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Rotavirus: Alles Wichtige über die Impfung

Mit den hochansteckenden Rotaviren infizieren sich Säuglinge und Kleinkinder besonders leicht. Die Erkrankung beginnt nach einer kurzen Inkubationszeit von einem bis drei Tagen mit plötzlich einsetzendem wässrigem Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen, oft in Kombination mit Fieber.
Die Symptome halten bis zu einer Woche an und klingen dann von selbst ab. Allerdings besteht bei heftigen Brechdurchfällen die Gefahr der Dehydratation, deshalb müssen vor allem Kleinkinder häufig ins Krankenhaus, damit Flüssigkeit und Elektrolyte substituiert werden.
Der Erkrankungsgipfel liegt in den ersten Lebensjahren: Bis zum Alter von drei Jahren infizieren sich 90 Prozent, bis zum fünften Lebensjahr fast alle Kinder mit Rotaviren.
Rotavirus – ein durchsetzungsfähiger Erreger
Rotaviren werden meist durch Schmierinfektion übertragen. Das geschieht entweder durch direkten Kontakt oder über kontaminierte Flächen, beispielsweise an Spielzeug, Türklinken oder Gemeinschaftstoiletten. Vor allem in Kitas können sich die Viren somit schnell verbreiten.
Auch wenn die Krankheitssymptome abgeklungen sind, werden die Erreger noch einige Tage lang mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Viren sind sehr widerstandsfähig und können an Händen mehrere Stunden und an Oberflächen mehrere Tage infektiös bleiben. Sorgfältige Hände- und Sanitärhygiene ist daher äußerst wichtig.
Kinder und Erwachsene können sich mehrmals mit Rotaviren infizieren, da viele verschiedene Virustypen existieren und eine einmalige Infektion keinen lebenslangen Schutz bietet. In der Regel nimmt die Schwere der Erkrankung mit der Zahl der Reinfektionen ab; sie können sogar völlig ohne Symptome verlaufen.
Rotavirus-Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff
Seit 2013 gibt es in Deutschland die Rotavirus-Standardimpfempfehlung für Säuglinge. Damit sollen schwere Krankheitsausbrüche und insbesondere die hiermit verbundenen Krankenhausbehandlungen verhindert werden.
Die Dauer des Impfschutzes lässt sich auf Basis der vorliegenden Studien noch nicht eindeutig bestimmen, Experten gehen aber nach einer vollständigen Immunisierung von einem Schutz über zwei bis drei Jahre aus.
Sie nehmen außerdem an, dass die Immunität gegen Rotaviren nach der Impfung ähnlich wie nach einer natürlich durchgemachten Infektion mit der Zeit abnimmt, also ein sogenanntes „Waning“ der Immunität eintritt.
Früher Impfbeginn gegen Rotavirus wichtig
Bei der Rotavirus-Impfung handelt es sich um eine Schluckimpfung mit einem Lebendimpfstoff. In Deutschland stehen seit 2006 die Impfstoffe Rotarix und RotaTeq zur Verfügung, die ab einem Alter von sechs Wochen zugelassen sind.
Die Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich. Da die Lebendimpfstoffe die körpereigene Abwehr anregen, kann es jedoch vorübergehend zu Fieber, Durchfall oder Erbrechen kommen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) weist darauf hin, dass die Impfung frühzeitig erfolgen sollte. Hintergrund ist, dass mit zunehmendem Alter der Impflinge das Risiko für eine potenziell schwerwiegende Nebenwirkung zunimmt: die Darminvagination (Einstülpung eines Darmabschnitts in einen anderen Abschnitt), die sich an kolikartigen Schmerzen, galligem Erbrechen und himbeergeleeartigem Stuhl erkennen lässt.
STIKO-Impfempfehlungen
Standardimpfempfehlung:
- für alle Säuglinge ab sechs Wochen
Nach welchem Schema wird gegen Rotavirus geimpft?
Der Lebendimpfstoff wird entweder zweimal (Rotarix) oder dreimal (RotaTeq) oral verabreicht:
- Die erste Impfung sollte ab der vollendeten sechsten Lebenswoche und spätestens bis zur zwölften Woche erfolgen.
- Zwischen den einzelnen Impfstoffdosen ist ein Mindestabstand von vier Wochen notwendig.
- Die Impfserie sollte bei Rotarix bis zum Alter von 16 (spätestens 24) Wochen abgeschlossen sein und bei RotaTeq mit 22 (spätestens 32) Wochen.
Quellen:
- https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/rotavirus-infektionen/rotavirus-node.html
- https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/rotaviren
- https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfungen-A-Z/Rotaviren/Rotaviren-node.html
- https://dgk.de/impfen-und-infektionen/krankheiten-von-a-bis-z/rotavirus-erkrankungen/aktuelles.html
- https://www.msd-gesundheit.de/impfungen/