Neue Vitamin-A-Referenzwerte

Vitamin A kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Vitamin-A-reich sind vor allem Leber, Eier, Milch, Milchprodukte und einige Fischarten.
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Für die Vitamin-A-Zufuhr gelten neue Empfehlungen, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) bekannt gibt. Die Ernährungsgesellschaften aus Deutschland (D), Österreich (A) und der Schweiz (CH) haben gemeinsam ihre D-A-CH-Referenzwerte überarbeitet.

Angabe in Retinolaktivitätsäquivalent

Die empfohlene Zufuhr für Vitamin A beträgt nun für Frauen 700 µg Retinolaktivitätsäquivalent (RAE) pro Tag und für Männer 850 µg RAE. Die Referenzwerte werden jetzt in RAE angegeben und nicht mehr wie bisher in Retinoläquivalent (RE). Dies liegt daran, dass die Verwertung von Provitamin-A-Carotinoiden anders bewertet wird. Die neuen RAE-Werte fallen etwas niedriger aus als die bisherigen RE-Werte (0,8 bis 1 mg). Neu ist auch, dass für β-Carotin kein separater Referenzwert mehr angegeben wird.

Vitamin A aus tierischer Quelle

Vitamin A ist ein essenzieller, fettlöslicher Nährstoff, der für zahlreiche biologische Funktionen notwendig ist. Dazu gehören Sehvorgang, Immunfunktion, Zelldifferenzierung und Embryonalentwicklung. Der Begriff „Vitamin A“ umfasst eine Gruppe von Verbindungen mit Vitamin-A-Wirkung. Die zentrale Wirkform ist Retinol. Es kann vom menschlichen Körper in andere Wirkformen umgewandelt und als Retinylester gespeichert werden. Dieses sogenannte vorgebildete Vitamin A kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Vitamin-A-reich sind vor allem Leber, Eier, Milch, Milchprodukte und einige Fischarten.

Provitamin A aus Pflanzen

In pflanzlichen Lebensmitteln ist kein Vitamin A, sondern eine Reihe von Provitamin-A-Carotinoiden enthalten. Sie können vom menschlichen Stoffwechsel in unterschiedlichem Maß zu Vitamin A umgewandelt werden. Auch ihre Bioverfügbarkeit variiert. Der neue RAE berücksichtigt dies stärker. Das bedeutendste Provitamin ist β-Carotin. Wer sich vorwiegend pflanzlich ernährt, sollte auf eine ausreichende Zufuhr achten. Gute β-Carotin-Lieferanten sind intensiv gefärbte Obst- und Gemüsesorten: zum Beispiel Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, rote Paprika, Grünkohl, Spinat und Feldsalat, außerdem Honigmelone, Aprikosen und Mango. Die empfohlene Tageszufuhr lässt sich beispielsweise mit 150 g gegarten Karotten oder 150 g gegartem Kürbis erreichen.

Immer mit etwas Fett

Damit die Carotinoide vom Körper optimal verwertet werden, sollten zum Beispiel Karotten immer zusammen mit etwas Fett verzehrt werden. Pro Mahlzeit reichen 2,4 bis 5 g Fett aus – also circa ein Teelöffel Öl oder etwas Butter. Vitamin-A-haltige tierische Nahrungsmittel enthalten natürlicherweise ausreichend Fett.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)