Maiglöckchen – für mehr Herzkraft

Im Mai bringt die Natur viele hübsche Blumen hervor. Doch nur eine wurde nach dem Wonnemonat benannt: das Maiglöckchen. Jahrhundertelang erlebte die symbolträchtige Pflanze einen Boom als Volksheilmittel. Heute wird die herzglykosidhaltige Droge vorwiegend in homöopathischer Zubereitung eingesetzt.

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Liebessymbol und Glücksbringer

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) hat schon seit langer Zeit eine besondere Symbolkraft. Maiglöckchensträuße drücken Liebe und Sympathie aus und gelten als Glücksbringer. Auch wegen ihres betörenden Blütendufts war die Blume bliebt. Obwohl sie so begehrt war, hat die zehn bis 20 Zentimeter hohe Pflanze mit den zwei zugespitzten, gestielten Blättern und der duftenden weißen Blütentraube in der freien Natur (vor allem Laubwälder) überlebt. Das verdankt sie einerseits ihrem Wurzelstock, mit dem sie sich unterirdisch ausbreiten kann. Andererseits wurde das Maiglöckchengewächs (Convallariaceae) schon früh in großem Maßstab kultiviert.

Vom Volksheilmittel zum herzstärkenden Homöopathikum

Auch medizinisch stand das Maiglöckchen hoch im Ansehen. Es wurde als wahres Allheilmittel gepriesen – sei es gegen Wassersucht, Wehenschwäche, Tollwut oder Lepra. Später schwand seine therapeutische Popularität, denn es erwies sich auch als stark giftig. In diesen toxischen Inhaltsstoffen erkannte man dann jedoch eine herzstärkende Wirkung. Es handelt sich um digitalisähnliche Herzglykoside (vor allem Convallatoxin). Maiglöckchenkraut (Convallariae herba) ist bei leichter Herzinsuffizienz und Altersherz wirksam. Allerdings hat die Droge nur eine geringe therapeutische Breite. Sie ist deshalb als pflanzliches Arneimittel auf dem Rückzug. Convallaria majalis wird heute vor allem homöopathisch verwendet. Es ist in einigen herzstärkenden Komplexhomöopathika enthalten, bevorzugt in Kombination mit Crataegus (z.B. in Angioton® H, Confludin® N Tropfen, Convallocor Hevert).

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de