In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
Online-Rechner zeigt Vergiftungsrisiko für Haustiere

„Mein Hund hat Schokolade gefressen – was soll ich jetzt tun?“ Mit solchen Fragen können auch PTA in der Apotheke konfrontiert werden. Und wer selbst Hund oder Katze hat, kennt vermutlich die Sorge, wenn das Tier etwas erwischt hat, das eigentlich nicht für es bestimmt war. Gerade bei Schokolade ist eine pauschale Antwort schwierig: Entscheidend sind unter anderem Tierart und Körpergewicht, die verzehrte Menge und die Art der Schokolade. Eine schnelle erste Orientierung bietet der kostenlose Schokoladenrechner von Tox-help.
Warum Schokolade für Hunde und Katzen gefährlich werden kann
Problematisch sind vor allem die in Kakao enthaltenen Methylxanthine Theobromin und Koffein. Sowohl Hunde als auch Katzen können diese Stoffe nur langsam abbauen. Je höher der Kakaoanteil einer Schokolade, desto höher ist in der Regel auch ihr Theobromingehalt. Deshalb sind dunkle Schokolade und insbesondere Back- oder Kochschokolade meist deutlich kritischer als weiße Schokolade.
Mögliche Symptome einer Vergiftung reichen – abhängig von der aufgenommenen Menge, dem Körpergewicht und der Schokoladensorte – von Unruhe, Erbrechen und Durchfall über einen beschleunigten Herzschlag bis hin zu Zittern und Krampfanfällen. Bei entsprechend hoher Aufnahme kann eine Schokoladenvergiftung für Hunde und Katzen lebensbedrohlich werden.
In der Praxis sind Vergiftungen durch Schokolade bei Hunden allerdings deutlich häufiger: Während viele Hunde Süßigkeiten oder andere Lebensmittel bereitwillig fressen, nehmen Katzen aufgrund ihres Fressverhaltens wesentlich seltener größere Mengen Schokolade auf. Giftig ist sie für beide Tierarten.
Tipps für die Beratung
Für eine erste Einschätzung von Vergiftungserscheinungen bei Tieren sind vor allem vier Angaben wichtig:
- Welches Tier und welches Körpergewicht?
- Welche Schokolade wurde gefressen? Milchschokolade, Zartbitter, Backschokolade oder welches andere Gift?
- Welche Menge ungefähr?
- Wann wurde die Schokolade / das Gift aufgenommen und zeigt das Tier bereits Symptome?
Diese Angaben können auch für die anschließende tierärztliche Beratung wichtig sein. Verpackung oder Produktname der Schokolade / des Arzneimittels etc. sollten Tierhalter deshalb möglichst bereithalten.
Praktisch für Tierhalter und Apotheke: der Schokoladenrechner
Genau hier setzt der Rechner von Tox-help an. Nutzerinnen und Nutzer geben unter anderem das Gewicht des Tieres sowie Art und Menge der aufgenommenen Schokolade ein. Auf dieser Grundlage hilft das Tool, das mögliche Risiko einzuschätzen und den weiteren Handlungsbedarf besser einzuordnen.
Wichtig bleibt allerdings: Der Rechner ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei auffälligen Symptomen, einer möglicherweise relevanten aufgenommenen Menge oder wenn Menge beziehungsweise Schokoladensorte nicht sicher bekannt sind, sollte nicht abgewartet, sondern unmittelbar tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Schokoladenrechner von Tox-help:
Risiko nach Schokoladenaufnahme berechnen
Tiervergiftungen: eine Beratungssituation mit Zeitdruck
Nicht nur Schokolade kann für Haustiere zum Problem werden. Auch Arzneimittel, Haushaltschemikalien oder bestimmte Pflanzen können Vergiftungen verursachen. Für Tierhalter ist dabei häufig schwer einzuschätzen, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt.
Das Berliner Start-up Tox-help hat sich auf die Beratung bei Tiervergiftungen spezialisiert. Das Unternehmen verbindet veterinärmedizinisches Fachwissen mit KI und einer veterinärtoxikologischen Datenbank. Für tiermedizinisches Fachpersonal bietet „Tox-help Vet Professional“ unter anderem Risikoabschätzungen sowie Handlungs- und Therapieinformationen. Mit „Vet Home“ soll auch Tierhalterinnen und Tierhaltern eine schnelle Ersteinschätzung bei einem Vergiftungsverdacht ermöglicht werden.
Deutscher Apotheker Verlag beteiligt sich an Tox-help
Nun beteiligt sich die Mediengruppe Deutscher Apotheker Verlag, zu der auch PTAheute gehört, als Investor an dem Berliner Start-up. Inhaltlich gibt es bereits Berührungspunkte: Der Deutsche Apotheker Verlag publiziert mit der „Lila Liste“ ein Fachmedium zu Tierarzneimitteln. Künftig sollen die Fachinformationen und Datenbestände des Verlags mit der Technologie von Tox-help verbunden werden.
Für die Beratung in der Apotheke ist vor allem der Ansatz interessant, Informationen zu Tiervergiftungen schnell und einfach verfügbar zu machen. Denn auch wenn die Behandlung einer Vergiftung selbstverständlich in tierärztliche Hände gehört, kann die Apotheke eine wichtige erste Anlaufstelle sein – und dabei helfen, die Dringlichkeit richtig einzuordnen und Tierhalter gezielt weiterzuleiten.