Buchweizen – glutenfreie Körner und gefäßaktives Kraut

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Auch wenn es der Name nahelegt – der Buchweizen zählt nicht zum Getreide. Ein wertvoller Nahrungslieferant ist das Knöterichgewächs dennoch. Weil sie kein Gluten enthalten, sind Buchweizenkörner derzeit sehr im Trend. Die Pflanze hat aber noch eine andere nützliche Seite: Ihr flavonoidreiches Kraut ist wirksam bei Venenschwäche.

Nahrhafte Körner

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Der Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ist eine anspruchslose Pflanze und gedeiht selbst auf sehr kargen Böden. Bis ins 18. Jahrhundert gehörte er zu unseren wichtigsten Nahrungspflanzen. Das ist den kleinen, dreikantigen Nussfrüchtchen dieses Knöterichgewächses (Polygonaceae) zu verdanken. Sie erinnern an winzige Bucheckern und lassen sich zu Mehl vermahlen. Außerdem wurde aus diesen Körnern Grütze gekocht. Die Buchweizenkörner enthalten Stärke und hochwertiges Eiweiß sowie B-Vitamine, Vitamin E und Mineralstoffe.

Glutenfreier Getreideersatz

In östlichen Ländern spielt Buchweizen auch heute noch eine große Rolle in der traditionellen Küche. Bekannt sind zum Beispiel „Blini“. Diese russischen Pfannkuchen werden aus Buchweizenmehl gebacken. Um Brotlaibe zu backen, ist Buchweizenmehl dagegen ungeeignet. Es fehlt ihm das Klebereiweiß Gluten. Doch gerade wegen dieser Gluten-Freiheit greifen heute viele Menschen zu Buchweizen-Produkten als Getreideersatz.

Venenwirksames Flavonoid

Für den therapeutischen Einsatz von Fagopyrum esculentum sind die nahrhaften Körner dagegen uninteressant. Arzneilich kommt es vielmehr auf die gesamte Pflanze vor der Fruchtbildung an. Buchweizenkraut (Fagopyri herba) enthält relativ viel Rutin (= Rutosid). Dieses Flavonoid ist wirksam bei Venenschwäche. So verbessert Rutin die Venenelastizität und dichtet die Gefäßwände ab. Dadurch tritt weniger Flüssigkeit ins umgebende Gewebe aus. Außerdem wird die Mikrozirkulation in Kapillaren und Venolen verbessert. Entsprechend zeigten Buchweizenextrakte im Experiment ödemprotektive Effekte. In Studien erwiesen sie sich als wirksam bei chronischer Veneninsuffizienz.

Tee aus Buchweizenkraut

Buchweizenkraut setzt man heute vorwiegend als Tee ein (ca. 2 g Droge pro Tasse, mehrmals täglich). Außerdem gibt es Fertigtees mit Buchweizenkraut (z.B. Fagorutin® Venen-Aktiv-Buchweizen-Tee, Salus® Buchweizenkraut Tee)

Typisch: dreieckige Blattform

Der Buchweizen ist ursprünglich in Zentralasien heimisch. Dort wird er auch schon lange angebaut. In unsere Breiten gelangte Fagopyrum esculentum vermutlich im 14. Jahrhundert mit den Mongolen und wurde hier in Kultur genommen. Mitunter trifft man die krautige Pflanze mit ihren typischen, fast dreieckigen und pfeilförmig zugespitzten Blättern auch verwildert an – meist an Weg- oder Ackerrändern.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de