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Hundebandwurm: Gefahr für Mensch und Tier

Der Mensch ist kein Endwirt und eigentlich auch kein Zwischenwirt für den Hundebandwurm. Kommen wir jedoch mit den Ausscheidungen von Hunden oder anderen Fleischfressern in Kontakt, ist eine Ansteckung möglich.
Wie funktioniert der Lebenszyklus des Hundebandwurms genau? Welche Tiere sind am häufigsten von dem Parasiten betroffen? Und wie lässt sich eine Infektion bei Hund und Mensch verhindern?
Entwicklung und Fortpflanzung des Hundebandwurms
Hundebandwürmer wachsen im Dünndarm von Haushunden, aber auch von anderen Fleischfressern wie Wölfen, Füchsen, Dachsen oder Katzen heran. Diese dienen als Haupt- oder Endwirte und scheiden mit ihrem Kot Bandwurmeier aus, die aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit über Monate infektiös bleiben.
Sie werden von wildlebenden Pflanzenfressern wie Hirschen und Rehen oder von Schafen, Rindern, Schweinen und Ziegen über die Nahrung aufgenommen. Durch die Darmwand gelangen die Eier in die Organe dieser Zwischenwirte und bilden blasenförmige Zysten (Hydatiden), in denen eine Massenvermehrung von Larven (Finnen) stattfindet.
Erlegt nun ein Fleischfresser ein infiziertes Tier oder frisst ein Haushund beispielsweise kontaminierte Schlachtabfälle, gelangen die Larven in den Endwirt, wo sie heranwachsen und Eier produzieren. Der Kreislauf beginnt von Neuem.
Infektionen mit Hundebandwurm kommen häufig vor
Eine Infektion des Menschen mit dem Hundebandwurm wird als zystische Echinokokkose bezeichnet. Dabei bilden sich die Zysten bevorzugt in der Leber, manchmal auch in der Lunge und selten in weiteren Organen oder anderen Körperstrukturen wie Knochen oder dem zentralen Nervensystem.
Die zystische Echinokokkose kommt überwiegend in Süd- und Südosteuropa, Russland, dem Nahen Osten, Zentral- und Südostasien, China, Nordafrika, Ostafrika, Australien, Neuseeland und Südamerika vor. Häufig sind Menschen davon betroffen, die unter schlechten hygienischen Verhältnissen in engem Kontakt mit Hunden leben.
Relativ oft trifft es Schafzüchter oder -hirten. Die Schafe infizieren sich mit den Bandwurmlarven, wenn sie die Eier über das mit Hundekot verschmutzte Erdreich aufnehmen. Der Kreislauf setzt sich fort, wenn die Hunde mit Schlachtabfällen aus der Schafherde gefüttert werden.
Auch für Jagdhunde besteht ein Infektionsrisiko, wenn ihnen erlaubt wird, den Aufbruch von erlegtem Wild roh zu fressen. Weil der Bandwurm nur drei bis sechs Millimeter groß wird, wachsen oft viele Tausend Exemplare in einem Endwirt heran. Da die Bandwürmer beim Endwirt jedoch auf den Darm beschränkt bleiben, verläuft der Befall für Hunde meist symptomlos.
Menschen infizieren sich jedoch nicht nur über Nutztiere: Bandwurmeier können auch im Rahmen einer Schmierinfektion direkt über das Anfassen von kontaminierter Erde oder Pflanzen in den Mund gelangen. Eine weitere potenzielle Infektionsquelle ist der Verzehr von Lebensmitteln, die mit Wurmeiern verschmutzt sind, beispielsweise Pilze und Waldbeeren.
Der Mensch ist jedoch ein Fehlwirt, da von ihm aus kein weiterer Zyklus erfolgt. Somit kommt es auch nicht zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch.
Symptome einer Hundebandwurm-Infektion
Infektionen mit dem Hundebandwurm sind beim Menschen wesentlich häufiger und weniger gefährlich als ein Fuchsbandwurmbefall. Auch hier durchdringen die Bandwurmeier die Darmwand, bilden aber keine Geschwüre, sondern abgekapselte Zysten.
Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome kann sechs Monate bis mehrere Jahre dauern. Oft werden die Zysten in der Zwischenzeit nur zufällig entdeckt, zum Beispiel wenn aus anderen Gründen eine Ultraschall-, MRT- oder Röntgenuntersuchungen stattfindet. Blutuntersuchungen auf Antikörper ergänzen dann die Diagnose.
Große Zysten in der Leber können Schmerzen im Oberbauch hervorrufen, bei Lungenbefall sind Reizhusten und Druckschmerzen typisch.
Eine mögliche Komplikation ist ein anaphylaktischer Schock durch Reißen einer Zyste und das Austreten von Flüssigkeit. Außerdem werden dann die Larven massenhaft ausgeschwemmt und bilden an anderer Stelle weitere Zysten.
Oft verläuft eine zystische Echinokokkose aber gutartig: Nach einigen Jahren sterben die Larven ab und die Zyste verkalkt.
Die Erkrankung muss in Deutschland von Ärzten und Laboren an das Gesundheitsamt gemeldet werden.
Prävention und Therapie einer Hundebandwurm-Infektion
Zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen können helfen, eine zystische Echinokokkose zu verhindern. Dazu zählen:
- Hände waschen vor dem Essen, nach der Gartenarbeit und nach dem Kontakt mit Hunden.
- Den eigenen Hund regelmäßig entwurmen lassen.
- Pilze und andere Waldfrüchte mehrere Minuten auf mindestens 70 Grad erhitzen (Tiefkühlen reicht nicht aus).
- Kadaver von Füchsen oder anderen Raubtieren nicht anfassen.
- Schlachtabfälle vor dem Verfüttern an den eigenen Hund durchkochen.
- Im Wald keine bodennahen Früchte ohne gründliches Waschen verzehren.
Wenn dennoch eine zystische Echinokokkose festgestellt wird, muss diese von einem Spezialisten komplett entfernt oder durch Einspritzen einer Alkohollösung abgetötet werden.
Manchmal reicht auch die medikamentöse Behandlung mit einem Antiwurmmittel oder, bei inaktiven Zysten, die keine Beschwerden verursachen, einfaches Abwarten: Oft wird das Immunsystem selbst mit der Krankheit fertig. Quellen:
- https://tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/hundebandwurmbefall
- https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Echinokokkose.html?nn=16906254
- https://de.wikipedia.org/wiki/Dreigliedriger_Hundebandwurm
- https://flexikon.doccheck.com/de/Hundebandwurm