In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
PTAheute-Pinnwand KW 07/2026: Zukunftsbotendienst, Lebendorganspende & Augentropfen

Täglich erreichen uns zahlreiche Meldungen rund um Pharmazie, Gesundheit und Apothekenmarkt. Hier finden Sie eine Übersicht über die News und Pressemeldungen der aktuellen Woche:
Der Arzneimittel-Botendienst der Zukunft
Labfly arbeitet an einem Botendienst, bei dem zukünftig Arzneimittel per Drohne den Patienten zugestellt werden. Das Berliner Unternehmen sieht hierfür insbesondere in ländlichen Regionen und für Zeiten außerhalb von üblichen Öffnungszeiten der Apotheken Bedarf.
Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, Lieferungen direkt an private Haushalte zu ermöglichen. Derzeit ist dies jedoch noch nicht umsetzbar, da sowohl in der Apotheke als auch am Zielort geschultes Personal anwesend sein muss. Aktuell können daher ausschließlich Einrichtungen wie Pflegeheime oder Hospize beliefert werden.
Voraussetzung für den Drohnen-Einsatz sind entsprechende luftfahrtrechtliche Genehmigungen. Nach Angaben von Labfly-Geschäftsführer Tim Fischer hat das Luftfahrt-Bundesamt kürzlich erstmals eine Genehmigung für den Abwurf von Arzneimitteln über besiedeltem Gebiet erteilt.
Begleitend wird wissenschaftlich untersucht, ob der Arzneimitteltransport per Drohne gegenüber dem Transport mit dem Auto Vorteile bietet. Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2026/02/11/wie-medikamente-bald-vom-himmel-fliegen-koennten
Rote-Hand-Brief zu Arixtra (Fondaparinux) Injektionslösung
Die Viatris Healthcare GmbH informiert in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie der zuständigen Überwachungsbehörde über ein mögliches Risiko brauner Verfärbungen und Nadelblockierungen bei Arixtra® (Fondaparinux) Injektionslösung in der Fertigspritze.
Ursache des beschriebenen Qualitätsmangels ist das Vorhandensein oxidierter Eisenpartikel in der Nadel. Nach Angaben des Herstellers tritt dieses Fehlerbild sehr selten auf. Potenziell betroffen sind einzelne Fertigspritzen aller derzeit im Markt befindlichen Chargen und Wirkstärken.
Die Anwendung verfärbter oder blockierter Fertigspritzen kann zu einer verminderten Wirksamkeit, Überempfindlichkeitsreaktionen, Komplikationen an der Injektionsstelle einschließlich Nadelbruch sowie zu thromboembolischen Ereignissen und systemischen Infektionen führen. Der AMK liegen hierzu bislang keine Meldungen aus Apotheken vor.
Da die Fertigspritzen in einem Tray verpackt sind, ist eine Sichtprüfung vor der Abgabe nicht möglich, ohne den Originalitätsverschluss zu beschädigen. Patienten sollten daher über das mögliche Risiko verfärbter oder blockierter Nadeln informiert werden. Wird eine Verfärbung oder das Vorhandensein von Partikeln festgestellt, darf die betroffene Fertigspritze nicht verwendet werden. Entsprechende Produkte können beim Hersteller reklamiert werden.
Weitere Einzelheiten sind dem Rote-Hand-Brief zu entnehmen. Darin wird zusätzlich darauf hingewiesen, dass betroffene Fertigspritzen in der Apotheke zurückgegeben werden können, um eine kostenfreie Alternativversorgung zu ermöglichen.
Die AMK bittet Apotheken, ihre Patienten entsprechend zu informieren und Verdachtsfälle oder Risiken im Zusammenhang mit fondaparinuxhaltigen Arzneimitteln über die Website www.arzneimittelkommission.de zu melden. Quelle: AMK
Aspirin® 500 mg: Neue Verpackung ab Jahresbeginn

