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Beauty-Trend: Botox-Behandlungen nehmen zu

junge Frau erhält Botox-Injektion in Zornesfalte
Vor allem junge Frauen lassen sich Botox oder Hyaluronsäure spritzen. | Bild: n.tati.m / AdobeStock

Immer mehr Menschen lassen minimalinvasive Eingriffe beim plastischen Chirurgen durchführen. Zu minimalinvasiven Eingriffen gehören zum Beispiel Behandlungen mit Botulinumtoxin (Botox) oder Hyaluronsäure, bei denen Falten gemildert oder Lippen aufgespritzt werden. 

Zur Erinnerung: So wirkt Botulinumtoxin Typ A

Werden Botulinumtoxine (Botox®) in einen Muskel gespritzt, blockieren sie dort gezielt durch Zerstörung von Proteinkomplexen die Übertragung von Nervenimpulsen. 

Dadurch kann der entsprechende Muskel nicht mehr wie gewohnt angespannt werden. Andere Nervenfunktionen – wie das Fühlen oder Tasten – werden nicht beeinflusst. 

Nach der Injektion baut sich die Wirkung langsam auf und erreicht – je nach Indikation und Dosis – nach etwa zehn Tagen ihren Höhepunkt. 

Nach zwei bis sechs Monaten werden die ausgeschalteten Nervenenden neu gebildet, wodurch die Muskeln wieder aktiviert werden können und die Wirkung von Botox nachlässt.

Rund 16 Prozent mehr solcher Eingriffe als im Jahr 2024 haben Ärzte durchgeführt. Das geht aus einer Mitgliederbefragung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) unter 100 Ärzten hervor. 

„Das ist tatsächlich ein Trend“, sagte VDÄPC-Präsident Alexander Schönborn auf einer Pressekonferenz anlässlich der VDÄPC-Jahrestagung in Berlin. Minimalinvasive Eingriffe machten inzwischen rund 63 Prozent aller Eingriffe aus, wie die Mitglieder berichteten. 

Botox und Co.: Dank Social Media vor allem junge Patienten

Vor allem bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 30 Jahren gebe es eine Tendenz zu diesen Eingriffen, sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), Michaela Montanari. 

„Ich glaube, ein ganz großer Grund sind da auch (...) die sozialen Medien, die Beautyketten, die gezielt auch diese Altersgruppe, dieses Klientel, einfangen.“

Wie schon in den vergangenen Jahren lassen deutlich mehr Frauen (etwas 90 Prozent) etwas machen als Männer. Schönborn bestätigte auf Nachfrage den Eindruck, dass immer mehr junge Frauen sich die Lippen aufspritzen ließen. 

Die Rolle von plastischen Chirurgen sei es, verantwortungsvoll mit der Nachfrage umzugehen und Patienten gut zu beraten. Für besorgniserregend halte er diesen Trend nicht.

Minimalinvasive Eingriffe: Botox und Hyaluronsäure im Trend

Unter den Top 10 der häufigsten Eingriffe, die ästhetisch-plastische Chirurgen vornehmen, liegen Botulinumbehandlungen mit deutlichem Abstand auf Platz 1, gefolgt von Hyaluronsäure. 

Danach folgt bei Männern und Frauen die Blepharoplastik (Augenlidstraffung) auf Platz 3. Bei Frauen sind anschließend noch Fettabsaugung sowie Brustvergrößerung bzw. -verkleinerung gefragt, während bei den Männern die Behandlung einer Gynäkomastie (gutartige Vergrößerung der männlichen Brust) und Fettabsaugung auf Rang 4 und 5 folgen. Diese Maßnahmen sind jedoch keine minimalinvasiven Eingriffe mehr, sondern gehen stets mit einer Operation einher.

Auch Folgebehandlungen und Korrekturen nehmen zu

Grundsätzlich betrachten die Experten den Trend nicht kritisch. Wichtig sei eine kompetente Beratung. Für diese nehmen sich rund 70 Prozent der Ärzte laut der Umfrage im Durchschnitt 30 bis 60 Minuten in einem Erstgespräch Zeit. 

Gut ein Drittel der Ärzte lehnte eine Behandlung bei 6 bis 10 Prozent der Patienten ab. Hauptgrund seien Erwartungen, die nicht erfüllt werden könnten, sagte Schönborn.

Dies danken die Patienten mit einer hohen Zufriedenheit, meint Schönborn mit Blick auf die Umfrage. Der Anteil der Zweit- und Folgebehandlungen sei erneut gestiegen. Im Jahr 2025 läge der Anteil bei durchschnittlich 41,3 Prozent. 

Kritisch sehen die Experten allerdings, dass Botox und Co. zum Teil von Kosmetikerinnen oder Heilpraktikern angeboten würden, die dafür nicht qualifiziert seien, oder junge Frauen sich Botox im Internet bestellten und selbst spritzten. 

Das könnte auch erklären, warum der Anteil an Korrekturbehandlungen im Jahr 2025 zugenommen hat, von 14,5 Prozent im Jahr 2024 auf nun 16,2 Prozent.

Botox und Co.: Auf Qualifikationen und Erfahrung achten

Demnach ist es umso wichtiger, dass sich Interessierte vorher genau informieren, welche Qualifikationen der Behandler nachweisen kann und wie viel Erfahrung er bereits im Bereich der minimalinvasiven Eingriffe sammeln konnte.

In jedem Fall sollte es möglich sein, auch nach einem Erstgespräch eine Behandlung noch abzulehnen. Auch sollten Patienten dieses Gespräch nutzen, um alle Fragen stellen zu können, um anschließend eine fundierte Entscheidung zu fällen. Quelle: dpa/mg; VDÄPC