Seifenkraut – Reinigungskraft für die Atemwege

Bild: © lfrabanedo - fotolia

Dass man das Seifenkraut zum Waschen nutzen kann, lässt sein Name leicht erraten. Die Reinigungskraft dieses Nelkengewächses erstreckt sich sogar auf die Atemwege: Saponariae rubrae radix ist eine auswurffördernde Saponindroge.

Lange Blühdauer

Das Echte Seifenkraut (Saponaria officinalis) ist eine bis zu 70 Zentimeter hohe Staude mit dichten hellrosa Blütenbüscheln. Das Nelkengewächs ist ein unermüdlicher Dauerblüher und ziert Flussufer, Wege und Unkrautfluren bis in den Herbst hinein. Auch mancher Gartenbesitzer pflanzt das robuste Gewächs gerne auf seinem Grund und Boden an.

Ersatz für Seife

Angebaut wurde Saponaria schon vor Jahrhunderten. Das Seifenkraut diente als Nutzpflanze. Vor allem die unterirdischen Teile waren begehrt. Wenn man Rhizom und Wurzeln zerkleinert und die Stückchen mit Wasser zerreibt oder aufkocht, entsteht ein waschaktiver Schaum. Die Pflanze wird deshalb auch „Waschwurz“ genannt. Lange Zeit diente die Waschwurz als Ersatz für die früher kostbare Seife. 

Bild: © Le Do - Fotolia

Auswurffördernde Saponindroge

Die Waschwirkung von Saponaria beruht auf den enthaltenen Saponinen. In Rhizom und Wurzeln sind diese am konzentriertesten vorhanden. Es handelt sich um ein Gemisch verschiedener Triterpenglykoside. Die Hauptkomponenten sind die Saponarioside A und B. Diese Inhaltsstoffe machen auch den therapeutischen Wert von Saponaria officinalis aus. Rote Seifenwurzel (Saponariae rubrae radix) gehört wie Efeublätter und Primelwurzel zu den Saponindrogen, die gemäß Kommission E bei Atemwegskatarrhen eingesetzt werden. Sie haben eine schleimlösende Wirkung. 

Selten angewendet

Über Jahrhunderte wurde die Heilkraft von Saponaria bei Husten und Verschleimung gerühmt. Heute spielt das pflanzliche Expektorans nur noch eine geringe Rolle. In Fertigteemischungen ist es kaum mehr anzutreffen. Wer aus der Einzeldroge Tee zubereiten möchte, nehme pro Tasse einen halben Teelöffel davon (ca. 0,4 g, Tagesdosis 1,5 g). Ganz vereinzelt findet sich die Droge in pflanzlichen Fertigpräparaten, so z.B. im Kombinations-Erkältungsmittel Cefabronchin® Tropfen (zusammen mit u.a. Thymian, Isändisch Moos, Bibernellwurzel).  

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de