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PTA-Vertretung: Nur für 10 Minuten?

Apothekerin steht mit zwei PTA im Handverkauf und erklärt den beiden etwas
Von einer Vertretungsregelung, die der für Pharmazieingenieure gleicht, hin zu „nur, wenn der Apotheker mal kurz weg muss“: Das Thema PTA-Vertretung wird derzeit heiß diskutiert. | Bild: Schelbert / PTAheute

Die geplante Vertretungsregelung für PTA bleibt ein politisches Streitthema. Während ursprünglich ein klar definierter Rahmen vorgesehen war, zeichnet sich nun eine deutlich eingeschränktere Lösung ab. Ein entsprechender Änderungsantrag, der PTAheute gegenüber erläutert wurde, deutet darauf hin, dass die Vertretung künftig nur noch sehr kurzfristig möglich sein soll.

Ursprünglicher Plan: Begrenzte PTA-Vertretung mit Qualifizierung 

Zunächst war vorgesehen, PTA eine begrenzte Vertretung zu ermöglichen für maximal 20 Tage pro Jahr, davon höchstens zehn Tage am Stück – und nur in Apotheken, in denen erfahrene PTA bereits eigenverantwortlich arbeiten. Spezialisierte Betriebe, etwa mit Zytostatikaherstellung, sollten ausgeschlossen bleiben.

Voraussetzung sollte zudem eine strukturierte Weiterqualifizierung sein. Die Bundesapothekerkammer (BAK) sollte ein entsprechendes Curriculum festlegen, das PTA in einer zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildung absolvieren. Verankert werden sollte die Regelung in § 2 der Apothekenbetriebsordnung.

Kabinettsentwurf: Einschränkung auf ländliche Regionen

Im weiteren Verlauf wurde der Ansatz bereits angepasst: Die Vertretungsmöglichkeit sollte nur noch für Apotheken im ländlichen Raum gelten. Ergänzt wurden eine Erprobungsphase sowie eine Genehmigungspflicht, die im neuen § 29 Apothekengesetz vorgesehen ist. Doch auch dieser Vorschlag blieb umstritten. 

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – lehnt eine PTA-Vertretung weiterhin ab und sieht darin unter anderem ein mögliches Einfallstor für Fremdbesitzstrukturen.

Neuer Vorschlag: Kurzzeitige Überbrückung

Nach aktuellem Stand zeichnet sich nun eine weitere Einschränkung ab. Laut dem PTAheute vorliegenden Änderungsantrag soll es künftig lediglich möglich sein, dass PTA kurzfristig allein in der Apotheke verbleiben – etwa dann, wenn der Apotheker „kurz weg muss“.

Auch Stephan Pilsinger, Berichterstatter für Apotheken der Unionsfraktion, hatte diesen Ansatz bereits öffentlich skizziert. Demnach gehe es um sehr kurze Zeiträume, in denen die Apotheke so nicht schließen müsse. Komplexe pharmazeutische Fragestellungen sollten in dieser Zeit weiterhin dem Apotheker vorbehalten bleiben.

Die Diskussion zeigt: Die Balance zwischen Versorgungssicherheit und berufsrechtlichen Grenzen ist weiterhin ungeklärt. Während einige eine Flexibilisierung im Alltag begrüßen, befürchten andere eine schleichende Verschiebung von Verantwortlichkeiten.

Gleichzeitig wird deutlich, dass das Thema Weiterentwicklung von PTA unabhängig davon an Bedeutung gewinnt. Diskutiert werden unter anderem zusätzliche Kompetenzen, etwa bei Impfleistungen oder pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) – jeweils gekoppelt an entsprechende Qualifikationen.

Die ursprünglich geplante PTA-Vertretung in größerem Umfang scheint politisch derzeit nicht mehr durchsetzbar. Stattdessen rückt eine stark begrenzte, kurzfristige Lösung in den Fokus. Ob und in welcher Form diese umgesetzt wird, bleibt jedoch weiterhin offen – die Beratungen sind noch nicht abgeschlossen.

Cornelia Neth, Chefredakteurin PTAheute.de