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Alexander Zverev: Typ-1-Diabetiker und French-Open-Sieger

Mit seinem Triumph bei den French Open hat Alexander Zverev Tennisgeschichte geschrieben. Dass der deutsche Tennisprofi seit seinem vierten Lebensjahr mit Typ-1-Diabetes lebt, macht seinen Erfolg umso bemerkenswerter. Während viele Menschen mit Typ-1-Diabetes heute Insulinpumpen oder automatisierte Insulinabgabesysteme nutzen, setzt Zverev auf eine sogenannte Smart-MDI-Therapie. Mithilfe eines kontinuierlichen Glukosemesssystems (CGM), eines intelligenten Insulinpens und einer Smartphone-App überwacht er seine Werte und passt seine Insulindosen individuell an.
Sport stellt Menschen mit Typ-1-Diabetes vor besondere Herausforderungen. Je nach Belastungsart kann der Blutzuckerspiegel sinken oder ansteigen. Orientierung bietet ein aktuelles Positionspapier der European Association for the Study of Diabetes (EASD) und der International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes (ISPAD). Die Fachgesellschaften haben Empfehlungen veröffentlicht, wie Menschen mit Typ-1-Diabetes moderne Diabetes-Technologien rund um körperliche Aktivität optimal nutzen können.
Tennis fordert den Stoffwechsel
Wer Alexander Zverev auf dem Platz beobachtet, erkennt schnell, wie unterschiedlich körperliche Belastungen den Blutzucker beeinflussen können. Lange Ballwechsel, intensive Laufarbeit und mehrstündige Matches können den Blutzuckerspiegel senken. Kurze Sprints, kraftvolle Aufschläge oder besonders stressige Spielsituationen können dagegen zu einem Anstieg führen.
Grundsätzlich gilt:
- Aerobe Sportarten wie Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Walken senken den Blutzuckerspiegel tendenziell.
- Anaerobe Belastungen wie Sprinten, Gewichtheben oder Intervalltraining lassen ihn eher ansteigen.
- Tennis vereint beide Belastungsformen und stellt deshalb besondere Anforderungen an das Diabetesmanagement.
Geplante Aktivität rechtzeitig vorbereiten
Steht eine Sporteinheit fest und ist mit einem gleichbleibenden oder sinkenden Blutzuckerspiegel zu rechnen, empfehlen die Experten, das Glucoseziel bereits ein bis zwei Stunden vor Beginn anzuheben.
Besondere Aufmerksamkeit ist nach einer Mahlzeit erforderlich. Wer innerhalb von zwei Stunden nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit trainiert, sollte das erhöhte Risiko für eine Hypoglykämie berücksichtigen. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, die mahlzeitenbezogene Insulindosis zu reduzieren und höhere Glukoseziele anzustreben.
Während des Sports die Trends beobachten
Entscheidend ist nicht nur der aktuelle Glukosewert, sondern auch dessen Entwicklung. Moderne CGM-Systeme liefern hierzu wichtige Informationen über Trendpfeile.
Sinken die Werte während der Aktivität, sollten schnell verfügbare Kohlenhydrate wie Traubenzucker griffbereit sein. Das gilt insbesondere für längere Trainingseinheiten oder Wettkämpfe.
Auch Alexander Zverev überwachte seine Glukosewerte während der French Open kontinuierlich. Bei Bedarf legte er sogar kurze Unterbrechungen ein, um Insulin zu injizieren und seine Werte zu stabilisieren.
Was gilt bei spontaner Bewegung?
Nicht jede sportliche Aktivität lässt sich planen. Wird spontan Sport getrieben und ist mit einem gleichbleibenden oder sinkenden Blutzuckerspiegel zu rechnen, empfehlen die Fachgesellschaften, den Zielwert unmittelbar vor Beginn anzuheben. Gegebenenfalls kann auch die Zufuhr schnell verfügbarer Kohlenhydrate notwendig sein.
Besondere Situationen
Für Wassersportarten, Aktivitäten in großer Höhe sowie Sport bei extremen Temperaturen liegen bislang nur wenige aussagekräftige Daten vor. Dennoch empfehlen Experten, besonders auf die Funktion der Diabetes-Technologie, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und stabile Glukosewerte zu achten.
Auch bei sehr langen Belastungen wie Marathons, Triathlons oder mehrstündigen Wanderungen sollte die Therapie individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Beratungstipps für sicheres Training mit Typ-1-Diabetes
PTA können Menschen mit Typ-1-Diabetes wichtige Hinweise für ein sicheres Training geben:
- möglichst stabile Glukosewerte vor Beginn der Aktivität anstreben,
- Trendpfeile des CGM-Systems berücksichtigen,
- schnell verfügbare Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker) mitführen,
- nach einer Kohlenhydratzufuhr die Werte erneut kontrollieren,
- bei erhöhten Ketonwerten auf Sport verzichten.
Der Erfolg von Alexander Zverev zeigt eindrucksvoll, dass Typ-1-Diabetes sportlichen Höchstleistungen nicht im Weg stehen muss. Moderne Diabetes-Technologien – von intelligenten Insulinpens über kontinuierliche Glukosemesssysteme bis hin zu automatisierten Insulinabgabesystemen – helfen Betroffenen dabei, Training und Wettkampf sicherer zu gestalten. Entscheidend bleiben jedoch eine gute Vorbereitung, die kontinuierliche Beobachtung der Glukosewerte und eine individuell angepasste Therapie.