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Zahl der Diabetiker noch höher als vermutet

Die Häufigkeit von Diabetes in Deutschland nimmt zu. | Bild: Grischa Georgiew - Fotolia

Fast jeder Zehnte betroffen

Bisher wurde die Häufigkeit von Diabetes in Deutschland auf 7 bis 9 Prozent geschätzt. Doch nun muss diese Angabe nach oben korrigiert werden. Wissenschaftler haben bundesweite ärztliche Abrechnungsdaten ausgewertet. Daraus haben sie für das Jahr 2015 eine Diabetes-Häufigkeit von 9,8 Prozent ermittelt. Das bedeutet eine starke Steigerung innerhalb weniger Jahre. Denn in 2009 lag die Diabetiker-Quote laut der aktuellen Auswertung bei 8,9 Prozent.

In fast allen Altersgruppen sind dabei Männer stärker betroffen als Frauen.

Erhebliche regionale Unterschiede

Schaut man ins Detail, dann zeigt die neue Studie noch weitere interessante Auffälligkeiten. So ist der Osten Deutschlands noch stärker von Diabetes betroffen als der Westen: In den neuen Bundesländern leiden 11,8 Prozent der Bürger an Diabetes. In den alten Bundesländern sind es dagegen 9,2 Prozent. Noch ausgeprägter sind die Unterschiede auf Kreisebene. So ist im Kreis Starnberg (Bayern) die Häufigkeit von Typ-2-Diabetes mit 6,5 Prozent bundesweit am niedrigsten (bezogen auf die Jahre 2013 bis 2015). Mehr als doppelt so hoch ist die Rate dagegen mit 14,2 Prozent im Kreis Prignitz (Brandenburg).

Worauf man sich einstellen sollte

Die Diabetes-Häufigkeit wird noch weiter zunehmen. Davon gehen die Wissenschaftler schon wegen der demografischen Entwicklung aus. Sie plädieren dafür, dass man bei der Entwicklung von Präventionsprogrammen und Versorgungsstrukturen die regionalen Unterschiede berücksichtigen solle.  Quelle: Versorgungsatlas (Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, www.versorgungsatlas.de)