Eisenkraut – Rittersymbol und Volksheilmittel

Als Heilpflanze sollte das Eisenkraut früher Wunden heilen, vor allem solche, die von Eisenwaffen rührten. / Bild: Klosterfrau Gesundheits-Service

So unscheinbar es auch wirkt, dem Eisenkraut (Verbena officinalis) wurden einst außergewöhnliche Kräfte zugeschrieben. Auch auf seine medizinischen Fähigkeiten hielt man früher große Stücke. In der heutigen Heilkunde hat sich die Pflanze rar gemacht – mit einer überraschenden Ausnahme.

Unscheinbares Kraut

Durch äußere Attraktivität besticht das Gewöhnliche Eisenkraut (Verbena officinalis) nicht gerade: Die bis circa 80 Zentimeter hohe Pflanze mit dem vierkantigen Stängel ist sparrig verzweigt. Ihre kleinen blasslila Blüten, die in schmalen Ähren stehen, erkennt man erst aus der Nähe. Das Eisenkraut wächst auf Schuttflächen, an Mauern und Wegrändern.

Symbol für Unverwundbarkeit

Früher galt das Eisenkraut als sehr kraftvolle Pflanze. Daher rührt auch sein Name. So glaubte man, dass das Kraut vor Verletzungen durch Eisenwaffen schützen könne. Die mittelalterlichen Ritter trugen das Eisenkraut als Symbol der Unverwundbarkeit mit sich. Darüber hinaus sollte die Pflanze die Schwerter härter machen. Deshalb gaben die Schmiede Eisenkraut mit in die Eisenschmelze.

Früher ein mächtiges Wundkraut

Als Heilpflanze sollte das Eisenkraut Wunden heilen, vor allem solche, die von Eisenwaffen rührten. Im Laufe der Zeit etablierten sich in der Volksmedizin viele verschiedene Anwendungsgebiete für das Eisenkraut. Heute wird Verbenae herba vor allem bei Atemwegserkrankungen, Rheuma und Migräne eingesetzt. Auch zur Anregung der Milchbildung und als menstruationsförderndes Mittel wird es empfohlen. Im Vordergrund steht die Teeanwendung (1,5 g getrocknetes Kraut pro Tasse, Tagesdosis 4,5 g). In der Schwangerschaft sollte das Eisenkraut nicht verwendet werden, da es als wehenfördernd gilt.

In einem bekannten Fertigarzneimittel

Als wirksamkeitsrelevante Inhaltsstoffe des Eisenkrauts gelten vor allem Iridoidglykoside und Kaffeesäurederivate. Die Droge wird jedoch rein volksmedizinisch verwendet. Denn die rationale Phytotherapie hält die wissenschaftliche Datenlage für nicht ausreichend. Allerdings wird die schleimlösende Wirkung bei Katarrhen der oberen Luftwege als rational begründbar eingestuft – und zwar in fixer Kombination mit anderen Heilpflanzen. Daher steckt Eisenkraut-Extrakt in einem unserer geläufigsten pflanzlichen Kombipräparate – in Sinupret®. Das Eisenkraut dient hier zusammen mit Enzianwurzel, Ampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten der Sinusitis-Behandlung.

Eisenkraut-Extrakt steckt auch in einem der geläufigsten pflanzlichen Kombipräparate – in Sinupret®. / Bild: © Heike Rau - Fotolia.com

Nicht verwechseln mit der Zitronenverbene!

Nicht zu verwechseln ist Verbena officinalis mit der Echten Verbene, auch als „Zitronenverbene“ oder „Verveine“ bezeichnet (Aloysia citrodora = Lippia triphylla). Diese südamerikanische Verwandte duftet intensiv nach Zitrone. Sie soll harmonisieren und entspannen (z.B. in H&S® Bio-Stilltee, Sidroga® Wellness Entspannungstee).

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de