Königskerze – majestätische Erkältungsheilpflanze

Man mag es kaum glauben, dass dieses stattliche Gewächs mit den auffallenden gelben Blütenständen zu unserer heimischen Wildflora zählt. Nicht so verwunderlich ist, dass man der mächtigen Königskerze schon immer eine große medizinische Wirkung zuschrieb. Die Saponin- und Schleimstoffdroge Verbasci flos hat auch heute noch therapeutische Bedeutung bei Atemwegskatarrhen.

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Beeindruckende Erscheinung

Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) ist wahrlich ein imponierendes Gewächs: Sie kann Wuchshöhen von zwei Metern erreichen. An ihrem stattlichen Stängel sitzen dicht gedrängt viele 3 bis 5 cm große, leuchtend gelbe Blüten. Gemeinsam bilden diese einen langen, ährigen Blütenstand. An manchem sonnigen Wegrand, auf Brachflächen oder auch in Gärten steht dieses Braunwurzgewächs (Scrophulariaceae) gerade in voller Blüte. 

Wollige Behaarung

Noch etwas fällt an dieser eindrucksvollen Pflanze auf: Stängel und Blätter sind dicht behaart. Auch die Blütenblätter tragen Härchen und sogar drei der fünf Staubblätter sind wollig behaart. Deshalb heißt die Königskerze auch Wollblume.

Sowohl Schleimstoffe als auch Saponine

Schon seit der Antike werden Wollblumen medizinisch für die verschiedensten Beschwerden genutzt – stets auch bei Husten und Erkältung. Heute werden Königskerzenblüten bei Atemwegskatarrhen eingesetzt. Verbasci flos ist Schleimstoff- und Saponindroge zugleich. So lindern Wollblumen zum einen Hustenreiz und Heiserkeit, zum anderen wirken sie sekretlösend und auswurffördernd. Neben der Großblütigen Königskerze werden auch noch zwei andere Verbascum-Arten als Drogen-Stammpflanzen genutzt: die Gemeine Königskerze (V. phlomoides) und die Kleinblütige Königskerze (V. thapsus). 

Die getrockneten Blüten der Königskerze. / Bild: © Heike Rau - Fotolia.com

Richtig zubereiten und aufbewahren

Üblich ist die Teezubereitung (1,5 bis 2 g Droge pro 150 ml siedendem Wasser, Tagesdosis 3 bis 4 g). Den Tee sollte man durch ein feines Sieb abgießen, um die Härchen zu entfernen. Sie könnten sonst die geschädigte Schleimhaut reizen. Verbasci flos muss man sorgfältig vor Licht und Feuchtigkeit schützen, denn diese Droge schimmelt leicht oder verfärbt sich braun. Vereinzelt sind Wollblumenblüten in Fertigteepräparaten mitenthalten (z.B. in Bad Heilbrunner Erkältungstee, Salus® Bronchial-Tee Kräutertee Nr. 8).   

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de