Labkraut – Käsekraut und Hautheilmittel

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In vorindustrieller Zeit bot so manche Pflanze einen großen praktischen Nutzen. Davon zeugt in vielen Fällen der Pflanzenname. Das ist auch beim Labkraut der Fall. Dieses Rötegewächs war für die Milchverarbeitung bedeutsam. Zudem war das Echte Labkraut (Galium verum) als Heilpflanze sehr geschätzt. Volksmedizinisch wird es auch heute noch eingesetzt – innerlich zur Diurese, äußerlich zur Hautpflege.

Goldgelbe Blütenrispen

Von Juni bis Oktober trifft man das Echte Labkraut (Galium verum) blühend an. Es wächst gerne an Wegrändern und auf mageren Wiesen, vor allem auf kalkhaltigen Böden. Die bis zu einem Meter hohe Staude ist leicht zu erkennen: Sie trägt endständige goldgelbe Blütenrispen. Diese setzen sich aus vielen kleinen Blüten zusammen und duften intensiv nach Honig. Am Stängel trägt das Labkraut kleine Laubblattquirle aus jeweils acht bis zwölf nadelförmigen Blättchen.

Wichtig für die Milchverarbeitung

Der Mensch zog schon früh seinen Nutzen aus dem Labkraut: Bereits im Altertum verwendete man die Pflanze für die Käseherstellung. Denn das Kraut hat die Fähigkeit, Milch gerinnen zu lassen. Verantwortlich dafür sind spezielle Proteasen. In ihrer Wirkung entsprechen sie dem Labferment, das im Kälbermagen vorkommt. So erhielt das Labkraut seinen Namen. Noch heute wird für die Herstellung einiger besonderer Käsesorten Labkraut mitverwendet.

Auch als Färbepflanze verwendet

Noch einen weiteren wichtigen Nutzen bot das Labkraut: Mit seiner Wurzel konnte man Wolle rot färben. Diese Rotfärbung erklärt übrigens den Familiennamen „Rötegewächse“ (Rubiaceae), zu der das Labkraut gehört. Für die färbende Wirkung ist das Anthrachinon-Derivat Alizarin verantwortlich.

Hautpflege und milde Diurese

Als Heilpflanze wurde das Labkraut vor allem zur Blutstillung empfohlen. Heute ist Galii veri herba volksmedizinisch als Haut-Heil- oder Pflegemittel im Einsatz (als Extrakt z.B. in Labkrautsalbe Resana® enthalten). Innerlich setzt die Volksheilkunde das Labkraut zur milden Diurese ein. Es soll bei Knöchelschwellungen sowie Nieren- und Blasenkatarrhen helfen. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt. Für die Teezubereitung verwendet man circa zwei bis vier Gramm Droge pro Tasse (2- bis 3-mal täglich). Als wirksamkeitsrelevante Inhaltsstoffe gelten vor allem Iridoidglykoside, Flavonoide und Gerbstoffe.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de