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Erkältung: Warum ist die Nase oft nur einseitig verstopft?

Winter. Erkältungszeit. Das Atmen fällt wieder einmal schwer. Doch etwas scheint kurios: Wenn man sich abwechselnd das linke und das rechte Nasenloch zuhält, stellt man oft fest, dass die Atmung nur auf einer Seite gestört ist.
Und es wird noch kurioser: Einige Stunden später lässt das zuvor verstopfte Nasenloch die Luft fast ungehindert passieren, während nun die andere Seite die Arbeit verweigert. Wie kann das sein?
Verantwortlich für dieses Phänomen ist eine schlaue Einrichtung der Natur, die normalerweise nicht weiter auffällt, aber auch in gesunden Zeiten ständig abläuft: der sogenannte Nasenzyklus.
Was ist der Nasenzyklus?
Der Nasenzyklus oder nasale Zyklus sorgt dafür, dass immer ein Nasenloch weiter und das andere enger ist. Der Grund: Die Nasenschleimhaut befindet sich einseitig in der sogenannten Arbeitsphase und auf der anderen Seite im Ruhezustand.
Arbeiten bedeutet, dass der Luftstrom ungehindert passieren kann und die Schleimhaut maximal aktiv ist; ruhen heißt, dass die Schleimhaut weniger Feuchtigkeit abgibt. Der Ruhezustand geht zudem mit starker Durchblutung einher.
Der Rhythmus wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert und läuft unabhängig von äußeren Reizen ab. Die Dauer der einzelnen Phasen fällt von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus, liegt jedoch oft im Bereich zwischen zwei und sechs Stunden.
Bei bester Gesundheit fällt der nasale Zyklus kaum auf, da die angeschwollene Schleimhaut immer noch genügend Luft durchlässt. Im Falle einer Rhinosinusitis oder Allergie wird es jedoch schnell zu eng im stark durchbluteten Nasenloch.
Trotz regelmäßigen Naseputzens, auch mit besonderem Augenmerk auf die stärker verstopfte Seite, gelingt es deshalb oft nicht, die Nase beidseitig freizubekommen.
Welchen Sinn hat der nasale Zyklus?
Die einseitige Ruhephase dient der Entspannung und Regeneration der Nasenschleimhaut, deren Flimmerhärchen Krankheitserreger und Fremdkörper abfangen und in den Rachen abtransportieren.
In der Ruhephase spart die Schleimhaut Feuchtigkeit und Energie, um auf Dauer nicht auszutrocknen und langfristig funktionsfähig zu bleiben. Diese Reaktionsfähigkeit ist auch nach Erkältungskrankheiten wichtig, um die Schutzfunktion der Schleimhaut wiederherzustellen.
Außerdem vermuten Experten, dass die verschieden engen Nasenlöcher auch die Geruchswahrnehmung optimieren: Demnach werden manche Gerüche bei einem schnellen, andere bei einem langsamen Luftstrom besser erkannt.
Durch die verschieden weiten Nasenlöcher gibt es immer unterschiedliche Geschwindigkeiten, die ein umfassendes Geruchsbild gewährleisten. Quellen:
https://flexikon.doccheck.com/de/Nasenzyklus
https://www.focus.de/gesundheit/verstopfte-nase-darum-ist-bei-erkaeltungen-haeufig-nur-ein-nasenloch-zu_d9b0524e-b110-4c57-9b89-ac2acae7945d.html
https://www.erkaeltet.info/schnupfen/verstopfte-nase/faq/krankheitstypen/einseitig/
https://fitnesslabs.org/nur-ein-nasenloch-verstopft-ursachen-behandlung-und-tipps-zur-linderung/
Gut zu wissen: Wenn der Nasenzyklus nicht schuld ist
Wenn eine einseitig verstopfte Nase nur während einer Erkältung auftritt, ist das Phänomen harmlos.
Bleiben die Beschwerden jedoch langfristig bestehen, so kann das auf eine verkrümmte Nasenscheidewand hindeuten. Weiterhin kann eine chronische Sinusitis bzw. eine allergische Reaktion zur einseitigen Polypenbildung führen.
Dann sollten Betroffene unbedingt einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.