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Ube: farbintensive Wurzel im Trend

Ube ist eine violette Yamswurzel, gehört also zur Gattung Yams (Dioscorea) in der Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae). Zum Trendlebensmittel auf Social Media avancierte die Knolle unter anderem, weil sie Speisen und Getränke wie Kuchen, Eis oder den in Cafés immer häufiger angebotenen „Ube-Latte“ lila färbt.
Gibt es weitere Vorteile? Fordert die Wurzel sogar die Gesundheit? Und rechtfertigen die Eigenschaften die langen Transportwege? Hier die wichtigsten Fakten.
Anbau von Ube und Exportverbot
Die Gattung Yams ist in den tropischen bis gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet. Viele Yams-Arten werden wegen ihrer essbaren Wurzelknollen als Nahrungsmittel angepflanzt. Sie ähneln geschmacklich und optisch den Süßkartoffeln, sind aber nicht mit ihnen verwandt.
Die größten Anbaugebiete liegen in Afrika. Die in Europa zum Trend avancierte Yams-Art Ube wird jedoch überwiegend auf den Philippinen kultiviert. Sie erinnert mit ihrem süßlich-nussigen Geschmack an Vanille und Kokos und wird seit Jahrhunderten in süßen und herzhaften philippinischen Gerichten verwendet.
Aufgrund des starken internationalen Booms während der vergangenen Jahre hat die Landesregierung jedoch im August 2026 die Ausfuhr von Roh-Ube ausgesetzt. Das Exportverbot gilt für Knollen, die für den Verzehr wie auch für die Anpflanzung bestimmt sind.
Unter anderem infolge des Verbots sind naturbelassene Knollen im Handel selten. Weitaus häufiger ist Ube in Form von verarbeiteten Produkten wie Pulvern, Pasten oder Sirupen erhältlich. Diese schützen allerdings vor Zubereitungsfehlern, denn rohe Yamsknollen sind aufgrund von Alkaloiden, reizenden Oxalaten und Saponinen toxisch und ungenießbar.
Ube – lila Farbe und antioxidative Eigenschaften
Für die Social-Media-taugliche Farbe der Wurzel sind Anthocyane verantwortlich. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die Obst und Gemüse rot, blau oder violett färben.
Sie wirken antioxidativ und entzündungshemmend und werden deshalb mit einem verringerten Risiko für bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Der Hype um Ube ist hier jedoch nicht ganz gerechtfertigt, da Anthocyane auch in anderen roten Gemüsesorten wie Rotkohl, Auberginen oder roten Zwiebeln vorkommen. Zudem kann der Anthocyangehalt stark variieren, abhängig von Sorte, Reife, Anbauort, Klima und Lagerung.
Ube richtig einsetzen
Aufgrund der enthaltenen Nährstoffe eignet sich Ube als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung: Die stärkehaltige Knolle liefert vor allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe, die Vitamine B und C sowie Mineralstoffe wie Kalium und Eisen.
Wie andere Wurzelgemüse besitzt sie einen niedrigen glykämischen Index, lässt also den Blutzuckerspiegel nur moderat ansteigen.
Die Verbraucherzentrale Hessen gibt jedoch zu bedenken, dass Ube oft in Trendprodukten wie gesüßten Getränken, Eis oder Backwaren zum Einsatz kommt. Hier stecke nicht immer viel Ube drin, dafür oft Zucker, Fette und Zusatzstoffe wie Emulgatoren oder Stabilisatoren.
Wer Ube selbst verarbeiten will, sollte beim Kauf von Pulver oder Paste auf die Zutatenliste schauen und möglichst reine Produkte ohne Zusatzstoffe wählen.
Ube-Latte ist an sich koffeinfrei und damit beispielsweise auch für Schwangere und Stillende geeignet. Er lässt sich aber mit einem Espresso zu einem echten Kaffeegetränk anreichern.
Ube-Alternativen mit kürzeren Transportwegen
Die Verbraucherzentrale weist auf die weiten Transportwege hin, die die Klimabilanz belasteten. Zudem seien Ube-Produkte oft deutlich teurer als vergleichbare heimische Zutaten, obwohl der Mehrwert häufig vor allem in der auffälligen lila Farbe liege.
Diese lasse sich jedoch auch mit heimischen, meist günstigeren Lebensmitteln wie frischen und gefriergetrockneten Beeren, Rote-Bete-Pulver, violetten Möhren oder dunklen Weintrauben erzielen. Quellen:
https://www.verbraucherzentrale-hessen.de/pressemitteilungen/lila-latte-eis-und-kuchen-ubelebensmitteltrend-124318
https://de.wikipedia.org/wiki/Yams
https://www.da.gov.ph/da-indefinitely-suspends-raw-ube-exports-to-secure-planting-materials/
https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/ube-so-gesund-ist-die-lila-yamswurzel-1570169.html