Goldrute – harntreibendes Kraut

Das Goldrutenkraut besitzt diuretische, entzündungshemmende, analgetische und schwach spasmolytische Eigenschaften. / Bild: © Emer - Fotolia

Die goldgelben Blütenrispen der Echten Goldrute (Solidago virgaurea) kann man bis in den Oktober antreffen. Die leuchtenden Blütenköpfe sind bei Insekten eine willkommene, späte Nahrungsquelle. Für den Menschen bietet die Goldrute einen therapeutischen Nutzen – als pflanzliches Blasen- und Nierenmittel.

Goldene Ruten

Vor allem in lichten Wäldern und Gebüschen sowie auf mageren Weiden ist die Echte (= Gewöhnliche) Goldrute zu finden. Die mehrjährige, bis zu einem Meter hohe Asteracee kommt vom Flachland bis in alpine Regionen hinauf vor. Ihre in Rispen angeordneten leuchtend gelben Blütenköpfe machen dem Namen „Goldrute“ alle Ehre. Der wissenschaftliche Artname „virgaurea“ ist gleichbedeutend: Das lateinische „virga“ heißt „Rute“ und „aurea“ steht für „golden“. 

Altes Wundheilmittel

Der wissenschaftliche Gattungsname „Solidago“ bezieht sich hingegen nicht auf das äußere Erscheinungsbild. Er verweist vielmehr darauf, wofür die Pflanze früher verwendet wurde. So rührt der erste Teil des Namens vom lateinischen Wort „solidus“ für „fest“. Der Wortteil „ago“ heißt „ich mache“. Das „Festmachen“ bezog sich auf eine heilende Wirkung bei Verletzungen, die man dem Goldrutenkraut zuschrieb. Tatsächlich setzt die Volksmedizin das Kraut schon seit Jahrhunderten als Wundheilmittel ein.

Empfehlenswert bei Blasenentzündung

Neben einer wundheilenden Kraft schrieb man der Goldrute aber schon vor Jahrhunderten eine weitere therapeutische Eigenschaft zu: die harntreibende Wirkung. Diese konnte von der modernen Phytotherapie bestätigt werden. So ist Echtes Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba) indiziert zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur vorbeugenden Behandlung bei Harnsteinen und Nierengrieß. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten unter anderem Flavonoide, Saponine und Phenolglykoside. 

Neben der diuretischen Wirkung sind auch entzündungshemmende, analgetische und schwach spasmolytische Eigenschaften für Goldrutenkraut nachgewiesen. Sie erweisen sich als günstig bei Harnwegsinfekten, beispielsweise Blasenentzündungen.  

In zahlreichen Fertigpräparaten

Es gibt einige bekannte Fertigpräparate mit Trockenextrakt von Echtem Goldrutenkraut, zum Beispiel Cystinol long®, Solidagoren® mono, Solidago Steiner®, Urol® flux forte. Echtes Goldrutenkraut wird auch kombiniert mit anderen pflanzlichen Urologika eingesetzt, zum Beispiel in den Fertigarzneimitteln Aqualibra® (zusammen mit Extrakten aus Hauhechelwurzel und Orthosiphonblättern) und Cystinol® N Lösung (kombiniert mit Auszügen aus Bärentraubenblättern). 

Fein geschnittene kann die Droge auch als Tee zubereitet werden (2 bis 4 g pro Tasse, Tagesdosis 6 bis 12 g).

Zwei weitere Goldruten-Arten

Die echte Goldrute ...

Neben der Echten Goldrute (Solidago virgaurea) werden zwei andere Goldrutenarten für ähnliche Zwecke verwendet: die Riesengoldrute (Solidago gigantea) und die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Vornehmlich die Riesengoldrute findet sich häufig in Arzneitees (z.B. Aurica® Goldrutenkraut Tee, Goldrutenkraut Bombastus, Salus® Nieren-Blasen-Tee). 

Im Gegensatz zur Echten Goldrute sind Riesen- und Kanadische Goldrute aus Nordamerika zu uns gekommen. Vor allem die Kanadische Goldrute ist hierzulande seit Jahrzehnten ein sehr erfolgreicher „Neubürger“. So beherrschen ihre bis zu zwei Meter hoch aufragenden Blütenrispen vielerorts Weg- und Waldränder, Bahndämme und Brachland.

... und die Kanadische Goldrute / Fotos: © Weber-Fina
Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de