Walnuss – Blätter mit Farb- und Heilkraft

Die großen, meist aus sieben bis neun Fiederblättern bestehenden Walnussblätter enthalten reichlich Juglon und Gerbstoffe. / Bild: © Bits and Splits - Fotolia

Fleißige Sammler – ob Tier oder Mensch – legen sich nun Wintervorräte zu. Dazu eignen sich beispielsweise Walnüsse, die jetzt reif vom Baum fallen. Diese zählen zu den ernährungsphysiologisch wertvollen Nahrungsmitteln. Für die Heilkunde sind jedoch andere Pflanzenteile des Walnussbaums interessant: seine gerbstoffhaltigen Blätter. 

Gesund – auch fürs Gehirn

Bis zu 150 Kilogramm Nüsse kann man von einem einzelnen großen Exemplar der Echten Walnuss (Juglans regia) pro Jahr ernten. Was wir nach dem Knacken von der Nuss verzehren, sind die beiden fleischigen Speicherkeimblätter. Sie dienen im Frühjahr, wenn eine Walnuss auf dem Boden auskeimt, zur Ernährung des kleinen Keimlings. Früher meinte man in diesem gefalteten Gebilde ein Gehirn zu erkennen. Deshalb ging man davon aus, dass Walnüsse positive Wirkungen auf das Gehirn haben. Immerhin sind Walnüsse reich an essentiellen Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure und enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Dadurch sind sie ernährungsphysiologisch wertvoll und gelten als gefäßschützend. Diese Eigenschaften kommen natürlich auch dem Gehirn zugute. 

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Färbt Haut und Haare

Nicht immer fallen die Walnüsse mit sauberer hellbrauner Samenschale vom Baum. Oftmals sind sie noch von Teilen der grünen, später schwarz werdenden Fruchtschale umgeben. Kommt man an Haut oder Kleidung mit diesen Fruchthüllenresten in Berührung, stellt man schnell fest: Sie färben stark. Dafür ist vor allem das Naphthochinon Juglon verantwortlich. Sogenannter Walnussschalenextrakt steckt deshalb in zahlreichen Bräunungscremes und Haarpflegemitteln. 

Äußerliche Anwendung in der Phytotherapie

Auch die Blätter des Walnussbaums haben färbende Wirkung. Interessant sind die großen, meist aus sieben bis neun Fiederblättern bestehenden Walnussblätter vor allem in therapeutischer Hinsicht. Sie enthalten reichlich Juglon und Gerbstoffe und wirken daher als Adstringens. Phytotherapeutisch wird die Droge (Juglandis folium) äußerlich bei leichten oberflächlichen Entzündungen der Haut eingesetzt. Außerdem ist sie indiziert bei Hyperhidrosis, also übermäßiger Schweißabsonderung, vor allem an Händen und Füßen. Dazu verwendet man vor allem Abkochungen für Umschläge und Teilbäder (2 bis 3 g Droge auf 100 ml Wasser). 

Volksmedizinisch auch innerlich

Die Volksmedizin setzt Walnussblätter auch innerlich als Tee ein (1 g pro 150 ml kochendem Wasser), vor allem bei Ekzemen und als „Blutreinigungsmittel“. Der Gerbstoffdroge werden außerdem antientzündliche und keimhemmende Wirkungen zugesprochen. Deshalb sind Walnussblätterzubereitungen traditionell vereinzelt in Erkältungsmitteln enthalten. Bekanntestes Beispiel ist das Kombinationspräparat Imupret®

Die „Welsche“ Nuss

Was hat es eigentlich mit der Bezeichnung „Walnuss“ auf sich? Die großen Meeressäuger waren jedenfalls nicht namensgebend. Vielmehr soll sich „Wal“ vom Wort „Welsch“ ableiten (was so viel wie „fremdländisch“ heißt). Juglans regia stammt nämlich ursprünglich aus Südosteuropa und Kleinasien. Vor vielen hundert Jahren wurde der Baum bei uns eingebürgert und verwilderte auch teilweise. 

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Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de