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Mpox: In Berlin sind weitere Personengruppen betroffen

Handinnenflächen mit roten, kreisrunden Pusteln
Zu den typischen Symptomen von Mpox zählen Hautläsionen. | Bild: Marina Demidiuk / AdobeStock

Mit Mpox infizierten sich bislang vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. In Berlin werden nun zunehmend auch Infektionen bei Frauen und nach heterosexuellen Kontakten beobachtet. 

Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) wurden zuletzt einige Fälle im Umfeld von sexpositiven Veranstaltungen für heterosexuelle und queere Menschen gemeldet.

Im August seien dem Lageso bislang zwei Frauen mit Mpox gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum infizierte sich den Angaben der Behörde auch ein Mann, der angab, sich möglicherweise beim Sex mit einer Frau angesteckt zu haben. Bei allen drei Fällen bestand nach Angaben der Behörde ein möglicher Zusammenhang mit anonymen sexuellen Kontakten in Clubs oder im privaten Umfeld.

Zur Erinnerung: Was ist Mpox?

Mpox (früher: Affenpocken) ist eine Viruserkrankung, die durch engen Körperkontakt übertragen wird, – häufig im Rahmen sexueller Kontakte. 

Eine Ansteckung ist insbesondere bei direktem Kontakt mit den typischen Hautveränderungen wie Bläschen oder Schorf möglich. Diese können am gesamten Körper auftreten. Kondome bieten daher keinen ausreichenden Schutz. Auch eine Tröpfcheninfektion (z. B. über Speichel) ist möglich.

Gegen Mpox gibt es eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie derzeit insbesondere für Personen mit erhöhtem Expositions- und Infektionsrisiko sowie als Postexpositionsprophylaxe nach engem Kontakt mit einer infizierten Person.

Die Impfung sei sehr effektiv und gut erträglich. Wer sich trotz Impfung infiziere, habe meist einen deutlich leichteren Krankheitsverlauf.

Im Jahr 2022 kam es auch in Deutschland zu einem größeren Mpox-Ausbruch. Die meisten Fälle betrafen Männer, die Sex mit Männern und häufig wechselnde Sexualpartner haben. Für diese Gruppe gab es daraufhin eine gezielte Impfkampagne.

Mpox: Deutlich mehr Fälle als in manchen Vorjahren

Insgesamt wurden dem Lageso in diesem Jahr bislang vier Mpox-Infektionen bei Frauen gemeldet. Die Gesamtzahl der in Berlin gemeldeten Mpox-Fälle liegt in diesem Jahr bei bislang 156. Das sind mehr als im Vorjahreszeitraum mit 144 Fällen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2024 waren es 38 Fälle, 2023 wurden 13 Fälle gemeldet.

Deutschlandweit wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) bis zum 27. August 2026 insgesamt 375 Mpox-Fälle gemeldet. 98 Prozent davon waren Männer. Nach Angaben des RKI haben sich die Männer, bei denen der Infektionsweg bekannt war, fast ausschließlich beim Sex mit Männern angesteckt. 

Eine Entwicklung wie die aktuell in Berlin beobachtete sei bundesweit bislang nicht zu erkennen.

Mpox: Mehr Infektionen bei Frauen in Berlin

Die Berliner Infektionsepidemiologin Claudia Ruscher sieht in den Fällen bei Frauen eine mögliche neue Dynamik. Zwar erscheint die Zahl zunächst gering, die Infektionen seien jedoch innerhalb kurzer Zeit aufgetreten. In den vergangenen Jahren war in Berlin meist keine oder nur eine Frau pro Jahr betroffen.

Problematisch ist aus Sicht des Lageso zudem, dass Menschen außerhalb der bislang besonders betroffenen Gruppen möglicherweise weniger über Mpox informiert und seltener geimpft sind.

Ungeimpfte Menschen, die sich erstmals mit Mpox infizieren, können einen schwereren Krankheitsverlauf entwickeln. Typisch sind unter anderem Fieber und schmerzhafte Hautveränderungen. Die Läsionen können als Bläschen, Pusteln oder Krusten auftreten und den gesamten Körper betreffen.

Mpox erkennen: Hautveränderungen richtig einordnen

Gerade bei bislang weniger betroffenen Personengruppen kann Mpox zunächst möglicherweise nicht als solche erkannt werden. Hautveränderungen könnten beispielsweise mit Rasierpickeln, Mückenstichen oder Herpes verwechselt werden.

Für Apothekenteams bedeutet das: Bei entsprechenden Beschwerden und einer passenden Anamnese sollte auch Mpox als mögliche Ursache berücksichtigt werden. Bei Verdacht auf eine Infektion ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Quelle: dpa / vs