Mit GLYX zum Glück – was steckt hinter der Glyx-Diät?

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GLYX ist die Abkürzung für „glykämischer Index“ (GI). Dieser Wert gibt an, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines Lebensmittels ansteigt. Er bezieht sich dabei auf jeweils 50g eines Nahrungsmittels und wird in Relation zur Glukose gesetzt, für die man einen GI von 100 % festgelegt hat.

Warum interessiert der Verlauf der Blutzuckerkurve?

Steigt nach einer Mahlzeit der Blutzuckerspiegel an, reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung von Insulin. Insulin sorgt dafür, dass Glukose in Muskel- und Fettzellen aufgenommen wird, fördert die Bildung von Fettgewebe und hemmt im Gegenzug den Abbau von Fettreserven. Ein hoher Insulinspiegel verursacht ein Hungergefühl und führt zur erneuten Nahrungsaufnahme.

Wer abnehmen möchte, dem empfiehlt die Glyx-Diät, Lebensmittel mit einem geringen GI in Mengen, solche mit einem mittleren GI in Maßen und die mit einem hohen GI nur in Ausnahmefällen zu verzehren.

Grüne, gelbe und rote Nahrungsmittel

Aus GLYX-Tabellen können die Werte der einzelnen Nahrungsmittel abgelesen werden. Eine farbliche Darstellung im Ampelschema erleichtert die Übersicht. „Grüne“ Lebensmittel sind z.B. die meisten Gemüsesorten, heimisches Obst und Vollkornprodukte. Fleisch, Fisch, fette Öle und Nüsse haben einen vernachlässigbaren Kohlenhydratgehalt und werden deshalb sogar mit einem GI von 0 geführt. Unter den „gelben“ Nahrungsmitteln finden sich Haushaltszucker, Müsliriegel aber auch Bananen und Melonen. „Rot“ markiert sind u.a. Weissmehlprodukte, geschälter Reis, Kartoffelpürree und Pommes frites.

Der GI ist dabei nicht als mathematische Rechengröße anzusehen. Er ist auf ein isoliertes Nahrungsmittel bezogen und verändert sich, je nachdem, in welcher Kombination und nach welcher Zubereitungsart es dann tatsächlich verzehrt wird. Auch ist der GI von Person zu Person unterschiedlich. Was bleibt, ist jedoch die Reihenfolge der verschiedenen Lebensmittel in der Liste sowie deren Einordnung in eine der drei Gruppen.

Gelegentlich wird statt vom glykämischen Index auch von der glykämischen Last (GL) gesprochen. Dieser Wert berücksichtigt die tatsächlich verzehrte Menge des kohlenhydrathaltigen Lebensmittels und wird wie folgt errechnet: GL= GI x verwertbare Kohlenhydratmenge : 100. Karotten haben z.B. einen GI von 39. In einer üblichen Portionsgröße von 80g stecken 6g verwertbare Kohlenhydrate. Die glykämische Last GL ist demnach: 39 x 6 : 100 = 2, 34 (gerundet 2).

Fettabbau funktioniert nicht ohne Bewegung

Trampolinspringen, Fahrrad fahren, ausgedehnte Spaziergänge oder Treppensteigen statt Aufzug fahren – regelmässige (tägliche!) Bewegung ist wichtig, um Muskelmasse aufzubauen und Fettreserven zu verbrennen. Auch Entspannungstechniken können helfen, Stress zu vermeiden und somit eine Gewichtsabnahme zu erleichtern.

Neuer Name für alt Bekanntes

Zu den Diätformen, die sich auf den glykämischen Index beziehen gehören neben der Glyx-Diät auch die Montignac-Methode, die Logi-Methode und Metabolic-Balance. Es handelt sich hier nicht um kurzfristige Diäten, sondern auf längere Zeit ausgerichtete Ernährungsumstellungen. Die Empfehlungen entsprechen dabei in weiten Zügen der in den 80er-Jahren propagierten Vollwerternährung.

Kritische Stimmen

Ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse, Verzicht auf Fertiggerichte und industriellen Zucker – in weiten Teilen herrscht Einigkeit über die gesunde Zusammensetzung einer Ernährung nach dem Glyx-Prinzip. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht dennoch keine Empfehlung für eine dauerhafte Ernährung nach dieser Diätform aus, da Faktoren wie Fettgehalt und Gesamtkalorienmenge bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten völlig ausser Acht gelassen werden.

Annette Thomas
Apothekerin, Dozentin
onlineredaktion@ptaheute.de