Corona-News des Tages
Corona-Pandemie
29 min merken gemerkt Artikel drucken

Meldungen vom 25. bis 29.10.2021

Auf 3 Blutentnahmeröhrchen steht COVID-19 Test
Die Sieben-Tag-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen. | Bild: MyriamB / AdobeStock

Freitag, 29.10.2021

LiveSortierung chronologisch
11:51

117.763 wahrscheinliche Impfdurchbrüche seit Februar

Von Anfang Februar bis Ende voriger Woche hat das Robert Koch-Institut (RKI) 117.763 wahrscheinliche Impfdurchbrüche registriert – also SARS-CoV-2-Infektionen mit COVID-19-Symptomen. In diesem Zeitraum wurden 55 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie aus dem RKI-Wochenbericht hervorgeht. Demnach starben insgesamt 1.076 Menschen mit Impfdurchbrüchen, 782 von ihnen waren mindestens 80 Jahre alt.

Der Anteil der Impfdurchbrüche an allen COVID-19-Fällen zeige, „dass nur ein geringer Anteil der hospitalisierten, auf Intensivstation betreuten bzw. verstorbenen COVID-19-Fälle als Impfdurchbruch zu bewerten ist“. Das RKI nennt die Zunahme von Durchbruchinfektionen im Laufe der Zeit „erwartbar“: Immer mehr Menschen seien geimpft, das Virus breite sich wieder vermehrt aus. Quelle: dpa/mia 

10:50

Immer mehr Deutsche sorgen sich wegen Corona-Infektionen

Eine wachsende Zahl der Deutschen sieht laut ZDF-„Politbarometer“ seine Gesundheit wegen eines deutlichen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen gefährdet. Waren es Anfang Oktober 31 Prozent, so sind es inzwischen 47 Prozent. 51 Prozent sehen keine Gefahr. 

Eine klare Mehrheit von 59 Prozent der Befragten hält die geltenden Corona-Maßnahmen für „gerade richtig“. Das ist ein Minus von fünf Prozentpunkten im Vergleich zu Anfang Oktober. 18 Prozent (minus drei Prozentpunkte) halten sie für übertrieben und 20 Prozent (plus sieben) plädieren für härtere Maßnahmen. 

Für den Fall weiter stark steigender Corona-Infektionen plädieren 32 Prozent wieder für stärkere Einschränkungen des öffentlichen Lebens für alle Menschen, 43 Prozent wollen diese dann nur für Nicht-Geimpfte und 22 Prozent sind auch in diesem Fall generell gegen stärkere Einschränkungen. 

Für eine Impfpflicht für das Personal im Gesundheitswesen und in der Pflege sprechen sich inzwischen 72 Prozent der Befragten aus, im Juli waren es 60 Prozent. 26 Prozent sind dagegen. Eine Impfpflicht für die Beschäftigten in Schulen und Kitas unterstützen 64 Prozent (Juli: 55 Prozent), 34 Prozent sind dagegen. Quelle: dpa/mia 

09:13

Auswertungen belegen „ausgeprägten Effekt“ der Corona-Impfungen

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht einen „ausgeprägten Effekt“ der Corona-Impfung zum Verhindern von COVID-19-Erkrankungen und -Krankenhausaufnahmen in Deutschland. Dies sei durch eigene Berechnungen zu den jeweiligen Inzidenzen in der ungeimpften und der vollständig geimpften Bevölkerung belegt, geht aus dem RKI-Wochenbericht hervor. 

In der Bevölkerung mit vollständigem Impfschutz habe sowohl die wöchentliche Inzidenz der Fälle mit Symptomen als auch die Inzidenz der Krankenhausaufnahmen deutlich unter den jeweiligen Werten der ungeimpften Bevölkerung gelegen, hieß es. Dies gelte für die beiden analysierten Altersgruppen (18 bis 59 und ab 60 Jahre) und im gesamten Untersuchungszeitraum von Mitte Juli bis Mitte Oktober. 

Nachmeldungen sind laut RKI noch möglich. Betrachtet wurde ein Großteil der übermittelten Fälle aus dem Zeitraum – ausgeschlossen wurden jedoch solche mit unvollständigen Angaben zum Impfstatus und mit Angaben über eine unvollständige Impfung, wie das RKI erklärte. Quelle: dpa/mia 

08:59

Corona-Maßnahmen auch bei hohen Impfquoten notwendig?

Britische Forscher empfehlen auf Grundlage einer neuen Studie, auch bei hohen Impfquoten Corona-Regeln beizubehalten. „Kontinuierliche Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung wie das Tragen von Masken, Abstand halten und Tests bleiben wichtig, auch bei geimpften Menschen“, schrieb die Co-Autorin einer in der Zeitschrift „Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie, Anika Singanayagam vom Imperial College London. 

