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„Axia“: Erste DiGA für entzündlich-rheumatische Erkrankung

Die neue digitale Gesundheitsanwendung „Axia“ richtet sich an Menschen mit axialer Spondyloarthritis (axSPA). Diese zählt zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und betrifft die Wirbelsäule.
Typische Symptome einer axSPA sind Rückenschmerzen, (Morgen-)Steifheit und Müdigkeit. Meist treten die Schmerzen zunächst nachts auf und bessern sich durch Bewegung.
Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einer zunehmenden Verknöcherung der Wirbelsäule und dadurch zu Funktionsverlusten und Bewegungseinschränkungen. An diesem Punkt will die App „Axia – die Bechterew-App“ ansetzen.
Gut zu wissen: Warum der Beiname Bechterew?
Morbus Bechterew, medizinisch Spondylitis ankylosans, ist die häufigste Form der axialen Spondyloarthritis.
„Axia“: Therapiebegleitung per App
Die digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) wurde von der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew entwickelt, um Betroffene im täglichen Umgang mit axSPA zu unterstützen.
In der DiGA finden die Patienten Bewegungsübungen, die sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen sollen – ein Punktesystem für erfolgreich durchgeführte Übungen soll die Motivation steigern.
Das Übungsprogramm wird individuell auf den Anwender angepasst. Anschauliche Videos abgestimmt auf Alter und Krankheitsstadium sorgen für Abwechslung und helfen, die Übungen korrekt umzusetzen. Entspannungsübungen ergänzen das Programm.
Außerdem enthält die App eine umfangreiche Datenbank mit Informationen über die Erkrankung, einen Symptomtracker sowie ein Medikationstagebuch.
Für wen ist „Axia“ geeignet?
Laut Anbieterwebseite kann die DiGA von Patienten mit axialer Spondyloarthritis in jedem Krankheitsstadium genutzt werden. Kontraindiziert ist „Axia“ jedoch bei:
- eitriger Arthritis oder direkten Gelenkinfektionen bei anderenorts klassifizierten infektiösen und parasitären Krankheiten,
- primärer oder sekundärer bösartiger Neubildung von Knochen und Gelenkknorpel an der Wirbelsäule,
- vertebraler Osteomyelitis, pyogener Bandscheibeninfektion oder sonstigen infektiösen Spondylopathien.
Außerdem weist der Anbieter darauf hin, dass bei bestimmten Erkrankungen vor einer Anwendung ausführliche Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden soll. Dazu zählen u. a.:
- akuter grippaler Infekt mit Fieber oder Schüttelfrost,
- verminderte Knochendichte oder frühere Wirbelsäulenoperationen,
- Kompression von Nervenwurzeln und Nervenplexus bei Bandscheibenschäden,
- Fraktur oder andere traumatische Verletzung der Wirbelsäule,
- Gangunsicherheit, Sturzneigung,
- fortgeschrittene Herzerkrankung und
- Blutungsneigung.
„Axia“ auf Rezept
Die DiGA „Axia“ ist als Medizinprodukt zugelassen und dauerhaft im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. In den App-Stores ist sie unter „Axia – die Bechterew-App“ zu finden und kann heruntergeladen werden.
In Kürze soll die App auch auf Rezept verfügbar sein. Dann können Ärzte die DiGA verordnen und die Kosten für die App übernimmt die Krankenkasse. Quellen:
aerztezeitung.de
axia-app.de
diga.bfarm.de
rheumazentrum-ruhrgebiet.de
flexikon.doccheck.com
Gut zu wissen: Wann werden DiGA dauerhaft gelistet?
Das BfArM führt eine Liste aller in Deutschland zur Verfügung stehenden digitalen Gesundheitsanwendungen. In diesem Verzeichnis werden die DiGA klassifiziert nach „vorläufig aufgenommen“ und „dauerhaft aufgenommen“.
Nur wenn der Hersteller mit validen Daten nachweisen konnte, dass die DiGA die ausgewiesenen positiven Versorgungseffekte auf den Patienten tatsächlich hat, wird die Anwendung dauerhaft im Verzeichnis aufgenommen.
Ohne solch einen Nachweis werden DiGA zunächst für 12 Monate vorläufig gelistet. Diese Frist kann einmalig um weitere 12 Monate verlängert werden. In diesem Zeitraum muss der Hersteller einen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit der DiGA vorlegen.