Hohlzahn – bei leichten Atemwegskatarrhen

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Kaum zu glauben, welche Fähigkeiten man dem Hohlzahn früher zuschrieb: Sein Kraut sollte so schwere Lungenleiden wie die Tuberkulose heilen. Heutzutage ist das einstige „Schwindsuchtkraut“ weitgehend in Vergessenheit geraten. Bei leichten Atemwegskatarrhen ist Gaelopsidis herba aber immer noch indiziert.

Typisch Hohlzahn

Ein Zahnheilmittel ist der Hohlzahn nicht. Seinen merkwürdigen Namen erhielt der Lippenblütler (Lamiaceae) vielmehr wegen der Gestalt seiner kleinen Blüten. Betrachtet man sie genau, erkennt man auf der Unterlippe zwei kleine höckerartige Erhebungen. Sie sind innen hohl und sehen wie Zähnchen aus.

Galeopsis segetum: taubnesselartiges Aussehen

Unter den verschiedenen Hohlzahnarten ist aus therapeutischer Sicht vor allem der Gelbe Hohlzahn (= Saat-Hohlzahn, Galeopsis segetum) von Interesse. Es handelt sich um eine einjährige, bis 50 Zentimeter hohe, hellgelb blühende Pflanze. Sie ist eher selten und kommt vor allem im Westen Deutschlands vor, bevorzugt auf sandigen, kalkarmen Böden. Mit den Blütenquirlen, dem vierkantigen Stängel und den gesägten Blättern sieht der Gelbe Hohlzahn ähnlich aus wie eine Taubnessel. Da die Form der Blätter zudem an Hanfblätter erinnert, wird diese Galeopsis-Art auch „Hanfnessel“ genannt.

Bei leichten Katarrhen der Luftwege

Das Inhaltsstoff-Spektrum von Hohlzahnkraut liefert eine Erklärung für die postulierte Wirksamkeit bei Atemwegserkrankungen. So kommen in der Droge Gerbstoffe vor, die adstringierende und antientzündliche Eigenschaften haben. Iridoide unterstützen die antientzündliche Wirkung. Außerdem sind schleimlösende Saponine enthalten. Die ebenfalls vorhandene Kieselsäure gilt als bindegewebsstärkend. Laut Kommission E kann Galeopsidis herba daher bei leichten Katarrhen der Luftwege eingesetzt werden.

Verwendung als Tee

Üblicherweise wird Hohlzahnkraut als Tee zubereitet (circa 2 g pro Tasse, Tagesdosis circa 6 g). Das Drogenmaterial ist gelegentlich mit anderen Galeopsis-Arten verfälscht, die früher ebenfalls medizinisch verwendet wurden. Dazu gehört zum Beispiel der häufiger vorkommende Stechende Hohlzahn (Galeopsis tetrahit). Er besitzt stachelige Kelchzähne und meist rote Blüten.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de