Huflattich – schleimhaltiger Hustenvertreiber Huflattich – schleimhaltiger Hustenvertreiber

Huflattich ist indiziert bei akuten Katarrhen der Luftwege mit Husten und Heiserkeit. / Bild: © oxie99 - Fotolia

Der Huflattich (Tussilago farfara) gehört zu den auffallendsten Vorfrühlingsboten. Mit seinen strahlend goldgelben Blütenköpfchen setzt er hübsche Farbtupfer auf den noch kargen Böden. Erst gegen Ende der Blütezeit sprießen die charakteristischen Blätter. Sie werden seit Jahrhunderten als Hustenmittel genutzt. In neuerer Zeit sind sie allerdings in die Kritik geraten. 

De Name sagt‘s

Der lateinische Name Tussilago verrät bereits den medizinischen Verwendungszweck des Huflattichs. So setzt sich „Tussilago“ zusammen aus den Wörtern „tussis“ für „Husten“ und „ago“ für „ich vertreibe“. Zum Hustenvertreiben wurde früher der Rauch der verbrannten Blätter inhaliert.

Schleimhautschützende Wirkung

Heutzutage werden Huflattichblätter (Farfarae folium) als Teeaufguss (Tagesdosis 4 bis 6 g), Extrakt oder Frischpflanzensaft eingesetzt. Laut Kommission E sind sie indiziert bei akuten Katarrhen der Luftwege mit Husten und Heiserkeit. Ein weiteres Einsatzgebiet sind leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. 

Die charakteristische Blätterform geben dem Huflattich seinen Namen.Bild: © oxie99 - Fotolia

Die Droge entfaltet eine schleimhautschützende Wirkung und hemmt den Hustenreiz. Dafür sind vor allem die in den Blättern reichlich enthaltenen Schleimstoffe (bis zu 10 Prozent) verantwortlich.

Bis vor wenigen Jahrzehnten war der Huflattich eine sehr geschätzte Arzneipflanze.  Zudem konnte jeder diesen Korbblütler für den Teegebrauch selbst sammeln. Denn der Huflattich kommt in der heimischen Natur recht häufig vor, insbesondere an Straßen- und Wegrändern sowie auf Schutt- und Ackerflächen. Seine Blätter sind leicht zu entdecken. Sie sind rundlich bis herzförmig („hufförmig“), können bis zu 30 Zentimeter breit werden und sind unterseits dicht graufilzig behaart. 

Verwendung mit Anwendungsbeschränkung

Von einer eigenen Wildsammlung der Huflattichblätter muss man heute jedoch abraten.

Wilder Huflattich enthält toxische Pyrrolizidin-Alkaloide. / Bild: © Weber-Fina - Fotolia

Der Grund dafür sind die enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Sie kommen zwar nur in Spuren vor, gelten jedoch als lebertoxisch und möglicherweise krebserregend.

Schon vor über 20 Jahren wurden deshalb für die Droge strenge PA-Grenzwerte festgelegt. Außerdem sollen Huflattich-Zubereitungen nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr eingesetzt werden.

Mittlerweile wurden PA-freie Huflattich-Sorten gezüchtet (z.B. in Schoenenberger® Huflattich Naturreiner Heilpflanzensaft). Dennoch hat diese Heilpflanze heute stark an Bedeutung verloren und ist kaum mehr in Fertigarzneimitteln enthalten. 

In Haarpflegemitteln

Volksheilkundlich hat der Huflattich auch als reizlinderndes Hautheilmittel Bedeutung. Dies erklärt die Verwendung in einigen kosmetischen Produkten (z.B. Huflattich Anti-Schuppen Haarpflege von Rausch, Floracell Klettenwurzel Haarkur).

Huflattich als Droge / Bild: © Heike Rau - Fotolia
Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de