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Schwere Sonnenbrände fördern zweithäufigste Hautkrebsart

Nahaufnahme einer kindlichen Schulter mit Sonnenbrand
Schwere Sonnenbrände vor allem in der Kindheit erhöhen das Risiko für Hautkrebs deutlich. | Bild: Юля Бурмистрова / AdobeStock

Ein US-Forscherteam hat Hinweise darauf gefunden, dass schwere Sonnenbrände, zum Beispiel mit Blasenbildung oder Schmerzentwicklung, mit einem signifikant erhöhten Risiko für ein kutanes Plattenepithelkarzinom assoziiert sind – vor allem, wenn sie in der Kindheit auftreten.  

Diese Hautkrebsart ist die zweithäufigste nach dem Basalzellkarzinom. Der Zusammenhang mit UV-Strahlung ist längst bekannt, die Rolle von Sonnenbränden war jedoch bislang weniger gut untersucht.

In seine Analyse schloss das Team um Isaac Weber vom University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston 17 Studien mit insgesamt 321.473 Teilnehmern ein.  

Bewertet wurde das Krebsrisiko in Abhängigkeit von der Häufigkeit von Sonnenbränden in verschiedenen Lebensphasen – sowohl solche mit undefiniertem Schweregrad als auch solche, die als schmerzhaft, blasenbildend und/oder schwer kategorisiert waren.

Schwere Sonnenbrände verursachen speziellen Hautkrebs

Laut der neuen Studie stieg das Risiko für ein kutanes Plattenepithelkarzinom bei undefinierten, also nicht als schwer eingestuften Sonnenbränden nicht mit der Häufigkeit der Sonnenbrände.  

Dagegen waren als schwer eingestufte Sonnenbrände signifikant mit einem erhöhten Risiko für die spezielle Hautkrebsart assoziiert: Bei mittlerer Häufigkeit solcher Sonnenbrände stieg das Krebsrisiko um 51 Prozent, bei hoher Häufigkeit sogar um 69 Prozent. Interessant auch: Schon ein einziger schwerer Sonnenbrand im Leben erhöhte die Erkrankungswahrscheinlichkeit um 38 Prozent.

Besonders deutlich fiel der Zusammenhang bei schweren Sonnenbränden in der Kindheit aus: Eine hohe Frequenz in jungen Jahren war mit mehr als einer Verdreifachung des Krebsrisikos (311 Prozent) verbunden.

Sonnenschutz wichtigste Prävention vor Sonnenbrand

Die Studienautoren sehen in ihren Ergebnissen eine Bestätigung für die Annahme, dass Sonnenbrand ein zentraler Risikofaktor für Hautkrebs sei, insbesondere bei Kindern mit heller Haut.  

Sie plädieren daher für eine konsequente Prävention und Aufklärung, da das Sonnenschutzverhalten langfristig entscheidend zur Senkung des Hautkrebsrisikos beitragen könne.

Die Wissenschaftler hatten einen noch höheren Anstieg des Risikos durch schwere Sonnenbrände erwartet. Sie vermuten, dass die Selbstauskünfte über erlebte Sonnenbrände, auf denen die analysierten Studien beruhten, die Assoziation abgeschwächt haben.  

Zudem hätten viele Arbeiten wichtige Einflussfaktoren wie Hauttyp, chronische UV-Belastung oder Lebensstilfaktoren wie Tabakkonsum nur unzureichend berücksichtigt. Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/article-abstract/2839012