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Rote Augen nach dem Schwimmen: Das hilft

Kleines Mädchen mit nassen Haaren, in Badeanzug und trägt eine Schwimmbrille
Damit das Schwimmvergnügen nicht ins Auge geht, sollte man sich entsprechend schützen. | Bild: Maria Manco/Stocksy / AdobeStock

Wenn es im Sommer draußen heiß ist, gehen viele Menschen gerne ins Schwimmbad oder den heimischen Pool. Das sorgt für Abkühlung und hebt die Stimmung. Doch so mancher Badespaß endet mit geröteten, brennenden oder gar tränenden Augen.

Gerötete oder gereizte Augen durch Chlorwasser sind keine Seltenheit, insbesondere nach einem längeren Aufenthalt im Wasser. Meist klingen die Beschwerden nach kurzer Zeit von selbst ab. Mit einfachen Vorkehrungen kann man jedoch das Risiko für Augenreizungen mindern. Wichtig ist dabei die Abgrenzung von der sog. Schwimmbad-Konjunktivitis.

Warum röten sich die Augen nach dem Schwimmen?

In Schwimmbädern oder privaten Pools wird Chlor als Desinfektionsmittel eingesetzt. Da das Wasser während einer Badesaison in der Regel nicht (vollständig) gewechselt wird, verhindert die Zugabe von Chlor, dass sich Keime und Krankheitserreger im Wasser übermäßig sammeln und vermehren. Gänzlich keimfrei bleibt das Wasser jedoch nicht.

Chlor an sich hat bereits das Potenzial, Augen zu reizen. Verbindet sich das Chlor nun mit Urin, Schweiß und Schmutzpartikeln aus dem Badewasser, entstehen zusätzlich reizende Verbindungen. 

Da Augen generell empfindlicher sind, bemerken Betroffene solch eine Reizung in der Regel schnell. Häufiger betroffen sind vor allem Menschen, die zu trockenen Augen neigen.

Rote Augen nach dem Schwimmen: Vorbeugung und Behandlung

In der Regel klingen die Symptome wie leichtes Brennen, Tränen oder Rötungen nach wenigen Stunden von selbst wieder ab. 

Zusätzlich können Augentropfen mit Tränenersatzmitteln das Brennen lindern. Hierbei ist es empfehlenswert, auf Produkte ohne Konservierungsmittel (z. B. Hylo Comod®, Bepanthen® Augentropfen + Dexpanthenol) zurückzugreifen, da diese ebenfalls kurzzeitige Irritationen hervorrufen können.

Für ein schnelleres Abklingen der Symptome können auch konservierungsfreie Augentropfen mit Salicylsäure (z. B. Posiforid Comod) empfohlen werden. Der Wirkstoff hat antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften, was die Reizungen am Auge mildern kann.

Wer zu trockenen Augen neigt, kann bereits vor dem Baden befeuchtende Augentropfen anwenden. Auch das Tragen einer Schwimmbrille schützt vor Augenreizungen. 

Klingen die Symptome nach zwei Tagen nicht ab, sollten Betroffene einen Augenarzt aufsuchen, um eine Infektion auszuschließen. 

Gut zu wissen: Schwimmen mit Kontaktlinsen möglich?

Insbesondere Kontaktlinsenträger sollten ihre Augen mit einer Schwimmbrille schützen. 

Ohne diesen Schutz kann sich die Kontaktlinse beim Schwimmen am Auge festsaugen, was eventuell schmerzhafte Abschürfungen an der Hornhaut verursacht. 

Außerdem können sich gefährliche Keime wie Akanthamöben oder Pilze unbemerkt in das weiche Material der Kontaktlinse einnisten und dort vermehren. 

Wer nicht auf Kontaktlinsen beim Baden verzichten möchte, sollte laut Empfehlung von Augenärzten Tageslinsen verwenden und diese nach dem Schwimmbadbesuch entsorgen. 

Was hinter dem Begriff Schwimmbad-Konjunktivitis steckt

Im Zusammenhang mit diesem Phänomen taucht immer wieder der Begriff der Schwimmbad-Konjunktivitis auf. Diese ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der oberflächlichen Reizung der Augen durch Chlor und Fremdpartikel.

Tatsächlich handelt es sich hier um eine Form der Bindehautentzündung, welche durch Viren oder Bakterien hervorgerufen wird. Allerdings wird die Bezeichnung nicht einheitlich verwendet. 

Zum einen bezeichnet die Schwimmbad-Konjunktivitis eine akute follikuläre Konjunktivitis, die durch Adenoviren ausgelöst wird. Zum anderen ist der Begriff auch ein Synonym für das Paratrachom – eine akute Konjunktivitis, verursacht durch Chlamydien.

Gut zu wissen: Woher kommt die Bezeichnung Schwimmbad-Konjunktivitis?

Vermutlich ist die Herkunft des Begriffs historisch zu erklären. In der Zeit, als Schwimmbäder noch nicht ausreichend mit Chlor behandelt wurden, war eine Ansteckung mit Chlamydien über das Badewasser wahrscheinlicher, als es heute der Fall ist.

Behandlung einer Schwimmbad-Konjunktivitis

Bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um eine Beteiligung durch Bakterien oder Viren auszuschließen. Der Augenarzt kann mithilfe eines Abstrichs bestimmen, welche Erreger vorliegen, und die passende Therapie festlegen.

Bei einer bakteriellen Infektion wird ein Antibiotikum verordnet, welches systemisch oder lokal (z. B. als Augentropfen oder -salbe) angewendet wird. Gibt es einen Nachweis auf Chlamydien, wird auch der Geschlechtspartner untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt.

Während des Behandlungszeitraums sollten die Betroffenen wichtige Hygienemaßnahmen einhalten:

  • Betroffene und Angehörige des gleichen Haushalts sollten auf eine gute Händehygiene achten.
  • Hand-Augen-Kontakt vermeiden oder nach Kontakt sofort Hände waschen.
  • Separate (Einmal-)Hygieneartikel und Handtücher verwenden und nach Gebrauch gründlich reinigen bzw. entsorgen.

Quellen:
Gelbe Liste
Doccheck
Augentagesklinik Oberland
Apotheken Umschau
 

Gut zu wissen: Symptome einer Schwimmbad-Konjunktivitis

Neben einer Rötung und Schwellung der Bindehaut zählt als erstes Anzeichen der Konjunktivitis ein weißlich-schleimiges Sekret, welches das Sehvermögen beeinträchtigen kann.

Weiterhin kann das Auge verklebt sein oder nässen.