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Beauty-Trends mit Risiken: Was bei Lid-Tattoos und Fake-Lashes zu beachten ist

Nahaufnahme auf weibliches Gesicht, das Wimpernverlängerung erhält
Bei Wimpernverlängerungen und anderen kosmetischen Behandlungen sollten Hygienestandards unbedingt eingehalten werden. | Bild: Whyona / AdobeStock

Ob Lidstrich oder perfekt geformte Brauen: Permanent-Make-up gilt als zeitsparende Lösung. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) warnt jedoch, dass gerade Tätowierungen am Lidrand alles andere als unbedenklich sind. 

Häufig kommt es zu allergischen Reaktionen und langwierigen Entzündungen. Bei mangelnder Hygiene steigt zudem die Gefahr von Infektionen mit Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken; auch Übertragungen schwerer Erkrankungen wie Hepatitis oder HIV sind beschrieben.

Trockene Augen durch Lidstrichtattoos

Besonders problematisch: Lidrandtattoos können die empfindlichen Talgdrüsen am Lid schädigen. Diese Drüsen produzieren den öligen Anteil des Tränenfilms. Werden sie beeinträchtigt, trocknet das Auge aus. Typische Beschwerden sind Brennen, Lichtempfindlichkeit und das Gefühl, ein Sandkorn im Auge zu haben.

Eine klinische Untersuchung zeigt den Zusammenhang deutlich: Frauen mit Lidstrichtattoos wiesen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe deutlich schlechtere Werte bei Tränenmenge, Stabilität des Tränenfilms und Meibomdrüsenfunktion auf. 

Ihr OSDI-Score (Ocular Surface Disease Index, ein Fragebogen zur Erfassung der Symptome des trockenen Auges; Skala 0–100, höhere Werte = stärkere Beschwerden) lag mehr als doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe.

Gut zu wissen: Lidstrichtattoos mit mehr Risiken als gedacht

Neben dem Risiko für trockene Augen können Tattoos bestehende Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis verschlechtern. Auch chemische Verätzungen und mechanische Verletzungen durch unsachgemäße Behandlungen sind möglich. Der „schöne“ Lidstrich hat damit oft seinen Preis.

Wimpernverlängerungen – Kleber mit Nebenwirkungen

Auch künstliche Wimpern sind nicht ohne Risiko. Besonders der verwendete Kleber löst häufig allergische Kontaktekzeme am Lidrand aus. Zudem werden entzündliche Reaktionen an Lidern und Bindehaut beobachtet.

Langfristig können die eigenen Wimpern leiden: Der Haarschaft wird geschädigt, die Wimpernbasis verkalkt oder die Naturwimpern fallen aus. 

Besonders gefährlich sind Verletzungen der Hornhaut durch falsch platzierte oder abgebrochene Wimpern. Diese können die Hornhaut regelrecht abschaben und so nicht nur starke Schmerzen verursachen, sondern im schlimmsten Fall auch zu einer dauerhaften Verschlechterung des Sehvermögens führen.

Keratopigmentierung: Nicht für kosmetische Zwecke gedacht

Eine noch invasivere Methode ist die sogenannte Keratopigmentierung. Dabei werden Farbstoffe direkt in die Hornhaut eingebracht. Ursprünglich wurde diese Technik entwickelt, um krankheitsbedingte Hornhautveränderungen zu kaschieren, etwa Narben oder Trübungen, oder, um starke Blendungen bei bestimmten Augenkrankheiten zu verringern.

Inzwischen wird sie vereinzelt auch aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt – mit fragwürdigem Nutzen. Denn der Eingriff birgt erhebliche Risiken: Neben dem allgemeinen Operationsrisiko können Infektionen oder Narbenbildungen auftreten. 

Auch Farbveränderungen oder ein ungleichmäßiges Ergebnis sind möglich. Besonders kritisch ist, dass das Sehen dauerhaft beeinträchtigt werden kann, wenn die Pigmente ungünstig platziert werden. Zudem ist die Behandlung nur schwer rückgängig zu machen.

Für kosmetische Zwecke gilt die Keratopigmentierung deshalb als hoch umstritten – die möglichen Schäden stehen in keinem Verhältnis zum rein ästhetischen Gewinn.

Kosmetische Behandlungen am Auge: Für Risiken sensibilisieren

Für PTA ist das Thema relevant, weil immer mehr Kunden in der Apotheke nach der Sicherheit solcher Behandlungen fragen. Die Risiken reichen von Ekzemen über Infektionen bis hin zu bleibenden Schäden wie dem trockenen Auge.

Wichtig ist, Kunden für diese Gefahren zu sensibilisieren. Wer sich dennoch für Permanent-Make-up oder Wimpernverlängerungen entscheidet, sollte zumindest auf höchste Hygiene achten und mögliche Beschwerden ernst nehmen. Denn wenn es um die Augen geht, steht die Gesundheit immer vor der Schönheit.