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Zum Welthändehygienetag am 5. Mai: Händehygiene im Beruf: Waschen, desinfizieren, pflegen

Alkoholische Händedesinfektionsmittel haben eine ausgezeichnete keimreduzierende Wirkung und sind zur Anwendung auf der Haut geeignet. Neben vorgefertigten Präparaten wie Sterillium® oder Sterillium® classic pure kamen vor allem während der Corona-Pandemie häufig auch selbst hergestellte Lösungen zum Einsatz.
Damals herrschte nämlich eine verstärkte Nachfrage nach Desinfektionsmitteln gerade für die Hände. Mittlerweile sind diese aber wieder in ausreichender Menge verfügbar und Apotheken dürfen daher keine Händedesinfektionsmittel mehr herstellen.
Vor der Desinfektion Hände reinigen
Vor der eigentlichen Händedesinfektion müssen die Hände zunächst mit Detergenzien gereinigt und mit Einmalhandtüchern abgetrocknet werden.
Brennen die Hände beim Einreiben mit dem alkoholischen Desinfektionsmittel, so ist dies ein Zeichen für eine geschädigte Haut. Da sich nur intakte Haut ausreichend von Keimen befreien lässt, spielt auch der Schutz der Haut eine wichtige Rolle.
Häufige Handhygiene kann zu Hauterkrankungen führen
Hauterkrankungen nehmen den größten Anteil unter den Berufskrankheiten im Gesundheits- und Wohlfahrtswesen ein. Häufiges Händewaschen, Reinigungsarbeiten, langes Handschuhtragen und der Umgang mit aggressiven Substanzen strapazieren die Haut. Ist die natürliche Barrierefunktion erst einmal gestört, besteht die Gefahr eines Ekzems.
Erste Anzeichen für eine gestresste Haut können Rötungen, Juckreiz, Bläschenbildung, trockene Haut und ein Brennen nach der Händedesinfektion sein. Zur täglichen Pflege der Hände gehört daher Eincremen unbedingt dazu:
- Verwenden Sie eine Hautschutzcreme vor Kontakt mit Feuchtigkeit oder, wenn Sie Handschuhe anziehen müssen.
- Tragen Sie die Creme auf die trockenen Hände auf und denken Sie an die Fingerzwischenräume, -kuppen, Nagelfalze und Handgelenke.
- Pflege- und Hautschutzprodukte sollten in Tuben oder Spendern bereitstehen – sie sind hygienischer als Gemeinschaftsdosen.
Tipps für hautfreundliches Händewaschen:
- Lauwarmes statt heißes Wasser verwenden.
- Hände kurz befeuchten, mit pH-hautneutraler Waschlotion waschen (pH-Wert um 5,5) und gründlich abspülen.
- Reibemittelhaltige Waschprodukte und Nagelbürsten vermeiden.
- Hände mit weichen Einmalhandtüchern abtrocknen und anschließend eincremen.
- Bei längerem Tragen von Handschuhen kann es sinnvoll sein, unter den Einmalhandschuhen passende Baumwollhandschuhe zu tragen. Diese verhindern übermäßiges Schwitzen.
So werden Hände richtig desinfiziert
Vor der Händedesinfektion sollte darauf geachtet werden, dass grobe Verschmutzungen auf den Händen entfernt werden. Außerdem sollten die Hände vor jeder Desinfektion gut abgetrocknet werden.
Anschließend wird ausreichend Desinfektionsmittel in die trockenen Hände gegeben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Hände während des Desinfektionsvorgangs die ganze Zeit feucht sind. Das Desinfektionsmittel sollte 30 Sekunden kräftig eingerieben werden.
Beim Einreiben der Hände mit Desinfektionsmittel müssen alle Bereiche der Hand vollständig benetzt werden. Dazu eignet sich die sogenannte Standardeinreibemethode EN 1500 mit einer festen Abfolge von sechs Schritten als beste Technik zur Vermeidung von Benetzungslücken:
Schritt 1:

Beide Handflächen werden ausreichend gut benetzt, indem sie gegeneinander gerieben werden. Dabei sollten auch die Handgelenke mit eingeschlossen werden.
Schritt 2:

Anschließend wird die rechte Handfläche über den linken Handrücken gelegt und vom Handrücken aus die Finger ineinander verschränkt. Das Desinfektionsmittel nun die Länge der Finger entlang verteilen. Das Gleiche wird dann umgekehrt mit der linken Handfläche gemacht.
Schritt 3:

Danach werden beide Handflächen aufeinandergelegt und ineinander verschränkt. Dabei die Finger aneinanderreiben.
Schritt 4:

Anschließend die geschlossenen Hände ineinander einhaken und die Außenseiten der Finger über den gegenüberliegenden Handballen reiben.
Schritt 5:

Im Anschluss den linken Daumen kreisend in der rechten Hand bewegen. Das Gleiche wird auch mit dem rechten Daumen in der linken Hand durchgeführt.
Schritt 6:

Abschließend die Fingerkuppen der rechten Hand kreisend in der linken Handfläche einreiben. Danach erfolgt dieser Schritt umgekehrt, mit den Fingerkuppen der linken Hand in der rechten Handfläche.
Es ist empfehlenswert, den Ablauf der Händedesinfektion zu üben, denn nur bei diesem Vorgehen werden alle Flächen der Hand sicher mit dem Desinfektionsmittel benetzt.
Wann sollten Hände desinfiziert werden?
Durch regelmäßige hygienische Händedesinfektion können die Übertragungswege von Krankheitserreger unterbrochen werden. Zwar sollten die Hände immer gewaschen und desinfiziert werden, wenn sie sichtbar schmutzig sind, jedoch auch immer
- nach der Toilettenbenutzung,
- nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen,
- vor der Essenszubereitung und vor den Mahlzeiten,
- nach der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie
- nach Kontakt mit Abfällen.
Desinfektionsmittelspender sollten überall dort angebracht werden, wo regelmäßig eine Händedesinfektion durchgeführt werden muss. Diese sollten aufgrund des Risikos der Rekontamination ohne Handkontakt bedienbar sein.