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Cannabis-Konsum trotz Teillegalisierung nicht gestiegen

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat zwölf repräsentative Studien aus den Jahren 2008 bis 2025 zum Cannabis-Konsum in Deutschland ausgewertet und die Ergebnisse im Journal of Health Monitoring 2026 veröffentlicht.
Die Autoren suchten nach etwaigen Veränderungen der Zwölf-Monats-Prävalenz des Cannabis-Konsums sowohl von Zwölf- bis 17-jährigen Jugendlichen als auch von 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen. Der Betrachtungszeitraum schließt auch das erste Jahr seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland zum 1. April 2024 ein.
Die zugrunde liegenden Studien stammen vom BIÖG selbst: Das Institut führt regelmäßig – zuletzt 2023 und 2025 – Repräsentativbefragungen zum Cannabis-Konsum Jugendlicher und junger Erwachsener durch.
Gut zu wissen: Cannabis als Gefahr für junge Menschen
Die Befragungen des BIÖG finden vor dem Hintergrund statt, dass regelmäßiger und langfristiger Cannabis-Konsum besonders bei Jugendlichen mit verschiedenen negativen Folgen für die Gesundheit in Verbindung gebracht wird, darunter Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gastrointestinale Beschwerden, Abhängigkeit, Psychosen, Stimmungs- und Angststörungen sowie suizidales Verhalten.
Seine Verbreitung unter jungen Menschen sei daher ein Thema mit großer Bedeutung für die Öffentliche Gesundheit.
Cannabis-Konsum bei Jugendlichen bleibt stabil, Anstieg bei jungen Männern
Zwischen 2023 und 2025 hat sich die Zwölf-Monats Prävalenz des Cannabis-Konsums bei weiblichen und männlichen Jugendlichen sowie jungen Frauen nicht statistisch signifikant verändert: Im Jahr 2025 gaben 4,6 Prozent der weiblichen und 7,2 Prozent der männlichen Jugendlichen an, innerhalb der letzten zwölf Monate Cannabis konsumiert zu haben.
Unter jungen Erwachsenen ist der Konsum von Cannabis deutlich weiter verbreitet: Die Zwölf-Monats-Prävalenz betrug 2025 bei Frauen 18,8 Prozent und bei Männern 31,6 Prozent.
Bei den jungen Frauen ist die Prävalenz leicht gesunken, jedoch ebenfalls nur im nicht signifikanten Bereich. Bei den jungen Männern ist die Prävalenz dagegen im Vergleich zum Jahr 2023 statistisch signifikant gestiegen. Sie hatte damals 26,9 Prozent betragen.
Das stellt jedoch keine neue Entwicklung dar, sondern setzt den seit Untersuchungsbeginn im Jahr 2008 erkennbaren Trendverlauf fort.
Statistisch signifikante Unterschiede zum Referenzjahr 2025 fanden sich bei weiblichen Jugendlichen zuletzt im Jahr 2011 (Prävalenz 2,8 Prozent), bei männlichen Jugendlichen im Jahr 2019 (10,8 Prozent) und bei jungen Frauen im Jahr 2016 (11,4 Prozent).
Gut zu wissen: Vergleich des Cannabis-Konsums mit anderen Ländern
Das BIÖG weist darauf hin, dass internationale Studien zur Entwicklung des Cannabis-Konsums nach einer gesetzlichen Legalisierung (z. B. in Kanada und fast der Hälfte der US-Bundesstaaten) bei jungen Erwachsenen überwiegend Anstiege der Konsumprävalenzen und der Konsumhäufigkeit zeigten, während die Ergebnisse für Jugendliche inkonsistent waren.
Cannabis-Teillegalisierung trägt nicht zur Verbreitung des Konsums bei
Ein Jahr nach der Teillegalisierung fand sich kein Hinweis eines unmittelbaren Effekts auf die Verbreitung des Cannabis-Konsums unter jungen Menschen in Deutschland.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit wird die Entwicklung durch weitere repräsentative Umfragen verfolgen und in regelmäßigen Studien analysieren. Quelle:
- https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/FactSheets/johm_11_11_DE.html