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RKI veröffentlicht nun auch Statistiken zu Pilzresistenzen

Analog zu Bakterien entwickeln auch Pilze Resistenzen, die eine medikamentöse Therapie beeinträchtigen können. Deshalb veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) nun auch die Resistenzanteile mehrerer humanpathogener Pilze gegen bestimmte Antimykotika.
Bisher sind die Daten für die Jahre 2008 bis 2024 unter amr.rki.de abrufbar. Die Internetseite bündelt die Überwachungsprojekte Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS), Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS) und Integrierte Analyse von Resistenz und Verbrauch (ARVIA).

In der ARS-Datenbank kann man nun zwischen Bakterien und Pilzen wählen und sich, unter anderem gefiltert nach Jahr, Region und Versorgungsbereich (stationär oder ambulant), die Resistenzdaten folgender Pilze anzeigen lassen:
- Aspergillus fumigatus
- Candida albicans
- Candida parapsilosis
- Candida tropicalis
- Nakaseomyces glabratus (syn. Candida glabrata)
Gut zu wissen: Was macht die Antibiotika-Resistenz-Surveillance?
2007 initiierte das Bundesministerium für Gesundheit das Überwachungssystem „ARS – Antibiotika-Resistenz-Surveillance in Deutschland“, um kontinuierlich Daten zur Resistenzlage und zum Antibiotikaverbrauch zu erheben.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen die Entwicklung und Ausbreitung von Resistenzen begrenzen, indem sie Grundlagen für Therapieempfehlungen und Hygienerichtlinien liefern und das öffentliche Gesundheitswesen bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
Während der COVID-19-Pandemie konnte ARS kurzfristig für die tägliche Übermittlung der virologischen Untersuchungsergebnisse auf SARS-CoV-2 erweitert werden.
Erste Erkenntnisse zu Pilzresistenzen
Aus den seit 2008 gesammelten und nun aufbereiteten Daten hat das RKI bereits verschiedene Schlüsse in Bezug auf Pilzresistenzen in Deutschland gezogen:
- Bei Einrichtungen, die kontinuierlich an der Antibiotika-Resistenz-Surveillance teilnehmen, haben die Nachweise von Pilzen zwischen 2019 und 2024 zugenommen – im ambulanten Bereich um 31 Prozent, stationär um 14 Prozent.
- Insgesamt liegt der Resistenzanteil 2024 auf einem niedrigen Niveau: Er beträgt 0,3 bis 1,9 Prozent gegenüber Echinocandinen und 0,4 bis 16,6 Prozent gegenüber Azolen.
- Es gibt unterschiedliche Trends in Bezug auf bestimmte Antimykotika: Beispielsweise gegenüber Fluconazol sind die Resistenzanteile des Pilzes Nakaseomyces glabratus (syn. Candida glabrata) in den letzten Jahren gesunken, die von Candida tropicalis jedoch gestiegen.
Je nach Pilz zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen gegenüber dem gleichen Medikament. Dies macht laut Robert Koch-Institut eine kontinuierliche Überwachung der Pilzresistenzen – und damit die erweiterte Arbeit der Antibiotika-Resistenz-Surveillance – notwendig. Quellen:
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Neuigkeiten-und-Presse/Meldungen/Archiv/2026-02-10_Resistenzdaten-Pilze.html
https://amr.rki.de/Content/Datenbank/ARS/ResistanceOverview.aspx