patienten mit Wundheilungsstörungen,
- Patienten mit Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis),
- Patienten mit Warzen, die im Anal-, Genital-, Gesichts- oder Halsbereich auftreten, sowie
- Patienten mit sehr großen oder vielen Warzen.
Schwangere sind nicht grundsätzlich von der Selbstmedikation ausgeschlossen. Hierbei gilt es, die jeweiligen Fachinformationen zu beachten.
Wurde im Beratungsgespräch abgeklärt, dass eine Selbstmedikation möglich ist, stehen drei lokale Behandlungsansätze zur Verfügung: Keratolyse, Verätzen oder Vereisen.
Keratolyse: Hornhaut der Warzen auflösen
Bei der Keratolyse werden die oberflächlichen, infizierten Hornzellen abgelöst. Dafür stehen Salicylsäure-haltige Zubereitungen in flüssiger Form oder als Pflaster zur Verfügung. Die Lösungen (z. B. Verrucid®, Clabin plus®) werden in der Regel mehrmals täglich auf das Warzengewebe aufgetragen.
Pflaster (z. B. Guttaplast®) müssen auf die passende Größe der Warze zugeschnitten und aufgeklebt werden. Nach etwa vier Tagen kann das Pflaster und die abgestorbene Haut entfernt werden. Vor allem an der Fußsohle sind solche Pflaster sinnvoll, da sie zusätzlich den Druck beim Auftreten vermindern und somit die Schmerzen beim Gehen lindern.
Bei der Verwendung von Lösungen und/oder Pflastern wird vor einer erneuten Anwendung die abgestorbene Haut abgerubbelt oder mit einer Einmalfeile entfernt.
Die Keratolyse eignet sich gut, wenn nicht sicher ist, ob es sich um eine Warze oder ein Hühnerauge handelt, da beides mit dieser Methode behandelt werden kann. Der Behandlungszeitraum erstreckt sich über einige Wochen.
Schwangere und Kleinkinder dürfen Salicylsäure-haltige Arzneimittel nur anwenden, solange der gesamte Anwendungsbereich kleiner als 5 cm2 ist.
So werden Warzen verätzt
Eine weitere Möglichkeit ist, die Warzen mittels Ätzmittel (Kaustika) zu behandeln. Dafür kommen Wirkstoffe wie Ameisensäure (z. B. EndWarts classic® Lösung), Chloressigsäure (z. B. Acetocaustin® Lösung) oder Trichloressigsäure (z. B. Wartner® Stift) zum Einsatz.
Die Arzneimittel werden punktgenau auf die Warze aufgetragen. Um das umliegende Gewebe vor Verätzung zu schützen, können fettige Salben wie Vaseline auf die gesunde Haut vor der Anwendung aufgetragen werden.
Ein Vorteil dieser Behandlungsmöglichkeit liegt darin, dass die Anwendung seltener erfolgt als bei Keratolytika, oft nur einmal wöchentlich.
Zur Abheilung des verätzten Areals kann im Anschluss mit einer Dexpanthenol-haltigen Salbe nachbehandelt werden.
Kryotherapie: Warzen vereisen
Früher konnten nur Ärzte Warzen vereisen, mittlerweile stehen aber auch entsprechende Präparate in der Selbstmedikation zur Verfügung.
Durch Wirkstoffe wie Dimethylether (z. B. Wartner® Warzenspray) wird die betroffene Hautstelle mittels Applikator auf bis zu –50 °C gekühlt. Es bildet sich durch die Vereisung eine Blase unter der Warze, wodurch das infizierte Gewebe abstirbt und abfällt. Oftmals genügen ein bis zwei Behandlungen.
Nachteil: Die Anwendung kann schmerzhaft sein. Für Schwangere ist diese Methode nicht geeignet. Weitere Kontraindikation für die Kryotherapie sind Durchblutungsstörungen (z. B. das Raynaud-Syndrom).
Prophylaxe von Warzen
Um sich selbst und andere vor einer (Re-)Infektion zu schützen, gibt es einige wichtige Tipps, die bei der Behandlung von Warzen berücksichtigt werden sollten und die PTA betroffenen Kunden mitgeben können:
- Nach der Warzenbehandlung die Hände gründlich waschen.
- Immer Einmalfeilen zum Abtragen des infektiösen Materials benutzen. Achtung: Blutende Warzen sind sehr infektiös!
- An öffentlichen Orten, z. B. Sauna oder Schwimmbad, nicht barfuß laufen.
- Keine fremden Handtücher benutzen.
Quellen:
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/warzen-veraetzen-vereisen-oder-aufloesen-146938/
- https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2019/daz-26-2019/laestige-warzen
- https://flexikon.doccheck.com/de/Warze
- Lennecke/ Hagel. Selbstmedikation für die Kitteltasche. 7. Auflage, Deutscher Apotheker Verlag, 2021