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Neue Empfehlung: Medizinisches Händewaschen: Kaltes Wasser genügt

Die „Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen und in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe“ (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) hat ihre Empfehlung „Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ in Bezug auf die Wassertemperatur an medizinischen Handwaschplätzen geändert.
Die neue Empfehlung folgt der kürzlich erfolgten Änderung der 2015 veröffentlichten TRBA 250 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe). Dort heißt es nun in Bezug auf die Bereitstellung von Handwaschgelegenheiten:
„Den Beschäftigten sind leicht und schnell erreichbar Handwaschplätze mit fließendem Wasser (Trinkwasserqualität), Spendern für Hautreinigungsmittel und Einmalhandtücher zur Verfügung zu stellen (…)“
Die Passage „Ein hygienischer Handwaschplatz muss mit Zulauf für warmes und kaltes Wasser ausgestattet sein“ ist entfallen, was die KRINKO in ihrer aktualisierten Empfehlung aufgreift und ausdrücklich begrüßt.
Warum ist warmes Wasser an medizinischen Handwaschplätzen nicht mehr nötig?
Das Robert Koch-Insitut informierte in seinem Bulletin 32 vom 6. August 2026 über die Hintergründe der Änderung:
Die Auswirkungen der Wassertemperatur auf eine effektive Erregerabreicherung von den Händen seien laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zu vernachlässigen.
Das hätte ein Vergleich des Abspülens der Hände mit vier Grad kaltem beziehungsweise 40 Grad warmem Wasser nach experimenteller Kontamination mit Escherichia coli bestätigt.
Die Wirksamkeit der Händewaschung auf die Hautflora korreliere mit der Dauer des Händewaschens, der Technik, der Qualität des verwendeten Wassers und der Handwaschpräparate, nicht aber mit der Temperatur.
Daraus folge, dass die Ausstattung medizinischer Handwaschplätze mit warmem Wasser aus Gründen der Hygiene und Infektionsprävention nicht erforderlich sei.
Ohnehin stelle das Händewaschen in Einrichtungen des Gesundheitswesens eine gezielte zusätzliche Maßnahme in bestimmten Situationen dar. Die Basismaßnahme für eine effektive Erregerinaktivierung und somit die Vermeidung von Erregertransmissionen sei die hygienische Händedesinfektion.
Wie wirkt sich die Wassertemperatur aus?
Selbstverständlich ist warmes Wasser laut der aktualisierten Empfehlung keinesfalls verboten. Medizinische Einrichtungen erhalten also mehr Gestaltungsspielraum bei der Einrichtung ihrer Handwaschplätze.
Vor diesem Hintergrund erörtert das RKI, in welcher Hinsicht die Wassertemperatur eine Rolle spielen kann:
Der Verzicht auf Warmwasser spart Ressourcen. Darüber hinaus kann häufiges Händewaschen mit über 20 Grad warmem Wasser zu Hautirritationen führen, die unter Umständen die Händedesinfektion negativ beeinflussen und so die Wahrscheinlichkeit von Erregertransmissionen erhöhen.
Ein weiterer Aspekt betrifft das Risiko für Legionellen: Die ausschließliche Bereitstellung von Kaltwasser reduziert das Risiko für das Vorhandensein, die Vermehrung und die Kreuzkontamination von Legionellen deutlich.
Im Gegenzug kann Warmwasser die Bereitschaft medizinischen Personals zu regelmäßigem und ausführlichem Händewaschen fördern. Quellen:
- https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2026/32_26.pdf?__blob=publicationFile&v=2
- https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Krankenhaushygiene/KRINKO/Empfehlungen-der-KRINKO/Basishygiene/Downloads/Haendehyg_Rili.pdf?__blob=publicationFile&v=7