Besenginster – pflanzliches Antiarrhythmikum

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Eine unscheinbare Heilpflanze ist der Besenginster wahrlich nicht. Vor allem jetzt zur Blütezeit leuchtet der Strauch in goldgelber Pracht. Der Schmetterlingsblütler enthält herzwirksame Alkaloide. Besenginsterkraut wird inzwischen vorwiegend in homöopathischen Arzneimitteln eingesetzt.

Gelbe Blütenpracht

Der Besenginster (Cytisus scoparius = Sarothamnus scoparius) mag sandige, trockene und kalkarme Böden. Wo der Strauch diese Verhältnisse antrifft, kann er bis zu zwei Meter hoch werden. In Heidegebieten, auf Kahlschlägen und an Waldrändern kommt er oft in größeren Beständen vor. Der Schmetterlingsblütler (Fabaceae) wird auch gerne als Zierstrauch angepflanzt. Seine grünen Zweige sind im Mai/Juni meist über und über mit leuchtend gelben Blüten bedeckt.

Für Besen gut

In früheren Jahrhunderten hatte der Besenginster wirtschaftliche Bedeutung. Man stellte aus seinen rutenartigen Zweigen Besen her. Daher rührt sein Name. Auch für Flechtwerk und Abdeckungen wurden die Zweige verwendet. Aus den Fasern des Strauchs stellte man Seile und grobe Stoffe her.

Bei funktionellen Herzbeschwerden

Medizinisch wurde der Besenginster früher vor allem als harntreibendes Mittel eingesetzt. In der modernen Phytotherapie gewann Besenginsterkraut (Cytisi scoparii herba = Sarothamni scoparii herba) als Herz-Kreislauf-Therapeutikum Bedeutung. Die in den Zweigen enthaltenen Chinolizidinalkaloide (vor allem Spartein) schwächen Nervenimpulse am Herzen ab. Zudem verlängert Spartein die Diastole. Damit wird das Herz vor einer übermäßigen nervösen Belastung geschützt. Funktionelle Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern und -klopfen können auf diese Weise gelindert werden. Das ebenfalls enthaltene biogene Amin Tyramin wirkt leicht gefäßverengend und damit blutdrucksteigernd.

Beschränkt auf homöopathische Arzneimittel

Bei Bluthochdruck darf Besenginsterkraut nicht eingesetzt werden. Wegen wehenfördernder Wirkung ist es in der Schwangerschaft kontraindiziert. Außerdem verträgt sich die Droge nicht mit MAO-Hemmern wie Maprotilin oder Selegilin. Generell ist Besenginster zur Selbstmedikation ungeeignet. Bis vor einigen Jahren gab es Fertigpräparate mit Besenginsterkraut-Extrakt sowie Tee. Mittlerweile findet sich Cytisi scoparii herba fast nur noch in homöopathischen Arzneimitteln. Präparate mit Urtinktur sind zum Beispiel Spartiol® Cardiohom und Rytmopasc®.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de