Malve – Schleimstoffdroge gegen Reizhusten

Die häufig an Wegen und Schuttplätzen vorkommende Wilde Malve (Malva sylvestris) ist leicht zu erkennen: Die bis zu einem Meter hohe Pflanze trägt hübsche rosafarbene Blüten mit violetten Längsstreifen und rundliche, gelappte Laubblätter. Beide Pflanzenteile sind reich an Schleimstoffen. Als Teedrogen kann man sie bei Reizhusten empfehlen.

Bild: © Heike Rau - Fotolia.com

Ein rätselhafter Name

Eine merkwürdige Bezeichnung findet man hin und wieder für die Malve: „Käsepappel“. Der Name rührt von den kleinen scheibchenförmigen Spaltfrüchten. Sie sollen in ihrer Form an Käselaibe erinnern. Die schleimhaltigen Früchte und die ebenfalls schleimhaltigen Blätter machte sich der Mensch schon früh zunutze: Man kochte daraus einen pappigen Brei für Kinder. Von diesem „Papp“ leitet sich die Bezeichnung „Pappel“ ab.

Zur Schleimhautberuhigung

Heute dienen Malvenblätter und -blüten (Malvae folium/flos) mit ihrem Schleimstoffgehalt von bis zu zwölf Prozent als reizlinderndes Heilmittel. Zusätzlich haben die enthaltenen Anthocyane eine bakterienhemmende Wirkung. Malvenblätter und -blüten sind indiziert bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum sowie bei trockenem Reizhusten. Für die Zubereitung von Tee oder Dekokt verwendet man zwei Esslöffel fein geschnittene Blätter oder einen Esslöffel fein geschnittene Blüten auf 150 ml Wasser (Tagesdosis fünf Gramm). An Fertigpräparaten stehen zum Beispiel Sidroga® Reizhustentee und Malvenblätter Bombastus zur Verfügung.

Verschiedene Malvengewächse

Neben der Wilden Malve (Malva sylvestris) wird auch die Weg-Malve (Malva neglecta) für dieselben Indikationen eingesetzt. Sogenannter Malventee aus dem Lebensmittelhandel besteht dagegen meist aus einem anderen Malvengewächs – dem Hibiscus (Sabdariffa-Eibisch).

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de