Die Bayer Vital GmbH stellt zum Jahresbeginn 2026 die Verpackung von Aspirin® 500 mg um. Das Arzneimittel ist seit Januar 2026 in einer kompakteren Faltschachtel erhältlich.
Im Zuge der Umstellung wird das Verpackungsvolumen um etwa ein Drittel reduziert. Hintergrund ist der Wegfall eines bislang integrierten Zusatzfachs für den Beipackzettel. Die Wirkstoffzusammensetzung, der Abgabepreis sowie die therapeutische Anwendung bleiben unverändert.
Apothekenpersonal sollte Patienten bei Rückfragen darauf hinweisen, dass es sich ausschließlich um eine Verpackungsänderung handelt und keine Anpassungen am Arzneimittel selbst vorgenommen wurden. Quelle: PM Bayer Vital GmbH
Lebendorganspende: Gesetz zur Ausweitung geplant
Die Bundesregierung plant eine Änderung des Transplantationsgesetzes, um die Zahl möglicher Transplantationen zu erhöhen und die Versorgung von Patienten mit Organversagen zu verbessern.
Zentrales Element der Reform ist der Aufbau eines nationalen Programms für die Überkreuz-Lebendnierenspende. Der Abgeordnete Hendrik Streeck (Union) erläuterte, dass dieses Modell international bereits seit Langem etabliert und medizinisch erprobt sei, bislang jedoch in Deutschland keine gesetzliche Grundlage gehabt habe. Konkret sei vorgesehen, einen Pool aus inkompatiblen Spender-Empfänger-Paaren zu bilden, bei denen eine direkte Spende aus immunologischen Gründen nicht möglich ist. Ergänzt werden solle dieser Pool durch nicht gerichtete anonyme Nierenspenden zugunsten unbekannter Empfänger.
Aus diesem Pool sollen passende Kombinationen ermittelt werden, sodass der Spender eines Paares einer anderen geeigneten Person ein Organ zur Verfügung stellen kann. Trotz der vorgesehenen Ausweitung der Lebendorganspende soll die Freiwilligkeit der Spende weiterhin uneingeschränkt gewährleistet bleiben. Der Spenderschutz soll daher mit gezielten Maßnahmen deutlich gestärkt werden. Quelle: https://www.aerzteblatt.de/news/gesetz-zur-ausweitung-der-lebendorganspende-auf-dem-weg-8912734e-a701-4594-8732-586c618bf015
Chargenrückruf: Litalir 500 mg Hartkapseln, 100 St.
Der Originalhersteller ruft sein Arzneimittel Litalir (Hydroxycarbamid) 500 mg Hartkapseln, je 100 Stück (PZN 11877976) mit den Ch.-B.: 4D8793, 4D8794, zurück. Die FD Pharma GmbH hat sich dem Rückruf angeschlossen und ruft ebenfalls die betroffenen Chargen des Arzneimittels zurück.
Der Rückruf erfolgt aufgrund des Risikos der Bildung von Pulverklumpen innerhalb der Kapseln. Diese Qualitätsabweichung kann die ordnungsgemäße Anwendung des Arzneimittels beeinträchtigen.
Apotheken werden gebeten, ihre Lagerbestände entsprechend zu überprüfen. Eigenständige Rücksendungen der betroffenen Ware sind nicht vorgesehen. Zur weiteren Abwicklung des Rückrufs sollen Apotheken Kontakt mit der Service-Hotline der FD Pharma GmbH unter der Telefonnummer 07851 485 27 14 aufnehmen. Quelle: AMK
Neu in der Apotheke: Curél Feuchtigkeits-Tiefenpflege-Spray Mini

Seit Februar 2026 ist das Feuchtigkeits-Tiefenpflege-Spray mit Ceramiden von Curél ergänzend im MINI-Format (57 ml) verfügbar. Die kompakte Packungsgröße ist für die Anwendung unterwegs vorgesehen. Nach Angaben des Herstellers wurde das Produkt für trockene und empfindliche Haut entwickelt und dient der unterstützenden Feuchtigkeitsversorgung und ist in Apotheken ab sofort erhältlich.
Die Formulierung ist laut Hersteller frei von Duft- und Farbstoffen, pH-hautneutral eingestellt und dermatologisch getestet. Quelle: PM MSL Group Germany GmbH
USA: Neue Therapieoption bei Alterssichtigkeit
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) hat ein weiteres verschreibungspflichtiges Präparat zur Behandlung der Alterssichtigkeit (Presbyopie) zugelassen. Wie aus einer Mitteilung des Herstellers Tenpoint Therapeutics hervorgeht, enthält Yuvezzi™ die Wirkstoffe Carbachol und Brimonidintartrat.
Es handelt sich jedoch nicht um die erste topische Therapieoption in dieser Indikation: Bereits im Sommer des vergangenen Jahres hatte die FDA Aceclidin-Augentropfen (Vizz) zur Behandlung der Alterssichtigkeit empfohlen.
In Deutschland ist bislang keine medikamentöse Therapie zur Behandlung der Alterssichtigkeit zugelassen, hier erfolgt die Korrektur weiterhin mittels Lesebrille oder Kontaktlinsen. Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2026/02/02/neue-augentropfenkombi-gegen-alterssichtigkeit
Natpar® (▼, Parathyroidhormon): Einstellung des Inverkehrbringens
Die Firma Takeda informiert über die vorzeitige Einstellung des Vertriebs von Natpar® (Parathyroidhormon) in den Dosierstärken 25, 50, 75 und 100 Mikrogramm pro Dosis (Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung). Die Einstellung erfolgt bereits vor dem geplanten Widerruf der Zulassung zum 1. Juli 2026.
Die AMK hatte bereits über den seit Juli 2022 bestehenden Lieferengpass sowie die weltweite Produktionseinstellung aller Dosierstärken zum Jahresende 2024 aufgrund nicht behebbarer Herstellungsprobleme berichtet.
Die zuletzt in Verkehr gebrachte Charge ist bis zum 30. Juni 2026 haltbar. Nach Ablauf des Verfalldatums darf der Pen nicht mehr angewendet werden. Verbleibende Packungen sollen nach Unternehmensangaben von den Patienten an die jeweils beliefernde Apotheke oder Klinik zurückgegeben werden.
Weiterführende Details sind dem Informationsschreiben des Unternehmens zu entnehmen. Die AMK bittet Apotheken, betroffene Patienten sowie versorgte Einrichtungen entsprechend zu informieren. Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit dem Lieferengpass von Parathyroidhormon sollen über das Meldeportal der AMK angezeigt werden. Quelle: AMK
Neu in Apotheken: bioticLoges® ab Februar 2026 erhältlich

bioticLoges® subtilis ist ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform, das seit Februar 2026 in Apotheken erhältlich ist. Das Produkt enthält in einer Kapsel 2 Milliarden koloniebildende Einheiten (KBE) Bacillus subtilis, 240 mg Akazienfasern sowie 120 mg Calcium.
Die empfohlene Verzehrmenge beträgt eine Kapsel täglich mit ausreichend Flüssigkeit. bioticLoges® subtilis ist in Packungsgrößen zu 15 Kapseln (PZN 20009859) oder 30 Kapseln (PZN 20009865) verfügbar. Quelle: PM ifemedi GmbH