Löwenzahn – die „Bettseicherwurzel“

Der Löwenzahn: Kraut und Wurzel wirken diuretisch. / Bild: © Doris Oberfrank List - Fotolia

Wie ein gelber Teppich überzieht der Löwenzahn (Taraxacum officinale) bald wieder die Frühlingswiesen. Diesen auffallenden Korbblütler kennt bei uns schon jedes Kind. Weniger allgemein bekannt ist dagegen, dass der Löwenzahn auch eine altbewährte Heilpflanze ist. 

Zur Diurese und bei Verdauungsstörungen

So derbe Namen wie „Pisskraut“ oder „Bettseicherwurzel“ verlieh der Volksmund dem Löwenzahn (Taraxacum officinale). Sie drücken recht unverblümt aus, welche Eigenschaft diese Asteracee hat: Kraut und Wurzel wirken diuretisch. Taraxaci herba cum radice kann unterstützend zur Durchspülungstherapie bei leichten Harnwegsbeschwerden eingesetzt werden. 

Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone) ist die Droge auch am Verdauungsapparat wirksam. Ihre Einsatzgebiete sind hier Störungen des Galleflusses, Appetitlosigkeit sowie dyspeptische Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. 

Meist als Tee

Löwenzahnwurzel und -kraut als Droge. / Bild: © Heike Rau - Fotolia

Meist wird der Löwenzahn in Teeform verwendet (als Aufguss 1 EL pro Tasse, als Abkochung 3 bis 4 g/Tasse), daneben auch als Frischpflanzensaftzubereitung (z.B. Schoenenberger® Naturreiner Heilpflanzensaft Löwenzahn). Fertigpräparate gibt es unter anderem von Bombastus, Salus und Sidroga. Auch als Kombinationspartner taucht der Löwenzahn auf (z.B. in H&S® Galle- und Lebertee N, Salus® Gallexier® Kräuterbitter). Wegen der harntreibenden Wirkung nimmt man Löwenzahnpräparate besser nicht abends ein.

Würzige Blättchen

Geerntet wird Löwenzahnkraut und -wurzel im Frühjahr, noch bevor die Blüten erscheinen. Die ersten zarten Löwenzahnblättchen lassen sich auch gut als würzige Dreingabe im Salat verwenden. Hat aber die Pflanze bereits eine stattliche Blattrosette ausgebildet, schmecken die Blätter meist zu bitter. Dann erkennt man jedoch, wie der Löwenzahn zu seinem Namen kam: Seine Blätter sind scharf gezähnt. 

Ein vollständiger Löwenzahn. / Bild: © vaivirga - Fotolia

Die Pusteblume

Aus der Blattrosette wächst der blattlose hohle Löwenzahn-Schaft, der Milchsaft führt. Auf jedem Stängel bildet sich jeweils ein Blütenkörbchen. Es besteht aus vielen gelben Zungenblüten. Wenn sie verblühen, bilden sich die kleinen Früchte mit ihrem fallschirmartigen Pappus (Haarschopf). Dann wird die „Pusteblume“ zum großen Kindervergnügen. Weniger Freude an der Pflanze haben meist die Gartenbesitzer. Denn wegen seiner kräftigen Pfahlwurzel ist der Löwenzahn nur schwer aus dem Boden zu entfernen.

Pusteblume! / Bild: © Svetoslav Radkov - Fotolia
Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de