Corona-News des Tages
Corona-Pandemie
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Meldungen vom 31.05. bis 04.06.2021

Kalenderblatt mit eingerahmten Mai, darauf Impfbuch, deutscher Reisepass und Injektionsspritze
Wird es zum Sommer den digitalen Impfnachweis geben? | Bild: PhotoSG / Adobe Stock

Freitag, 04.06.2021

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14:48

Testangebot für Kita-Kinder startet in wenigen Tagen

Bayern wird wie angekündigt in der kommenden Woche auch Corona-Tests für Kita-Kinder anbieten. Nach den Pfingstferien könnten die Eltern in Apotheken gegen die Vorlage von Berechtigungsscheinen zwei Selbsttests pro Woche erhalten, teilte die Staatsregierung mit. Die Gutscheine würden durch die Kindertageseinrichtungen verteilt. 

Noch nicht eingeschulte Kinder brauchen im Freistaat keinen verpflichtenden negativen Tests, um in die Kitas zu gehen, sofern die Kleinen keine Krankheitssymptome haben. Familienministerin Carolina Trautner bat die Eltern aber, das neue Angebot anzunehmen und die Kinder daheim zu testen. „Durch möglichst umfassende und engmaschige Tests können Infektionen zeitnah erkannt und Infektionsketten durchbrochen werden“, sagte die CSU-Politikerin. Das Angebot diene dem Schutze aller. 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte bereits die bayerische Strategie kritisiert. Die Angebote von freiwilligen Selbsttests reichten nicht aus, meinte die GEW. Es sollten eher sogenannte Pooltests flächendeckend eingeführt werden. 

Bei den Pooltests werden Abstriche von allen Kindern entnommen und in der Einrichtung zu einer Probe zusammengeführt. Im Labor wird dann geprüft, ob unter den Kindern ein infiziertes Kind ist. In diesem Fall müssten alle Kinder noch einmal getestet werden.

13:26

WHO: Deutschland und andere müssen Impfdosenspenden vorziehen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appelliert an Deutschland und andere Länder, die versprochene Spende von Corona-Impfdosen für arme Länder vorzuziehen. Die Bundesregierung hat die Abgabe von 30 Millionen Dosen bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Nötig sei der Impfstoff in ärmeren Ländern aber in den nächsten drei Monaten, sagte Bruce Aylward. Er ist WHO-Koordinator für das Programm ACT Accelerator, das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert. 

Weltweit seien bislang rund zwei Milliarden Impfstoffdosen eingesetzt worden, 75 Prozent davon in nur zehn Ländern. Der Impf-Arm des ACT Accelerators, Covax, habe bislang 80 Millionen Dosen ausgeliefert, überwiegend an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. Die WHO kritisiert, dass reiche Länder separate Verträge mit Impfstoffherstellern machten und einen Großteil der Produktion aufgekauft hätten. Deshalb komme Covax nicht an genügend Impfstoff. Eigentlich hätten bis Ende Mai 200 Millionen Dosen mehr ausgeliefert werden sollen. Während reiche Länder gesunde jüngere Menschen impfen, wartet in ärmeren Ländern selbst das Pflegepersonal vielerorts noch auf den lebensrettenden Impfstoff. „Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel und sind nicht geschützt – das ist absurd“, sagte Aylward. dpa / mia 

12:24

Ein Fünftel der Deutschen vollständig gegen Corona geimpft

In Deutschland hat inzwischen ein Fünftel der Menschen den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus erhalten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind 45 Prozent der Deutschen (37,4 Millionen Menschen) mindestens einmal geimpft worden, 20,1 Prozent (16,7 Millionen Menschen) sind vollständig geimpft. Demnach sind bislang insgesamt 53,4 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Donnerstag wurden laut RKI 614.111 Dosen gespritzt. 

Am Montag soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland aufgehoben werden, in einigen Bundesländern auch schon etwas früher. 

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 48,3 Prozent. Sachsen liegt mit 40 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland auch bei der Berücksichtigung aller verabreichter Impfdosen beim Tempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch die wenigsten Impfdosen erhalten. dpa / mia 

10:47

STIKO-Chef: „Keine Empfehlung für alle gesunden Kinder zu erwarten“

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, hat in der Debatte um Corona-Kinderimpfungen angedeutet, dass es keine generelle Empfehlung geben wird. „Es ist keine generelle Empfehlung der Stiko für alle gesunden Kinder zu erwarten“, sagte Mertens. Für die Empfehlung einer Impfung bei allen gesunden Kindern reichten die Daten bei weitem nicht aus. 

Die Experten haben demnach viele verfügbare Daten aus Studien zusammengetragen. „Es sind alle Ergebnisse so, dass man sicher daraus keine Argumentation für eine generelle Impfung aller gesunden Kinder ableiten kann.“ In den nächsten Tagen will die STIKO ihre Empfehlung offiziell bekanntgeben. 

Bereits in den vergangenen Tagen hatte Mertens um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen geworben. In der Debatte seien viele Argumente „leichthin genannt worden, die einer Nachprüfung nicht standhalten“, kritisierte Mertens. So sei es zum Beispiel „nicht besonders sinnvoll“, das Thema Schule mit der Impfdebatte zu verknüpfen. „Die STIKO – und ich glaube auch viele andere vernünftige Leute – halten diese sprachliche Verbindung von Impfung als Voraussetzung für das normale Leben der Kinder für einen Irrweg.“ dpa / mia 

08:43

Studie: Einsatz von Antibiotika bei COVID-19-Patienten oft unnötig

Antibiotika werden bei COVID-19-Patienten einer Studie zufolge weitaus häufiger eingesetzt als nötig wäre. Die Präparate würden wegen möglicher bakterieller Co-Infektionen verabreicht – diese gebe es aber bei COVID-19 vergleichsweise selten, berichten britische Forscher im Fachmagazin „The Lancet Microbe“. COVID-19 selbst wird von einem Virus verursacht – gegen solche Erreger wirken Antibiotika nicht. 

Das Team um Clark Russell und Cameron Fairfield von der University of Edinburgh hatte Daten zu gut 8.600 COVID-19-Patienten untersucht, die im vergangenen Jahr in Kliniken eingeliefert und gezielt auf Bakterieninfektionen getestet wurden. Nur etwa 1.100 davon – etwa 13 Prozent – hatten demnach eine begleitende bakterielle Infektion. Meist habe es sich um Sekundärinfektionen gehandelt, die mehr als zwei Tage nach der Einlieferung der Patienten ins Krankenhaus erworben wurden. 

Daten von insgesamt rund 36.000 COVID-19-Patienten zeigten wiederum, dass 37 Prozent vor der Krankenhauseinweisung antimikrobielle Mittel bekommen hatten; 85 Prozent von gut 46.000 Patienten mit verfügbaren Angaben wurden während ihres Krankenhausaufenthalts ein oder mehrere Antibiotika verabreicht – oft ohne entsprechende Diagnose rein vorsorglich oder auf einen Verdacht hin. 

Schon vor ihrer Analyse hätten kleinere Studie gezeigt, dass bakterielle Infektionen etwa der Atemwege und der Blutbahn bei Patienten mit COVID-19 vergleichsweise selten sind, erläutern die Forscher. Dies habe sich nun bestätigt. Der Einsatz antimikrobieller Medikamente ohne Bestätigung einer bakteriellen Co-Infektion durch gezielte Tests müsse verringert werden, betonen die Experten. Andernfalls drohten arzneimittelresistente Infektionen zu einer längerfristigen Folge der Pandemie zu werden. dpa / mia 


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