Für die Studie analysierten die britischen Forscher die Krankheitsdaten von 621 Personen, die sich zwischen September 2020 und September 2021 mit Corona infizierten und milde oder keine Symptome zeigten. Anhand täglicher PCR-Tests konnten die Forscher analysieren, wie lange die Teilnehmer infektiös waren und wie hoch ihre Viruslast war. Dabei kam heraus: Auch vollständig Geimpfte haben immer noch ein gewisses Risiko, sich mit der Delta-Variante anzustecken und auch andere Mitglieder ihres Haushalts zu infizieren. Ihre Viruslast fiel zeitweise ähnlich aus wie bei Ungeimpften. 

Den Studienautoren zufolge liefern die Ergebnisse eine Erklärung dafür, warum die weltweit vorherrschende, hochansteckende Delta-Variante auch in Ländern mit hohen Impfquoten wie etwa Großbritannien für hohe Infektionszahlen sorgen kann. Es habe sich außerdem gezeigt, dass die Immunität von Geimpften bereits nach einigen Monaten abnehme. Die Forscher empfahlen Ungeimpften dringend, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen und bereits Geimpften, Angebote für Booster-Impfungen anzunehmen. 

Als Schwäche ihrer Studie räumten die Forscher ein, dass die Ausgangsfälle jeweils Menschen mit COVID-19-Symptomen waren, die deswegen durch das britische Testsystem identifiziert wurden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass in ihren Haushalten zuvor bereits unentdeckte, asymptomatische Infektionen vorgekommen seien. Quelle: dpa/mia 

08:55

EU und Großbritannien erkennen Corona-Zertifikate gegenseitig an

Menschen aus der EU können mit ihrem COVID-Zertifikat bald auch im Vereinigten Königreich eine Impfung, einen Test oder eine Genesung nachweisen. Wie die EU-Kommission mitteilte, einigten sich London und Brüssel darauf, die Nachweise der jeweiligen Gegenseite zu akzeptieren. Der Beschluss soll heute in Kraft treten. Eine ähnliche Vereinbarung sei mit Armenien getroffen worden. 

Den Angaben zufolge wird der EU-Standard für COVID-Zertifikate bereits in 45 Staaten auf vier Kontinenten verwendet. Als Drittstaat kann Großbritannien aber weiterhin eigene Einreiseregeln etwa für nicht Geimpfte festlegen. Quelle: dpa/mia 

08:50

Fake-Impfzertifikate: Experten vermuten Schwachstellen in Praxen

Die gefälschten digitalen Impfzertifikate, die derzeit mit gültigen Signaturen im Internet kursieren, könnten nach Einschätzung von Experten auf Sicherheitslücken in Arztpraxen oder Apotheken zurückzuführen sein. Möglicherweise sei es Unberechtigten dort gelungen, an die privaten Schlüssel für das Verschlüsselungssystem Fido zu gelangen, sagte Thomas Uhlemann von der Sicherheitsfirma Eset. 

Nach Angaben des Sicherheitsexperten werden gefälschte Impfzertifikate mit technisch gültigen Signaturen im Darknet für rund 300 Euro angeboten. Damit könnten Menschen, die nicht gegen COVID-19 geimpft wurden, einen scheinbar gültigen Impfpass auf dem Smartphone vorzeigen. 

Die Fake-Zertifikate waren zuerst in Italien aufgetaucht. Dort stehen die Impfnachweise im Zentrum einer hitzig geführten politischen Debatte. Der „Grüne Pass“ – ein Corona-Pass mit ausdruckbaren oder digitalen Nachweisen einer Corona-Impfung – ist nach einem Beschluss der Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi seit Mitte Oktober notwendig, um zur Arbeit gehen zu dürfen. Der nun aufgetauchte Fake-Impfpass wurde aber nicht nur von dem System des italienischen „Grünen Passes“ als gültig angezeigt, sondern auch von der offiziellen deutschen App „CovPass Check“. 

In Italien wurde die Gültigkeit der Schlüssel noch am Mittwoch zurückgezogen. Aktuelle Checks in Deutschland zeigten jedoch auch am Donnerstagnachmittag die volle Gültigkeit an. „Das kann verheerende Folgen haben, insbesondere wenn es schnell gehen muss“, warnte Uhlemann. Bei Überprüfungen im öffentlichen Raum, wie etwa am Flughafen oder der Einlasskontrolle von Clubs, werde in der Praxis „selten bis nie der Personalausweis von der zeigenden Person verlangt“. Stattdessen wird sich darauf verlassen, dass das scannende Gerät „Zertifikat gültig“ anzeigt. 

Uhlemann verwies darauf, dass gerade im Bereich der niedergelassenen Ärzte „häufig immer noch vollkommen veraltete IT-Systeme eingesetzt“ würden. „Für Hacker sind diese Netzwerke besonders attraktiv, da diese immer versuchen, das schwächste Glied anzugreifen.“ Quelle: dpa/mia 


Zurück