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Stiftung Warentest prüft Infektionsschutzmasken für Kinder: Ist das die beste FFP2-Maske für Kinder?

FFp2-Maske für Kinder in Verpackung
Keine sogenannte FFP2-Kindermaske konnte Stiftung Warentest vollkommen überzeugen. | Bild: Sentias

Anfang Dezember wurde breit über eine neue Studie des Max-Planck-Instituts berichtet, nach der das Infektionsrisiko mit einer korrekt getragenen FFP2-Maske nur noch minimal ist. Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) griff diese Studie auf Twitter auf: Sie sei jetzt besonders für Kinder relevant. Wenn diese in der Klasse eine FFP2-Maske so tragen, dass sie eng anliegt, dann sei ihr Infektionsrisiko fast Null. „Tragen sie keine Masken, ist es extrem hoch.“ 

Stiftung Warentest prüft FFP2-Masken für Kinder

Bis Mai 2021 gab es aus regulatorischen Gründen gar keine verkehrsfähigen Infektionsschutzmasken für Kinder mit vergleichbarer FFP2-Qualität. Nun hat sich „Stiftung Warentest“ dem Thema angenommen und 15 „FFP2-Masken für Kinder“, bzw. Masken, die eine Eignung für Kinder suggerieren, getestet. Dabei hat Stiftung Warentest ein besonderes Augenmerk auf einen möglichst geringen Atemwiderstand gelegt. 

Und damit ist der Test der Kindermasken schon fast hinfällig. Denn einzig die Erwachsenenmaske 3M Aura 9320+, die im Test von FFP2-Masken für Erwachsene als einzige mit einem besonders geringen Atemwiderstand abgeschnitten hatte, bietet laut Stiftung Warentest auch für Kinder einen akzeptablen niedrigen Atemwiderstand. „Sie passt sich auch kleinen Köpfen an, ist dicht und filtert zuver­lässig“, heißt es. Und: „Alle geprüften FFP2-Kindermasken dagegen halten wir für wenig kindergeeignet. Ihr Atemwiderstand ist hoch, der Komfort beim Atmen gering.“ 

Gerade für den Dauereinsatz in der Schule seien sie dadurch nicht geeignet und OP-Masken die bessere Wahl. Die Filterwirkung, Passform und mögliche Schadstoffe hat Stiftung Warentest bei den Kindermasken nicht geprüft. Überall wurde der Atemkomfort für Kinder als „gering“ bewertet. 

OP-Masken für Kinder praktikabler

Die Kinder-Lungenärztin Folke Brinkmann erforscht Infektionswege bei Kindern. Sie ordnet das Maskentragen bei Kindern gegenüber Stiftung Warentest grundsätzlich nicht als problematisch ein – auch nicht das von FFP2-Masken. 

Sie hält die OP-Masken jedoch aus einem anderen Grund für geeigneter: „Ich halte den medizinischen Mund-Nasen-Schutz, also OP-Masken, in jedem Fall für die pragmatischste Lösung. FFP2-Masken sitzen bei Kindern oft nicht besser als ein Mund-Nasen-Schutz, schützen also auch nicht unbedingt besser.“ 

Aus Sicht von Stiftung Warentest muss man befürchten, dass Kinder ihre Masken nicht richtig tragen, wenn der Atemwiderstand zu hoch ist. Dann bringt natürlich auch ein theoretischer FFP2-Schutz nichts. Insofern ergibt es Sinn, dass Stiftung Warentest bei geringem Atemkomfort nicht weitergetestet hat. 

Nur eine Kindermaske als Medizinprodukt zugelassen

Jedoch weist auch Stiftung Warentest auf das Problem hin, dass der FFP2-Standard aus dem Arbeitsschutz kommt und Kinder als Nutzer gar nicht vorsieht. Im Mai 2021 hat allerdings die erste sogenannte Infektionsschutzmaske für Kinder eine BfArM-Zulassung erhalten. Damals bestätigte die Behörde eine entsprechende Pressemitteilung des Herstellers Sentias aus Wuppertal. 

Die Maske wurde als Medizinprodukt der Klasse 1 eingestuft und entspricht laut dem Hersteller FFP2-Qualität. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie darf sie als BfArM-geprüfte Infektionsschutzmaske für Kinder und Jugendliche angeboten werden. 

Die Sonderzulassung begründete das BfArM in seinem Bescheid an Sentias damit, dass „ein akuter Versorgungsmangel an medizinischer Schutzausrüstung für Kinder und Jugendliche mit geeigneter Passform und Größe“ besteht. 

Geringer Atemkomfort bei FFP2-Kindermaske

Auch diese Maske mit dem Namen „Sentias Infektionsschutzmaske für Kinder in FFP2 Qualität DE.W42-XS“ wurde von Stiftung Warentest hinsichtlich des Atemkomforts beurteilt. Aber sie wurde eben nicht hinsichtlich der Filterwirkung überprüft, weil der Atemkomfort als gering eingestuft wurde. 

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